Erdbeben in Syrien: Erste EU-Hilfskonvois erreichen Grenze – nach über einer Woche

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Erdbeben in Syrien: Erste EU-Hilfskonvois erreichen Grenze – nach über einer Woche
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Mit tagelanger Verzögerung lässt Syrien Hilfsgüter ins Land. Die Unterstützung wird dringend benötigt – doch Hilfsorganisationen warnen: Falsches Entgegenkommen gegenüber dem Regime koste nur weitere Leben.

Zerstörte Häuser in der syrischen Region AleppoÜber das sogenannte EU-Katastrophenschutzverfahren beteiligen sich zwölf EU-Länder an den Hilfen für Syrien. Auch der Türkei wurden der Kommission zufolge von 18 EU-Staaten bereits Millionen von Hilfsgütern zur Verfügung gestellt, darunter Ausrüstungen für Notunterkünfte, Heizungen, medizinische Geräte, Hygieneartikel und Lebensmittel.

Der Nordwesten Syriens wird von Aufständischen kontrolliert, die weiterhin gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad inkämpfen. Nach Angaben der Uno wurden bei dem Erdbeben allein in diesem Teil des Landes mehr als 4400 Menschen getötet. Die syrische Regierung gab die Zahl der Todesopfer in den von ihr kontrollierten Gebieten mit 1414 an. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte, sie sei besonders besorgt über das Wohlergehen der Menschen im Nordwesten. Viele Menschen dort fühlten sich im Stich gelassen. Hilfslieferungen würden fast ausnahmslos in andere Teile des ausgedehnten Katastrophengebiets geschickt.Syriens Machthaber räumte bereits ein, dass die Katastrophe seinen Staat überfordert. »Das Ausmaß der Katastrophe und die Aufgaben, die wir übernehmen müssen, sind viel größer als die verfügbaren Ressourcen«, sagte Assad am vergangenen Montag in seiner ersten Fernsehansprache seit dem Erdbeben. Für die bis dahin geleistete Hilfe bedankte er sich bei den »arabischen Brüdern und Freunden«.Bislang fehlen im Nordwesten Syriens immer noch zahlreiche Hilfsgüter, erste Transporte von Uno und EU treffen erst jetzt einDas Beben hat Assads internationale Isolation nach mehr als elf Jahren Bürgerkrieg wieder gelockert. Erste Hilfe kam vor allem aus arabischen Staaten, darunter Saudi-Arabien, das einst die bewaffnete Opposition gegen Assad finanziert hatte. Hochrangige Diplomaten trafen sich mit ihm in Damaskus, darunter auch der jordanische Außenminister am Mittwoch. Es war das erste derartige Treffen seit Beginn des Krieges. »Jedes Entgegenkommen gegenüber dem Assad-Regime gefährdet zusätzliche Leben, anstatt sie zu beschützen«Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass fast neun Millionen Syrer von dem Beben betroffen sind. Sie beziffern die Kosten für humanitäre Hilfe allein für die kommenden drei Monate auf etwa 400 Millionen Euro. Das Regime hofft offenbar bereits, davon zu profitieren. Staatschef Assad sagte kürzlich, die Katastrophe sei »eine Gelegenheit«, um Probleme zu lösen, die sich im Land aufgestaut hätten. Hilfsorganisationen warnen jedoch davor, dem Regime nach der verheerenden Katastrophe erneut die Tür zu öffnen. Svenja Borgschulte, Sprecherin der deutschen Hilfsorganisation »Adopt a Revolution«, die seit 2011 die syrische Zivilgesellschaft unterstützt, sagte dem SPIEGEL, das Erdbeben ändere nichts am Terror in Syrien: »Syrien unter Assad ist unverändert ein Folterstaat, der seine eigene Bevölkerung tötet und unterdrückt.«

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