Trainer Vincent Kompany kommt in der Chefetage des FC Bayern sehr gut an – vielleicht auch, weil er sich damit stark von seinen Vorgängern unterscheidet.
Bitte markieren Sie die entsprechenden Wörter im Text. Mit nur zwei Klicks melden Sie den Fehler der Redaktion.Klare Ansage: Der neue Bayern-Coach Vincent Kompany weist per Pfiff, Individualgespräch oder Zuruf die Bayern-Spieler auf taktische Kniffe und Korrekturen hin.
Trainer Vincent Kompany kommt in der Chefetage des FC Bayern sehr gut an – vielleicht auch, weil er sich damit stark von seinen Vorgängern unterscheidet. Während der Spielformen auf dem Rasenplatz in Rottach-Egern unterbricht Vincent Kompany seine Stars immer wieder, gibt Anweisungen auf Deutsch und Englisch. Es soll schneller gespielt werden, fordert der Trainer ein, auch die Seitenverlagerungen gefallen ihm nicht. Als Eric Dier einen präzisen langen Pass spielt, ist Kompany zufrieden. „Guuuuuuut, Eric, guuuuuut!“, ruft er über den Platz und klatscht in die Hände. Wenig später korrigiert Kompany wieder: „Rhythmus, Boys. Spielt die Pässe wie Musik.“Kompany ist in seinem Element, man merkt ihm das Feuer an, seine Motivation. Und es wird zugleich deutlich, dass der neue Coach die höchsten Ansprüche an seine Spieler stellt.Belgier zum Start des Tegernsee-Trainingslagers, nachdem er am Tag zuvor den 1722 Meter hohen Wallberg bestiegen hatte: „Wir brauchen keine großen Sprüche machen. Aber es ist wichtig für mich, dass wir zeigen, dass wir Bock haben.“ Genau diese Einstellung ist es, die den Bossen gefällt. Uli Hoeneß, Max Eberl, Christoph Freund – sie alle sind von Kompanys Weg überzeugt. „Seine Kernbotschaft ist: Im Mittelpunkt muss die Arbeit stehen“, sagte Hoeneß: „Und das ist etwas, was mir unheimlich gefallen hat.“Im Sommer 2023 hatten Hoeneß und Co. noch ein ganz anderes Trainingslager erlebt. Damals betonte Ex-Coach Thomas Tuchel öffentlich und mit Nachdruck seinen Wunsch, einen defensiven Mittelfeldspieler verpflichten zu wollen, was im Führungskreis nicht gut ankam. Zumal die Münchner gerade ein 95-Millionen-Paket für Harry Kane geschnürt hatten. Solche Tuchel-Ansagen sind Kompany fremd. „Sie haben gesprochen über Einkauf, Verkauf. Das ist nicht mein Job“, sagte Kompany zu einer entsprechenden Frage über die Zukunft von Leon Goretzka, Serge Gnabry, Joshua Kimmich oder auch Matthijs de Ligt. Auf einzelne Spieler wollte der Cheftrainer, der taktisch wohl auch mal vom etablierten 4-2-3-1-System abrücken wird, nicht eingehen. „Ich verstehe die Frage, ich verstehe sie wirklich“, sagte Kompany: „Aber da könnten wir alle Namen durchgehen: Harry Kane, Jamal Musiala, was denke ich über Goretzka, Gnabry – ich könnte so den ganzen Abend weitermachen, aber das ist nicht meine Absicht. Namen gehören nicht zu meinem Denken.“Sondern: intensives Training, Detailarbeit, Taktik, Mentalität. Der Kompany-Weg eben. „Ich will jeden Tag mit diesen talentierten Spielern arbeiten und etwas Besonderes kreieren“, sagte der Coach, der intern seine Transferwünsche sehr wohl hinterlegt hat. „Wir haben uns die letzten Wochen sehr intensiv über den Kader ausgetauscht“, betonte Sportvorstand Eberl. Und so wird bis zum Ende der Wechselperiode noch der eine oder andere Topspieler dazukommen, sofern vorher Stars verkauft werden. Unter anderem gelten Jonathan Tah und Xavi Simons als mögliche Zugänge. „Es ist eine neue Energie und neue Motivation in der Gruppe“, lobte Eberl, der sich die Trainingseinheiten mit Freund anschaut: „Klar zeigen erst die Ergebnisse, ob es funktioniert hat, aber die ersten Schritte fühlen sich sehr gut an.“An diesem Mittwoch bestreiten die Münchner ihr erstes Testspiel unter Kompany, es geht zum Abschluss des Trainingslagers gegen den ortsansässigen FC Rottach-Egern aus der Kreisklasse. Am Ende der Saison soll dann das Champions-League-Finale in der Arena stehen. Dieses Endspiel sei „ein großes Ziel“, sagte Eberl und betonte, „alles gewinnen“ zu wollen: „Das habe ich beimDabei setzt der Sportvorstand nicht zuletzt auf Kompany. „Vincent ist ein Menschenfänger, der klar weiß, wie er Fußball spielen möchte“, sagte Eberl: „Wir sind zu 100 Prozent überzeugt, dass dieser spannende, neue Weg der richtige für den FC Bayern ist.“
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