Berlin: Gericht stoppt Mini-Schwein-Haltung im Wedding

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Berlin: Gericht stoppt Mini-Schwein-Haltung im Wedding
Mini-Schwein, Verwaltungsgericht Berlin, Wedding

Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Haltung eines Mini-Schweins in einer Wohnung im Wedding untersagt. Die Behörden forderten artgerechte Unterbringung.

Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Haltung eines Mini-Schwein s in einer rund 70 Quadratmeter großen Wohnung im Stadtteil Wedding gestoppt. Die Halterin hatte das Tier im vierten Stock eines Altbaus ohne Aufzug gehalten. Nach Ansicht des Gerichts darf das Schwein nicht länger unter diesen Bedingungen gehalten werden. Alles begann mit Beschwerden von Nachbarn.

Hintergrund: Ausbüxen im November 2023

Im November 2023 büxte das Mini-Schwein aus und musste von der Polizei auf einer stark befahrenen Straße eingefangen werden. Daraufhin schalteten sich die Behörden ein. Bei einer Kontrolle stellte das Bezirksamt fest, dass das Tier offenbar dauerhaft in der Wohnung im Stadtteil Wedding lebte. Das Veterinäramt ordnete an, dass das Schwein künftig artgerecht untergebracht werden muss – mit Auslauf, Wühlmöglichkeiten und einer Suhle zum Schlammbaden.

Anforderungen an die artgerechte Haltung

Nach Ansicht des Gerichts fehle es an allem, was Schweine für eine artgerechte Haltung brauchen: ausreichend Platz zum Wühlen, eine Suhle sowie klar getrennte Bereiche zum Fressen, Ruhen und Ausscheiden. Besonders kritisch sei, dass das Haus keinen Aufzug hat und das Schwein für jeden Ausflug vier Stockwerke Treppen steigen musste. Mini-Schweine bleiben zudem nicht so klein, wie der Name vermuten lässt: Ausgewachsen erreichen sie eine Schulterhöhe von bis zu 60 Zentimetern und bringen zwischen 40 und 150 Kilogramm auf die Waage.

Argumente der Halterin vor Gericht

Die Besitzerin wehrte sich vor Gericht. Ihr Argument: Das Schwein habe in der rund 70 Quadratmeter großen Wohnung genug Platz, liege im Winter ohnehin am liebsten auf der Couch und könne ab dem Frühjahr regelmäßig auf einem Hof in Brandenburg wühlen und suhlen. Dort habe es auch Kontakt zu anderen Tieren. Außerdem werde es zum Therapieschwein ausgebildet. Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht.

Das Urteil ist noch nicht endgültig. Die Halterin kann nun versuchen, vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in die nächste Runde zu gehen. Der Fall zeigt, dass die Haltung von sogenannten Mini-Schweinen in Wohnungen an strenge tierschutzrechtliche Auflagen gebunden ist. Insbesondere in Etagenwohnungen ohne Aufzug und ohne artgerechte Auslaufflächen ist eine dauerhafte Haltung nach Ansicht der Behörden nicht zulässig. Die Entscheidung könnte Signalwirkung für ähnliche Fälle haben.

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