Solidarität am Alexanderplatz: Im Haus der Statistik sammelt der belarussische Verein Razam Hilfsgüter für die Ukraine. Aber auch andernorts in Berlin ist die Hilfsbereitschaft für Geflüchtete und Kriegsopfer in der Ukraine groß. StandWithUkraine
Solidarität am Alexanderplatz: Im Haus der Statistik sammelt der belarussische Verein Razam Hilfsgüter für die Ukraine.Silvia Grave hat genau gesehen, dass Franziska Giffey Tränen in den Augen hatte. Grave ist einer von Hunderten Menschen, die am Donnerstag im Untergeschoss des Hauptbahnhofes stehen und dort ihre Wohnung für ukrainische Flüchtlinge anbieten.
Einen Tag zuvor, gleicher Ort: In der unteren Halle des Berliner Hauptbahnhofs blickt Denis an einem Willkommensschild vorbei, eine ukrainische Flagge auf Pappe, jeden Moment könnten noch mehr Menschen ankommen. Die meisten, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, nehmen den Zug über Polen oder Tschechien. Es könnten Hunderten sein, Denis ist sich nicht sicher. An seinem ersten Tag als freiwilliger Helfer waren es 600 ukrainische Flüchtlinge am Hauptbahnhof.
Auch Evans Nadi konnte die Ukraine verlassen. Der 37-jährige Nigerianer kam vor vier Jahren nach Kiew, er wollte selbst erfahren, was er über die wachsende Start-up-Szene der Stadt gehört hatte. Anfang 2022 lief alles noch gut für ihn, er studierte und hatte eine Wohnung am Chreschtschatyk, dem zentralen Boulevard von Kiew. Dort lebte Nadi gemeinsam mit seiner Freundin Yana Tolotschina und dem achtjährigen Andrei. Das Paar wollte in Kiew heiraten.
Swetlana Rempowitsch ist überfordert. Sie weint, sie hat Angst um ihren Mann Witaly, den sie zurücklassen musste. Sie hat Schuldgefühle, denn sie ist die Einzige in ihrer Familie, die sich die Busreise aus Dnipro nach Polen leisten konnte. Jetzt steht sie im Hauptbahnhof, allein mit ihrem Koffer. Natalia hat auch an diesem Tag wieder schlecht geschlafen, immerhin sechs Stunden, zuletzt waren es oft eher drei. Spenden annehmen, Lieferungen koordinieren, und dann beginnt der Stress wieder von vorn. „Ich sage den Leuten, die hierherkommen, dass wir die Tränensäcke unter meinen Augen benutzen können, um die Sachen zum Lieferwagen zu tragen“, sagt Natalia mit einem schiefen Lächeln.
Die Zeit wurde angehalten. An der Wand hinter Evgeni Fedarovich hängt eine Digitalanzeige, jeden Tag ist jetzt hier, im Haus der Statistik am Alexanderplatz, der 9. August 2020, genau 20 Uhr. Damals schlossen die Wahllokale in Belarus, und falls es am Abend noch Hoffnungen gegeben hatte, dass der Volkswille des Wandels mehr zählt als der Wille zum Machterhalt des Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka, dann waren diese am Morgen zerstoben.
Mittwochabend, kurz vor 19 Uhr, am Berliner ZOB warten Menschen in Warnwesten. Sie wollen einen Bus aus der polnischen Kleinstadt Rzeszow in Empfang nehmen. Sie wissen nicht, wie viele Flüchtlinge aussteigen werden, wer ihre Hilfe benötigen wird. Rzeszow ist 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Auf die Frage, ob er sich rassistisch diskriminiert gefühlt habe, seufzt Singh erneut, nickt und schaut auf seine Füße. „Aber jetzt bin ich sicher.“ Er ist froh, dass er nicht nach Lwiw zurückgeschickt worden ist wie sein indischer Klassenkamerad. Die Reise von Aniket Singh ist in Berlin noch nicht zu Ende. Nach zwei Stunden fährt er mit einem weiteren Bus nach Frankfurt, dort lebt ein alter Schulfreund.
Wer den Intermarkt Stolitschniy wieder verlässt, wird kaum anders können, als dieses Plakat anzustarren. Vier halb nackte Männer mit Engelflügeln stehen da in einem aufsteigenden Wolkennebel, ihre Blicke sind erwartungsvoll nach oben gerichtet, als würde es tatsächlich noch einen Gott gegen, darüber steht: „Moscow Boys Tarzan Show“. Anfang April sollen sie nach Berlin kommen.
Keinerlei Verständnis hat Dudana Mazmanishvili für Menschen, die die Aggression in der Ukraine noch immer verteidigen, und sie findet es völlig richtig, wenn Opernhäuser oder Festivals das Engagement von Künstlern beenden, wie in den Fällen von Walery Gergijew oder Anna Netrebko, die sich nicht vom Vorgehen des russischen Präsidenten Putin distanzieren. Und: „Ich verstehe auch diejenigen nicht, die jetzt noch schweigen.
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