Apple TV+ hat nur rund 300 Titel, überzeugt aber mit Qualität. Seit 2019 investierte Apple über 20 Milliarden Dollar und führt die IMDb-Rankings an.
Apple TV+ hat im Vergleich zu Netflix mit fast 8.000 Titeln nur rund 300 Inhalte im Programm, führt jedoch seit fünf Jahren die IMDb-Rankings an. Der Streamingdienst startete 2019, als Netflix bereits über 3.000 Titel und jahrelangen Vorsprung hatte. Statt die Plattform mit Inhalten zu fluten, setzte Apple auf Qualität statt Quantität und investierte in aufwendig produzierte Eigenproduktionen.
Strategie: Qualität statt Quantität
Seit 2019 hat Apple insgesamt über 20 Milliarden Dollar in Eigenproduktionen für seinen Streamingdienst investiert. Diese Strategie zahlt sich aus: Laut aktuellen IMDb-Auswertungen erreicht Apple TV+ mittlerweile mit 7,08 den höchsten Durchschnittswert aller großen Streamingdienste und liegt damit vor Netflix, Disney+ und Prime Video. Dies gelang zum zweiten Mal in Folge.
Apple muss im Gegensatz zu Netflix nicht davon leben, dass die Streamingplattform Gewinne abwirft. Der Konzern erwirtschaftet bereits 93 Milliarden Dollar Nettogewinn pro Jahr mit iPhones, iPads und Co. Eine Serie oder ein Film muss also kein immens großes Geschäft einbringen. Es geht eher um Prestige, Talente und kulturelle Identität. Das merkt man auch an der Qualität der Kamera- und Tonarbeit und des Produktionsdesigns von Apple-Produktionen.
Vergleich mit HBO und Netflix
Vor Jahrzehnten baute HBO seinen Ruf auf einer sehr ähnlichen Prämisse auf: weniger Titel, mehr Budget pro Titel und Kreative mit echter Kontrolle. Der Slogan lautete sinngemäß, dass es kein normales Fernsehen sei, sondern HBO. Deshalb konnten nur dort bestimmte Produktionen entstehen. Diesen Geist verlor HBO, als es 2022 mit Discovery fusionierte, weil sich der Fokus des Unternehmens zunehmend veränderte: Aus dem früher eher kreativ geführten Premiumsender wurde ein großer Konzern, der vor allem Wachstum, Einsparungen und möglichst breite Massenattraktivität erreichen sollte.
Netflix produzierte beispielsweise ein hochkarätiges Mafia-Epos für rund 150 Millionen US-Dollar, das schließlich zehn Oscar-Nominierungen einheimsen konnte. Das Kalkül war klar: Prestige zieht Abonnent*innen und genau diese Strategie funktionierte auch für eine Weile. Doch dann wogen die Defizite aufgrund der Investitionen schwerer als die künstlerischen Ambitionen. Heute produziert Netflix Fortsetzungen, Spin-offs und alles, was die Masse anziehen könnte. In den vergangenen acht Jahren gab es bis auf Ausnahmen wie im Jahr 2022 als erster und bisher einziger Streamingdienst überhaupt den Oscar für den Besten Film gewonnen.
Erfolge bei Oscars und Emmys
Apple TV+ konnte mit Filmen wie mit Brad Pitt in den vergangenen Jahren gleich mehrere Nominierungen bei den Oscars einheimsen und verdeutlicht das Qualitätsmerkmal von Apple TV. Doch nicht nur bei Filmen setzt Apple TV auf höchste Qualität. Auch im Serienbereich hat der Streamingdienst inzwischen einige der besten Produktionen der vergangenen Jahre hervorgebracht. Was dabei herauskommt, wenn eine Plattform Risiken eingehen kann, ohne auf sofortige Rendite angewiesen zu sein? Eine Auswahl: eine Serie mit einer der originellsten Prämissen von modernen Serien. 2026 gewann sie Emmys für Schnitt, Production Design, Ton, Originalmusik, Drehbuch und Schauspiel.
Alle vier Staffeln sind einfach klasse: Eine geniale Action-Serie zeigt einen The Boys-Star von einer ganz anderen Seite. Diese Beispiele unterstreichen, wie Apple TV+ durch seine Strategie nicht nur Prestige gewinnt, sondern auch qualitativ hochwertige Inhalte für Streaming-Nutzer bietet.
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