Arminia-Coach Kirch: „So macht Fußballspielen keinen Sinn“

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Arminia-Coach Kirch: „So macht Fußballspielen keinen Sinn“
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Nach dem frühen Gegentreffer durch den Ex-Arminen Telalovic kämpft sich der DSC zur 2:1-Führung. Nachdem Coach Kirch durchgewechselt hat, fällt der Ausgleich.

Nach dem frühen Gegentreffer durch den Ex-Arminen Telalovic kämpft sich der DSC zur 2:1-Führung. Nachdem Coach Kirch durchgewechselt hat, fällt der Ausgleich. Bielefeld. Drei Wochen Pause und das nach erst sechs Spieltagen.

Die erstmals im großen Rahmen veranstaltete Unterbrechung des Ligabetriebs zieht bei den Vereinen einige Neuplanungen nach sich. Ließ sich ein einzelnes freies Länderspiel-Wochenende im regelmäßigen Trainingsbetrieb auffangen, so muss bei dieser langen Auszeit die Spannung gezielter aufrechterhalten werden. Arminia Bielefeld setzte sich mit Rot-Weiss Essen auseinander, auch weil die Verantwortlichen dem Team aus dem Ruhrgebiet ähnliche Spielanlagen bescheinigten, wie sie der nächste Gegner VfL Bochum haben soll.

Am Ende stand ein 2:2, bei dem der DSC einen 0:1-Rückstand zunächst gedreht hatte und erst am Ende noch den Ausgleich kassierte. Arminia hatte mit dem Drittligisten einen ernst zu nehmenden Testspielgegner eingeladen. Damit befanden sich die Bielefelder in guter Gesellschaft, denn viele Zweitligisten hatten bei der Auswahl ihrer Sparringspartner maximal ein Regalbrett tiefer gegriffen. Hannover 96 testete gegen den SC Verl, der 1.

FC Nürnberg hatte Ingolstadt zu Gast. Die beiden kommenden Arminia-Gegner VfL Bochum und VfL Osnabrück traten sogar gegeneinander an und zahlreiche Klubs aus dem Unterhaus maßen ihre Kräfte mit Bundesligisten. Duelle gegen Ober- oder Regionalligisten haben dagegen so gut wie nicht stattgefunden. Oliver Kirch musste gegen den Drittliga-Dritten auf die zu Nationalmannschaftslehrgängen eingeladenen Henri Koudossou , Till Wegener und Eyyüb Yasar verzichten.

Außerdem wurden die Stürmer David Min und Joel Grodowski geschont. Der DSC-Coach bastelte aus dem vorhandenen Personal eine ungewöhnliche Startelf, in der mit Bauer, Großer und Felix gleich drei Innenverteidiger aufliefen. Vorne gab es mit Momuluh und Boakye eine Doppelspitze.

„Die Idee war, nochmal zu üben, was wir gegen individuell starke Gegner im Repertoire haben“, sagte Kirch. Die Stabilität gegen den Ball sollte aus Bielefelder Sicht ein Schwerpunkt in dieser Auseinandersetzung sein. Bis zur 10. Minute hielten sich die Gastgeber an den Fahrplan, dann flankte Essen Marvin Obuz recht unbedrängt aus dem rechten Halbfeld lang in den Strafraum, wo Ex-Armine Semir Telalovic im Rücken von Max Großer Maß nahm und den Ball mustergültig zum 0:1 in die Maschen köpfte.

Karo einfach nennt man so etwas.

„Das war sehr sorglos“, so Kirch. Arminias erstes kleines Ausrufezeichen setzte Thaddäus Momuluh in der 22. Ein kurzer Antritt auf der rechten Seite und ein Haken nach innen brachte ihn in Schussposition. Der Ball ging am rechten Pfosten vorbei.

Vier Zeigerumdrehungen später schaffte es Boakye, den Ball völlig frei aus fünf Metern übers Tor zu befördern. Momuluh hatte zuerst an- und dann abgezogen, Essens Keeper Jakob-Karl Golz klatschte nach schräg vorne ab, wo Boakye von der Vorlage überrascht wurde. Immerhin: Arminia wurde auffälliger. Boakye fand fast von der Grundlinie Jensen im Strafraum, der, statt es direkt zu versuchen, auf Wörl weiterleitete.

Dessen Schuss wurde geblockt. . Hagmanns Schuss zischte in der 40. knapp am linken Pfosten vorbei.

Der anschließende Eckball krachte, geköpft von Joel Felix, an die Latte. Nach einem weiteren gehaltenen Hagmann-Schuss war Pause. Neue Erkenntnisse hatten die 879 Zuschauer an der Friedrich-Hagemann-Straße bis dahin kaum gewonnen. Ein zu einfaches Gegentor und zahlreiche vergebene Arminia-Chancen.

So manches Ligaspiel hatte das gleiche Muster.

„Das war sinnbildlich. So macht Fußballspielen keinen Sinn“, gab Kirch zu. Torwart Leo Oppermann , Mittelstürmer Vicent Ocansey aus der 2. Mannschaft und Leon Schneider kamen nach der Pause.

Ocansey stopfte die Lücke, die der Ausfall von Grodowski und Min gerissen hatte. Und der Mann aus der Reserve führte sich prima ein. Nach gutem Vorstoß von Großer über die rechte Seite dribbelte Momuluh in den Strafraum und servierte für Wörl. Der vergab, aber der Ball prallte vor die Füße des langen Stürmers, der zum 1:1 einschob.

In der 62. war Schluss für die beiden emsigen Außenstürmer Momuluh und Boakye. Jannik Rochelt und Arne Sicker kamen. Später folgten Sam Schreck, Marvin Mehlem und Isaiah Young für Wörl, Hagmann und Jensen. Und „Isi“ Young machte das, was er auf dem Trainingsplatz schon am Dienstag häufig getan hat: er traf.

Nach schönem Doppelpass mit Schreck im rechten Strafraum zog der 28-Jährige aufs Tor zu und versenkte zum 2:1 . Mit der Hereinnahme von Leo Weichert , Daniel Richter und Jermaine Camara verteilte Kirch nach der 78. dann Spielpraxis. Von seinem Stammkader hatte der Coach offenbar ausreichend Eindrücke gesammelt.

Essen Attila Yapar glich in der wenig aussagekräftigen Konstellation dann noch zum 2:2 aus. Trotzdem schimpfte Kirch: „Es ärgert mich schon. Das letzte Tor fiel nach vielen Wechseln. Deswegen hänge ich das nicht zu hoch.

Aber auch in der Konstellation müssen wir das Spiel gewinnen. Das war vermeidbar. “

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