Der US-Whiskeyhersteller Sazerac beißt mit seinem rund 53 Mill. Euro schweren Übernahmeangebot für Berentzen bei einem Großaktionär auf Granit.
Der US-Whiskeyhersteller Sazerac beißt mit seinem rund 53 Mill. Euro schweren Übernahmeangebot für Berentzen bei einem Großaktionär auf Granit. Mit dem Preis werde der niedersächsische Apfelkorn-Hersteller unterbewertet, findet die Schweizer Pensionskasse Aevum.
Der US-Whiskeyhersteller Sazerac will den kleineren Apfelkorn-Hersteller Berentzen aus Niedersachsen übernehmen. Die gebotenen 5,55 Euro je Anteilsschein sind dem Großaktionär Aevum zu wenig. Der US-Whiskeyhersteller Sazerac will den kleineren Apfelkorn-Hersteller Berentzen aus Niedersachsen übernehmen. Die gebotenen 5,55 Euro je Anteilsschein sind dem Großaktionär Aevum zu wenig.
Der US-Whiskeyhersteller Sazerac beißt mit seinem rund 53 Mill. Euro schweren Übernahmeangebot für den niedersächsischen Apfelkorn-Hersteller Berentzen bei einem Großaktionär vorerst auf Granit. Die gebotenen 5,55 Euro je Aktie entsprachen zum Zeitpunkt der Offerte Mitte September zwar einer Prämie von fast 70% – aus Sicht des Schweizer Pensionsfonds Aevum ist das aber zu wenig. Der Investor will das Angebot daher nicht annehmen und denkt zugleich darüber nach, seine Beteiligung von aktuell 10% aufzustocken, wie er der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte.
Der in vielen Ländern rückläufige Alkoholkonsum macht Spirituosenherstellern schon länger zu schaffen. Bei Berentzen aus Haselünne ging der Umsatz vergangenes Jahr um fast 11% auf knapp 163 Mill. Euro zurück – etwa im gleichen Tempo ging es auch im ersten Halbjahr abwärts. Das operative Ergebnis sank in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel auf 4,9 Mill.
Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management um CEO Oliver Schwegmann mit einem Umsatzrückgang von bis zu 7% und einem Ergebnisrückgang auf Ebitda-Ebene von bis zu 27%. Von ihrem Allzeithoch im Jahr 2017 bei rund 13 Euro ist die Aktie heute weit entfernt. Der einzige bei Bloomberg erfasste Berentzen-Analyst Ingo Schmidt von Montega sieht derzeit kein weiteres Kurssteigerungspotenzial, das über den Angebotspreis von Sazerac hinausgeht.
Aus seiner Sicht liegt die „industrielle Logik“ bei einer Übernahme durch Sazerac auf der Hand: Berentzen verfüge über eine langjährig gewachsene, breite Distribution im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sowie über etablierte Kundenbeziehungen, was für Sazerac attraktiv sein dürfte. Umgekehrt könne die Anbindung „an einen finanzstarken strategischen Eigentümer“ bei der eigenen Produktoffensive helfen – etwa beim Juma-Rollout.
Um mittelfristig wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren, setzt das 1758 gestartete Unternehmen, das unter anderem auch den „Puschkin“-Wodka und den Kümmelbranntwein „Bommerlunder“ im Portfolio hat, zunehmend auf neue Marken und Produkte, die sich noch stärker an aktuellen Lebensmitteltrends orientieren sollen. So haben die Niedersachsen über ihre Tochter Vivaris im Frühjahr die Getränkemarke Juma von dem Frankfurter Startup Food42morrow gekauft. Deren Hauptprodukt ist ein koffeinhaltiges Teegetränk.
Die Berentzen-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 auf einen Konzernumsatz von mehr als 200 Mill. Euro sowie auf eine Ebit-Marge von mehr als 8% zu kommen. Trotz dieser Ziele empfiehlt das Management um Schwegmann seinen Aktionären, die Offerte von Sazerac anzunehmen. Der Mitte des 19.
Jahrhunderts gegründete, privat gehaltene US-Konzern des Milliardärs William Goldring ist bekannt für Marken wie „Southern Comfort“ und hat sich über Zukäufe in den vergangenen Jahren ein Portfolio von mehr als 550 Marken zusammengebastelt. Zuletzt kam der britische Spirituosenhersteller Au Vodka für rund 300 Mill. Pfund hinzu.
Beim „Jack-Daniel‘s“-Hersteller Brown-Forman waren die Amerikaner hingegen zuvor mit einem rund 15 Mrd. Dollar schweren Übernahmeangebot abgeblitzt. Laut dem US-Magazin „Forbes“ lag der Umsatz von Sazerac zuletzt bei geschätzt 4,3 Mrd. Dollar.
Die Mindestannahmeschwelle für die Übernahme von Berentzen liegt bei 50% plus einer Aktie. Mit dem Abschluss wird im vierten Quartal gerechnet. Bis zu 750 Mill. Euro ist es dem Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius die Komplettübernahme seiner spanischen Biosimilar-Tochter mAbxience wert.
Die Jahresziele bleiben davon unberührt. Die milliardenschwere Übernahme von TK Elevator dürfte Kone zu Zugeständnissen zwingen: Für die EU-Freigabe steht offenbar ein Verkauf großer Teile des Europa-Geschäfts an, berichten Insider,Die Unternehmen in Dax und MDax arbeiten weiterhin mit Startups zusammen, straffen jedoch die Zahl ihrer Programme.
Zudem setzen sie auf weniger betreuungsintensive Formate: An die Stelle von Inkubatoren und Acceleratoren rücken Kapitalbeteiligungen. Das britisch-amerikanische Startup Elevenlabs, das mit KI erzeugte Audioinhalte so menschlich wie möglich klingen lassen will, hat seine Bewertung in rund acht Monaten auf 22 Mrd. Dollar verdoppelt. Weltweit haben Unternehmen in den ersten neun Monaten laut EY 287,5 Mrd.
Dollar bei Neuemissionen eingesammelt, so viel wie noch nie zu diesem Zeitpunkt. In Deutschland bleibt das IPO-Geschäft dagegen mau.
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