Bei einer Autobombe in der russischen Stadt Nowomoskowsk wurde Roman Syromjatnikow getötet, dem die Ukraine Folter an Kriegsgefangenen vorwirft.
In der russischen Kleinstadt Nowomoskowsk in der Region Tula explodierte am Freitag eine Bombe unter einem fahrenden Auto. Dabei wurde der Fahrer getötet, wie die lokale Zeitung Nowomoskowsk Today berichtete. Bei dem Toten soll es sich um Roman Syromjatnikow (47) handeln, einen ehemaligen Mitarbeiter des russischen Strafvollzugs, gegen den die Ukraine schwere Foltervorwürfe erhebt.
Hintergrund und Identität des Opfers
Nach der Detonation rollte das Fahrzeug noch weiter und prallte anschließend gegen einen Mast. Der Telegram-Kanal VChK-OGPU berichtete, der Sprengsatz sei unter der Fahrerseite angebracht worden. Am Tatort wurden zahlreiche Sicherheitskräfte sowie Fahrzeuge mit Kennzeichen des russischen Verteidigungsministeriums gesehen. Erst später verdichteten sich die Hinweise auf Syromjatnikow als Opfer.
Zunächst kamen Gerüchte über seinen Tod in verschiedenen Telegram-Kanälen auf. Später veröffentlichte die lokale Zeitung einen Nachruf auf den Veteranen des russischen Angriffskriegs. Die Nachrichtenseite The Insider bestätigte zudem, dass ein Mann mit diesem Namen in Nowomoskowsk als Lehrer tätig war und am brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine teilgenommen hatte.
Vorwürfe der ukrainischen Justiz
Syromjatnikow hatte 2023 einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium unterschrieben und diente bei der 106. Luftlandedivision. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft beschuldigt ihn, an der Folter ukrainischer Kriegsgefangener beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben der ukrainischen Ermittler soll er 2022 in einer Strafkolonie in der Region Tula gearbeitet und dort gemeinsam mit anderen Russen ukrainische Gefangene misshandelt haben.
Die Ermittler sprechen von mindestens 50 Opfern und werfen ihm unter anderem Schläge und den Einsatz von Elektroschocks vor. Ob der Anschlag mit den Foltervorwürfen zusammenhängt, ist bislang nicht bekannt.
Weitere Anschläge auf Kriegsbefürworter
In Russland wurden mehrfach hochrangige Militärs, kremlnahe Akteure und prominente Kriegsbefürworter Ziel tödlicher Attentate. Der ukrainische Geheimdienst übernahm in mehreren Fällen die Verantwortung für die Taten. Zu den bekanntesten Fällen zählen die Tötung von General Igor Kirillow (†54) im Dezember 2024, General Jaroslaw Moskalik (†58) im April 2025 sowie die Autobombe gegen die Nationalistin Darja Dugina (†29) im August 2022. Ein Anschlag auf den russischen ...
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