Mehrere Erwachsene attackieren eine 17-Jährige in der Straßenbahn, die Berliner Polizei stellt den Vorfall erst falsch dar. Nun hat ein Berliner Gericht Haftstrafen verhängt.
Es war eine dieser Pressemitteilungen, wie sie die Berliner Polizei mehrmals am Tag absetzt. In einer Straßenbahn, so hieß es im Februar 2022, sei es zu einem Streit gekommen, nachdem Fahrgäste eine Jugendliche auf ihre"fehlende Mund-Nase-Bedeckung" angesprochen hatten. Dabei sei die 17-Jährige verletzt worden.
Das Amtsgericht Tiergarten musste zunächst sortieren, was an jenem Februarabend überhaupt passiert war. Das sei gar nicht so einfach gewesen, sagt die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Zum Einen, weil in der Straßenbahn vieles gleichzeitig geschehen sei. Zum anderen aber auch, weil der öffentliche Umgang mit dem Vorfall einige Zeugen verwirrt habe. Der Richterin zufolge stand Dilan S. in der Straßenbahn, als zwei Frauen und ein Mann zustiegen.
Besonders Jennifer G., 34, sei"das gewesen, was man 'aggro' nennt", so die Richterin. Die drei trugen, wie ein Video aus der Straßenbahn zeigt, keine Maske und kamen Dilan S. sehr nahe. Als die Abiturientin die drei aufforderte, Abstand zu halten, kam es erst zu einem Streit, dann fielen rassistische Schimpfwörter. Dilan S. stieg daraufhin aus, die Gruppe folgte ihr. Draußen mischten sich drei weitere Personen in die Auseinandersetzung ein.
Die Angeklagten erschienen nur spärlich zu den Gerichtsterminen. Zur Urteilsverkündung war gerade mal ein 43-Jähriger anwesend und schüttelte den Kopf, als er zu einer Geldstrafe wegen Beleidigung verurteilt wurde. Immer im Saal war hingegen Dilan S., obwohl der Prozess, wie sie sagt, für sie"sehr kraftaufwendig" gewesen sei. Die mittlerweile 18-Jährige leide bis heute psychisch an den Folgen der Tat. Vor allem daran, dass ihr niemand geholfen habe.
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