Mit der Klimakrise wird legale wie illegale Migration immer dringlicher. Migrationsexperten .KiraVinke und .Ben_Schraven analysieren, mit welchen Flüchtlingsbewegungen Deutschland rechnen muss.
Das wiederum führt zu neuen Konflikten und einer Verschärfung von bestehende Krisen und kriegerischen Auseinandersetzungen""Am härtesten trifft es jedoch die, denen die Mittel zur Flucht fehlen." Als Beispiel nennt sie die Entwicklung des Syrien-Krieges und der darauffolgenden Fluchtbewegung 2015:"Hier war dem Krieg bereits eine heftige Dürreperiode und damit Hunger vorausgegangen, die die politischen Unruhen noch verstärkt haben.
" Eine Existenzaufgabe in ihrer Heimat würden jedoch die wenigsten Menschen wollen und nur wenige könnten sich auch eine Flucht weit weg bis nach"Am härtesten trifft es jedoch die, denen die Mittel zur Flucht fehlen. Es ist realistischer, dass viele zunächst eher innerhalb des eigenen Landes weg von zerstörten Regionen oder in direkt benachbarte Länder ziehen", hält sie fest.Diese Prognose teilt auch Migrationsexperte Benjamin Schraven: "Die Annahme, dass Millionen von Klimaflüchtlingen nach Europa kommen werden, ist eher unrealistisch" , sagt er im Gespräch mit watson. Trotzdem wird es auch direkte Auswirkungen auf Deutschland geben, wie er erklärt: "Der Klimawandel ist ein Multiplikator von Risiken wie politischer Instabilität. Aus Eigeninteresse müsste die EU zum Schluss kommen: Wir wollen keine politisch instabilen Nachbarregionen haben, was dann doch irgendwie wieder auf uns zurückkommen kann. Ich glaube, wir Europäer müssen auch noch deutlich mehr Geld für die Bekämpfung des Klimawandels bereitstellen."Bild: privat / privatEin weiteres Problem, das auf Klimaflüchtende zukommt, ist, dass Klimakatastrophen als Fluchtgrund bisher politisch nicht in der Genfer Flüchtlingskonvention aufgeführt wurde. "Es fehlt eine einheitliche Definition davon, wer als Klimaflüchtling bezeichnet werden könnte, womit auch der Anspruch auf Asyl in einem anderen Land fehlt" , zeigt Vinke auf."Das heißt, dass alle Menschen, die versuchen, einen Schutzanspruch geltend zu machen, wahrscheinlich eher Gründe wie Krieg oder persönliche Verfolgung für Asyl nachweisen müssen." Könnten sie nur den Klimawandel als Migrationsgrund angeben, würden sie also rechtlich noch weniger Chancen auf Asyl haben. "Die größte Hürde ist der mangelnde Wille, gerade der reichen Nationen im Globalen Norden, der OECD-Länder."Um diesen Missstand zu ändern, spricht sich Vinke für die Einführung eines sogenannten Klimapasses aus, einem humanitären Visum, das nach dem Verursacherprinzip ausgeht: Damit würden Klimageflüchtete zum Beispiel aus Inselstaaten rechtlichen Zugang zu Industrienationen wie Deutschland erhalten, die Verursacher der Klimakrise sind. Seine Einführung jedoch halten beide Expert:innen für unrealistisch:"Die größte Hürde dabei ist natürlich der mangelnde Wille, gerade der reichen Nationen im Globalen Norden, der OECD-Länder", stellt Schraven klar."Ich denke, dass der Handlungsbedarf steigen wird. Gerade wenn wir immer schlimmere Klimafolgen sehen, wie etwa auch in Pakistan oder anderen Teilen der Welt, wo man sieht, dass große Teile des Staatsgebiets betroffen sind und die humanitäre Krise einfach sehr gravierend ist."
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