Alexander Zverev: Diabetes-Diagnose mit 4 Jahren - so meistert er den Leistungssport

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Alexander Zverev: Diabetes-Diagnose mit 4 Jahren - so meistert er den Leistungssport
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Alexander Zverev leidet seit seinem vierten Lebensjahr an Typ-1-Diabetes, einer Autoimmunerkrankung, die die Insulinproduktion verhindert. Trotz der chronischen Erkrankung hat er sich zu einem der besten Tennisspieler der Welt entwickelt. In diesem Artikel erfährst du, wie Zverev seinen Diabetes im Alltag und während des Trainings und der Matches managt, sowie die Herausforderungen und Erfolge, die er dabei erlebt hat.

Alexander Zverev beweist, dass sich Spitzensport und eine Diabetes -Erkrankung nicht ausschließen. Doch worum handelt es sich dabei genau und auf was muss das Tennis -Ass achten?

Diabetes Typ 1 verstehen

Diabetes Typ 1 ist anders als Diabetes Typ 2, welcher häufig auf mangelnde Bewegung und schlechte Ernährung zurückzuführen ist, eine Autoimmunerkrankung. Bei dieser greift das eigene Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört diese. Aus diesem Grund kann der Körper kein oder kaum Insulin herstellen. Dieses Hormon ist jedoch nötig, um den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren, wo er als Energie genutzt werden kann.

Fehlt Insulin, steigt der Blutzuckerspiegel stark an, was sowohl kurz- als auch langfristige Gefahren mit sich bringt. Diabetes Typ 1 ist zwar nicht heilbar, lässt sich jedoch inzwischen gut behandeln. Die Behandlung besteht darin, das fehlende Insulin lebenslang zu ersetzen, anders ist der Patient nicht überlebensfähig. Der Blutzucker wird regelmäßig mit einem Blutzuckermessgerät oder einem kontinuierlichen Glukosemesssystem kontrolliert.

Die gemessenen Werte helfen dabei, die Insulindosis anzupassen und den Blutzucker möglichst im Zielbereich zu halten. Seit wann ist Alexander Zverev an Diabetes erkrankt? Typ-1-Diabetes tritt häufig im Kindes- oder Jugendalter auf, kann aber auch Erwachsene betreffen. Alexander Zverev hat bereits seit seinem vierten Lebensjahr Typ-1-Diabetes.

Alexander Zverevs Umgang mit Diabetes

Die Diagnose erhielt er im Jahr 2001. Zverev hielt die Erkrankung aus Sorge vor Vorurteilen im Profisport lange privat und ging erst im August 2022 an die Öffentlichkeit. Alexander Zverev nutzt Berichten zufolge zwar eine Insulinpumpe im Alltag, jedoch nicht während seiner Matches. Stattdessen nutzt er ein System zur kontinuierlichen Glukosemessung, dessen Sensor er am Körper trägt, und injiziert sich das benötigte Insulin bei Bedarf manuell mit einem Insulin-Pen.

Als Typ-1-Diabetiker darf Zverev sein Handy zur Kontrolle seiner Glukosewerte nutzen. Der All England Club bestätigte "BBC Sport", dass die Grand-Slam-Turniere eine Liste diabetischer Spieler führen - und diese Spieler ihr Handy zur Überwachung sowie für nötige Insulin-Injektionen verwenden dürfen. Zverev kann den Verlauf seiner Zuckerwerte mit der Hilfe einer App tracken. Das Gerät befindet sich allerdings im Flugmodus, was bedeutet, dass ihn keine Nachrichten erreichen können.

"Man kann mit Diabetes alles erreichen", stellt Zverev klar, dem als Kind gesagt wurde, dass Leistungssport mit einer solchen Erkrankung praktisch unmöglich sei. "Das Wichtigste ist, dass man keine Angst haben darf und dass man sich keine Grenzen setzen darf", machte er deutlich. Zverev ist es zudem wichtig, dass man kein Mitleid mit ihm hat und die "Krankheit als Ausrede benutzt, um Niederlagen zu erklären". Stattdessen wolle er zeigen, dass man" trotz dieser Krankheit vieles erreichen kann".

Zudem könne und solle man auch als Diabetiker "ein normales Leben führen". Allerdings sei die Erkrankung so etwas wie sein "zweites Spiel" auf dem Platz, der er immer Aufmerksamkeit schenken müsse.

Leistungssport mit konsequentem Selbstmanagement

"Die Kontrolle meines Zuckerwertes ist immer präsent", stellte er klar. Auf die Veränderungen der Werte zu reagieren, sei Teil seiner Aufgabe. Zverev teilt alles in allem die Auffassung, dass Leistungssport trotz Typ-1-Diabetes möglich ist, aber nur mit konsequentem Selbstmanagement. Er betont, dass Diabetes tägliche Disziplin und Aufmerksamkeit verlangt, jedoch kein Grund ist, auf ambitionierte sportliche Ziele zu verzichten.

Schwankungen im Zuckerspiegel können die Konzentration, Reaktionsfähigkeit, Ausdauer und Kraft beeinflussen. Bei Unterzuckerungen kommt es häufig zu Symptomen wie Zittern, Schwäche, Verwirrtheit oder Leistungseinbrüchen. Derartiges lässt sich durch die ständige Überprüfung des Wertes aber im Normalfall verhindern. Diabetiker laufen außerdem größere Gefahr, zu dehydrieren, was insbesondere bei heißen Temperaturen zum Problem werden kann.

Zverev hatte beispielsweise bei den French Open mit einer Dehydrierung zu kämpfen, war dabei jedoch nicht der einzige Profi. Zverev zufolge können insbesondere der Stress und die Wettkampfsituation den Zuckerwert beeinflussen. Bei stabilen Werten spüre er keinen Unterschied zu anderen Profis; bei starken Schwankungen könne er sich langsamer fühlen oder schlechter reagieren. Halbfinale in Halle gegen Taylor Fritz, obwohl sein Blutzucker tatsächlich niedrig war.

Dadurch spritzte er nach eigener Aussage zu viel Insulin und geriet in eine Unterzuckerung. Daraufhin habe er 350 Gramm Zucker zu sich nehmen müssen. Zu einem kuriosen Vorfall kam es zudem im Jahr 2023 bei den French Open. Im Achtelfinale gegen Grigor Dimitrov wollte Zverev nach dem zweiten Satz sein Insulin verabreichen, was sich jedoch als Fehler entpuppt hätte, denn der Satz dauerte nur 45 Minuten.

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