Banden erbeuten Hunderttausende Euro bei betagten Münchnerinnen data-manual=title

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Bizarre Geschichten, absurd hohe Geldforderungen: Durch regelrechten Telefonterror kommen die hierarchisch organisierten Telefon-Abzocker an riesige Summen. data-manual=googleTeaserText

Callcenter-Betrüger erbeuteten diese Woche in München Goldbarren im Wert von etwa 500 000 Euro von einer über 80-jährigen Frau aus Feldmoching. Eine Moosacherin verlor nach fast zwei Monaten Telefonterror mit bis zu 20 Anrufen täglich fast 200 000 Euro an die organisierten Banden.

Im zweiten Fall nahm die Polizei einen 24-jährigen Abholer aus Nordrhein-Westfalen fest, der auf der untersten Ebene der hierarchisch organisierten Banden agierte. Wie hartnäckig und rücksichtslos Callcenter-Betrüger am Telefon ihre Opfer in die Zange nehmen und welche Folgen das für die Betroffenen haben kann, erläuterte die Münchner Polizei am Donnerstag an zwei aktuellen Fällen aus dieser Woche. Wieder einmal zeigte sich: Die von den Tätern erzählte Legende kann nicht bizarr genug, die Geldforderung nicht zu utopisch sein.

Immer wieder finden die organisierten Banden Opfer, die bis zu einer halben Million Euro an Unbekannte übergeben.den Telefonbetrügern aus. Unbekannte Männer in der Rolle von „Ärzten“ und „Pflegekräften“ hatten am Telefon behauptet, dass eine ihrer besten Freundinnen an Krebs erkrankt sei und teure Medikamente benötige. Die Behandlung werde 150 000 Euro kosten und müsse bezahlt werden.

An ihrer Haustür im Bereich Feldmochinger Straße, Gutmannstraße und Fasaneriesee übergab die Frau das Gold, dessen Wert die geforderte Summe weit überstieg, an einen Abholer. Der soll etwa 40 Jahre alt und 1,70 Meter groß und schlank sein. Er trug eine Brille und eine graue Cap und hatte eine schwarze oder graue Tragetasche mit Reißverschluss dabei. Die Münchner Kriminalpolizei registriert derzeit zahlreiche Fälle von Schockanrufen.

Mit welcher Masche die Banden gerade erfolgreich sind und was die Polizei dagegen unternimmt. Im Fall einer Moosacherin gelang es der Polizei zumindest, einen Abholer zu schnappen. Zuvor hatte die ebenfalls über 80 Jahre alte Frau jedoch fast 200 00 Euro an die Betrüger verloren. Am Telefon hatten die Täter durch geschicktes Fragen offenbar herausgefunden, dass die Münchnerin eine Büchersammlung im Wert von etwa 100 000 Euro zu Hause hatte.

Anfang August meldete sich dann eine angebliche Firma bei der Seniorin und versprach ihr, die Büchersammlung für sie zu Geld zu machen. Eine halbe Million Euro wollte das Unternehmen dafür angeblich erlösen. Der Haken dabei: Die Frau sollte zunächst einmal als „Sicherheiten bis zur Abwicklung des Kaufvertrages“ diverse Zahlungen leisten. Fast zwei Monate dauerte der Telefonterror, an manchen Tagen wurde die Münchnerin bis zu 20 Mal angerufen.

Die Telefonbetrüger brachten sie so dazu, meistens an ihrer Wohnungstür hohe Bargeldbeträge sowie diverse Wertgegenstände im Gesamtwert von fast 200 000 Euro zu übergeben. Auch am Mittwoch hatte sich wieder ein Abholer angekündigt. Inzwischen hatte die Frau jedoch bemerkt, dass sie ausgenommen werden sollte, und hatte die Polizei alarmiert. Als gegen 22 Uhr wie vereinbart der Abholer, ein 24-jähriger Deutscher aus Nordrhein-Westfalen, vor der Tür stand, nahmen zivile Polizisten ihn in Empfang.

Die Abholer agieren jedoch auf der untersten Ebene der hierarchisch organisierten Banden. Häufig kennen sie die Hintermänner gar nicht. In den Promi-Zelten winken sie mit 500-Euro-Scheinen, dann knien sie auf dem versifften Klo, um eine Line zu ziehen. Und die Fahnder? Lauschen, schlagen zu – und blicken oft in menschliche Abgründe.

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