90.000 Euro erbeutet: Koffer-Masche kommt nicht nur Airlines teuer zu stehen

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90.000 Euro erbeutet: Koffer-Masche kommt nicht nur Airlines teuer zu stehen
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Wer in den Urlaub fliegt oder auch geschäftlich mal verreisen muss, kennt das mulmige Gefühl im Bauch, wenn am Gepäckband die Wartezeit immer länger wird. ...

Wer beim Flug Koffer oder anderes Gepäck verliert, ärgert sich nicht nur, sondern muss sich auf Entschädigungen verlassen können. Das haben Betrüger:innen jetzt im großen Stil ausgenutzt und ordentlich Kasse gemacht.

Wer in den Urlaub fliegt oder auch geschäftlich mal verreisen muss, kennt das mulmige Gefühl im Bauch, wenn am Gepäckband die Wartezeit immer länger wird. Ohne Koffer dazustehen und sich dann um Ersatz und Entschädigung kümmern zu müssen, ist keine Kleinigkeit, sondern kostet Nerven, Zeit und Geld. Es sei denn, man macht den Verlust des Gepäckstücks selbst zum Geschäftsmodell, wie es eine mutmaßliche Betrügergruppe aus Spanien getan hat. Hauptsächlich am Flughafen in Madrid sollen die Kriminellen sich".

Eine erwachsene Person reiste mit einem Kind auf einem inländischen Billigflug und buchte ein Aufgabegepäckstück dazu. Am Zielort nahm das Kind den Koffer vom Band und verließ alleine das Flughafengebäude. Der Erwachsene meldete den Koffer währenddessen am Schalter für vermisste Gepäckstücke als verloren. Die anschließende Suche der Airlines musste ins Leere laufen, weil das Gepäck ja tatsächlich längst aus dem Ankunftsbereich verschwunden war – nur eben nicht ins Unbekannte, sondern sich eigentlich wieder bei den Besitzer:innen befand.

In den Schadenersatzforderungen sollen Gegenstände im Wert von 1500 bis 1800 Euro angegeben worden sein. Diese Beträge lagen auffällig nah an der internationalen Erstattungsobergrenze für verlorenes Gepäck. Die"Süddeutsche Zeitung" nennt 1519 sogenannte Sonderziehungsrechte. Das ist eine Recheneinheit des Internationalen Währungsfonds.

Der maximale Erstattungsbetrag entspreche aktuell umgerechnet rund 1811 Euro. Aufgefallen ist der Fall offenbar wegen eines simplen Fehlers. Bei den Schadenersatzforderungen sollenworden sein. Die betroffene Fluggesellschaft, deren Name nicht genannt wird, bemerkte das nach mehreren Fällen und schaltete die spanischen Behörden ein.

Insgesamt sollen die Betrüger:innen bis dahin in 71 Fällen abkassiert haben. 22 Personen wurden laut Bericht der Süddeutschen ermittelt. Für echte Gepäckverluste gelten klare Regeln. Das Montrealer Übereinkommen regelt seit Jahren, wann Airlines bei beschädigtem, verspätetem oder verlorenem Gepäck haften. Ein Koffer gilt demnach in der Regel erst dann als verloren, wenn er 21 Tage nach der Reise nicht ausgehändigt wurde.

Reisende können notwendige Ersatzkäufe geltend machen, wenn sie diese belegen können. Bei einem endgültigen Verlust ersetzt die Airline den nachgewiesenen Wert des Gepäcks und seines Inhalts, allerdings nur bis zur geltenden Haftungsgrenze.

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