Ostdeutschland liegt bei der Wirtschaftskraft hinter dem Westen. Ostdeutsche Hochschulen sind jedoch innovativer, zeigt eine Studie. Woran liegt das?
sieht sich auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch vielen Vorurteilen ausgesetzt. Viele Rechte, geringe Bildung, kaputte Infrastruktur, ärmere Bevölkerung: aus Sicht vieler stehen diese Dinge sinnbildlich für den Osten.
Sogenanntes Köln ist nun ein weiterer Beleg dafür, dass Ostdeutschland dem Image des personifizierten Rückstands nicht gerecht wird. Denn der Osten kann durchaus als innovativer betrachtet werden als der Westen, zumindest was die Anmeldungen von Patenten an Hochschulen angeht. Die Studie zeigt: Gemessen an der Anzahl der Studenten verzeichnen die Hochschulen in Ostdeutschland die meisten Patentanmeldungen.Doch warum sind ostdeutsche Hochschulen offenbar so viel innovativer als westdeutsche? Und könnte das die Schere zwischen Ost und West in Bezug auf die Wirtschaftskraft in Zukunft möglicherweise verkleinern?Ich bin damit einverstanden, dass die Berliner Verlag GmbH meine E-Mail-Adresse speichert und mich über weitere Beiträge informiert. Die Adresse wird ausschließlich zum Newsletter-Versand genutzt und nicht weitergegeben. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.Auffällig in der Studie ist allerdings vor allem, dass bei der größenbereinigten Patentaktivität – also den Patentanmeldungen bezogen auf die Anzahl der Studierenden – ostdeutsche Hochschulen vor denen im Westen liegen. Spitzenreiter ist die Technische Universität Bergakademie Freiberg mit 23,6 Anmeldungen von Patenten je 1.000 Studenten. Zwar liegt Baden-Württemberg im Bundesländervergleich bei der Gesamtanzahl der Patente vorne. Bei den Patenten bezogen auf die Anzahl der Studenten sieht es jedoch anders aus. „Mit einer Gesamtleistung von jeweils 5,1 Patentanmeldungen je 1.000 Studenten übertreffen die Hochschulen Sachsens und Thüringens den Bundesschnitt von 2,0 um mehr als das Doppelte“, so das Ergebnis der Studie.„Die Ergebnisse spiegeln die traditionell stärker technisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung der ostdeutschen Hochschulen wider“, betont Oliver Koppel, Teamleiter der Patentdatenbank und Mitautor der IW-Studie, gegenüber der Berliner Zeitung. Diese „innovationsförderliche Tradition“ setze sich bis in die Hochschulleitungen fort, die in Ostdeutschland einen deutlich größeren Wert auf Forschung, Entwicklung und Patentanmeldungen lege und „diese in den Zielvereinbarungen des Hochschulpersonals stärker einfordert“. Die Patentleistung lasse sich jedoch nicht auf die Region insgesamt verallgemeinern, da der Großteil der Innovations- und Patentaktivität in den Unternehmen stattfinde. „Hier hat Westdeutschland aufgrund seiner deutlich höheren Dichte an Konzernzentralen die Nase vorn“, so Koppel.Die Datenerhebung des IW zu den Patentanmeldungen der deutschen Hochschulen ist bereits die zweite ihrer Art. „In ihrer Gesamtleistung inklusive angegliederter Institutionen verteidigt die Technische Universität Dresden mit insgesamt 284,8 Patentanmeldungen ihre Spitzenposition“, heißt es. Auf Anfrage der Berliner Zeitung erklärt der Direktor des Exzellenzcenters für Innovation, Transfer und Entrepreneurship an der TU Dresden, Andreas Pinkwart, die Gründe für den Erfolg: „Es verbinden sich Forschungsexzellenz in mehreren Schlüsseltechnologien mit der Bereitschaft zur engen Kollaboration mit Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft und der Begeisterung und dem Mut, diese Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.“ Die TU Dresden betont, dass auch die Unterstützung der sächsischen Landesregierung zur Innovationskraft beitrage. „Der Freistaat und seine Hochschulen haben dem Patentwesen stets eine große Aufmerksamkeit beigemessen und entsprechendes Know-how aufgebaut“, so Pinkwart. Die TU Dresden werde daher auf diesem Gebiet ihre Anstrengungen in Zukunft weiter erhöhen. Oliver Koppel ist sich sicher, dass diese Bemühungen auf Sicht auch der ostdeutschen Wirtschaft helfen könnte. „Insbesondere über Ausgründungen, aber auch über Lizenzierungen oder den Verkauf an Unternehmen kann der Wirtschaftsstandort Ostdeutschland von der Patentleistung seiner Hochschulen profitieren.“
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Arbeit: Studie: Ostdeutsche profitieren besonders vom MindestlohnDüsseldorf - Der gesetzliche Mindestlohn hat die Einkommen von Geringverdienern einer Analyse zufolge deutlich erhöht, besonders in Ostdeutschland. Das
Weiterlesen »
Studie: Ostdeutsche profitieren besonders vom MindestlohnDüsseldorf - Der gesetzliche Mindestlohn hat Experten zufolge einen positiven Effekt für Geringverdiener. Regional gibt es jedoch Unterschiede.
Weiterlesen »
Studie: Ostdeutsche profitieren besonders vom MindestlohnDer gesetzliche Mindestlohn hat Experten zufolge einen positiven Effekt für Geringverdiener. Regional gibt es jedoch Unterschiede.
Weiterlesen »
Studie: Ostdeutsche profitieren besonders vom MindestlohnDer gesetzliche Mindestlohn hat Experten zufolge einen positiven Effekt für Geringverdiener. Regional gibt es jedoch Unterschiede.
Weiterlesen »
Studie: Ostdeutsche profitieren besonders vom MindestlohnDÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der gesetzliche Mindestlohn hat die Einkommen von Geringverdienern einer Analyse zufolge deutlich erhöht, besonders in Ostdeutschland. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts-
Weiterlesen »
Studie: Ostdeutsche Hochschulen stark bei PatentanmeldungenKöln - Der deutsche Osten ist mit Blick auf Erfindungen und den dazugehörigen Schutz der Ideen besonders erfolgreich. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hervor
Weiterlesen »
