Ukraine-Krieg im Liveticker
Die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand wird bei den Angriffen in der Nacht schwer beschädigt.
"Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters", schreibt der Militärgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Bilder der Schäden am jahrhundertealten Höhlenkloster in Kiew machen in sozialen Netzwerken schnell die Runde - wobei unklar ist, ob die weltberühmte Pilgerstätte wegen direkter Einschläge russischer Geschosse oder durch herabfallende Trümmer nach dem Einsatz der Flugabwehr in Brand geraten war. Flammen züngeln aus dem Dach unter den vergoldeten Kuppeln der Mariä-Entschlafens-Kathedrale.
Die Klosteranlage auf den Hügeln am Fluss Dnipro steht unter dem Schutz der UN-Kulturorganisation Unesco und gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe. Ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Herzstück ist die 1941 im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst Ende der 1990er Jahre wieder aufgebaute Kathedrale.
Erneut sollen russische Soldaten gezielt Zivilisten in der Ukraine angegriffen haben. Eine russische Drohne mit First-Person-View sei in der Nähe von Menschen an einer Bushaltestelle im Bezirk Saporischschja explodiert, teilt Gouverneur Iwan Fjodorow mit. Ein 44-jähriger Mann sei getötet und ein 17-jähriger Junge verletzt worden. Bei russischen Angriffen auf die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine sind dem ukrainischen Innenminister Ihor Klymenko zufolge fünf Rettungsarbeiter getötet worden.
Mindestens fünf weitere Menschen seien dabei verletzt worden, schreibt Klymenko im Onlinedienst Telegram. Die Einsatzkräfte seien bei Löscharbeiten angegriffen worden. Zuvor hatte der Regionalgouverneur von Charkiw, Oleh Synehubow, erklärt, bei russischen Raketenangriffen seien zwei Menschen schwer verletzt worden. Als Reaktion auf die russischen Luftangriffe auf die Ukraine lässt Polen eigene Kampfjets aufsteigen.
Zudem werden bodengestützte Luftabwehrsysteme und die Radaraufklärung in Bereitschaft versetzt, teilen die polnischen Streitkräfte auf der Plattform X mit. Die Maßnahmen sind den Angaben zufolge präventiver Natur. Sie dienen dem Schutz des eigenen Luftraums, insbesondere in den an die Ukraine grenzenden Gebieten. Bei einem massiven russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew wurden nach Behördenangaben fünf Menschen verletzt.
Wie der Leiter der Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, mitteilt, geriet durch den Angriff das als historisches Wahrzeichen geltende Kiewer Höhlenkloster nach einem direkten Treffer in Brand. Zudem stehe ein Hochhaus in Flammen. Bürgermeister Witali Klitschko zufolge sind 140.000 Einwohner nach Beschädigungen an Oberleitungen derzeit ohne Strom. Trümmer abgeschossener Drohnen hätten weitere Häuser und Autos in Brand gesetzt.
Die ukrainische Luftwaffe warnt vor anhaltenden Drohnenangriffen. Die russische Armee greift die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen an. In der Innenstadt sind knapp zwei Dutzend Explosionen mutmaßlich von der Flugabwehr zu hören. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge gibt es in drei Stadtteilen Einschläge.
Es kommt demnach zu Stromausfällen. Zudem seien Brände ausgebrochen. Über mögliche Opfer wird vorerst nichts bekannt. Die EU beginnt am heutigen Montag am Rande eines Außenministertreffens in Luxemburg die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau.
Im ersten Verhandlungsabschnitt geht es um das Justizsystem, den Grundwerteschutz und Sicherheit. Die Kandidatenländer müssen dabei unter anderem nachweisen, dass ihre Rechtssysteme, der Grenzschutz und die Polizei den EU-Standards entsprechen. Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau waren eigentlich bereits im Juni 2024 formal begonnen worden. Ungarn blockierte jedoch die Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts der EU mit der Ukraine durch ein Veto.
Erst nach der Abwahl des russlandnahen Regierungschefs Viktor Orbán im April kam wieder Bewegung in den Prozess. Der Militärblog Deepstate, der dem ukrainischen Militär nahesteht, macht an einem Frontabschnitt in der östlichen Region Donezk einen Fortschritt auf Seiten russischer Truppen aus. Diese seien in der Nähe der Stadt Pokrowsk vorgerückt.
In der südukrainischen Region Cherson trennt der Fluss Dnipro russische und ukrainische Truppen voneinander – immer wieder kämpfen sie auch um Inseln in dem Flussgebiet mit mehreren Mündungsarmen.berichtet ein ukrainischer Marine-Kommandeur von einem Erfolg. Die Marinesoldaten hätten die russischen Besatzer von einem Teil der Inseln vertrieben, die zwischen den Städten Cherson und Oleschky liegen, sagt er demnach dem ukrainischen Dienst von Radio Free Europe/Radio Liberty.
Auch sei es den ukrainischen Streitkräften gelungen, russische Soldaten aus der Stadt Oleschky auf der anderen Seite des Flussgebiets zurückzudrängen. Die Infanterie habe die Nachschubwege der Russen abgeschnitten, erklärt der Kommandeur. Ein 22-jähriger Mann ist im Krankenhaus gestorben, nachdem er am 2. Juni bei einem russischen Angriff auf Dnipro verletzt worden war.
Das gibt der Gouverneur der ukrainischen Region Dnipropetrowsk bekannt. Die Ärzte hätten bis zuletzt um sein Leben gekämpft, schreibt er. Insgesamt starben 17 Menschen infolge des Angriffs auf die Großstadt. Dort war ein vierstöckiges Wohngebäude nach Beschuss eingestürzt.
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