In Berlin haben am Samstag Tausende gegen militärische Aufrüstung und eine mögliche Wehrpflicht demonstriert. Parallel gab es Klimaproteste in 112 Städten.
Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Berlin gegen militärische Aufrüstung und eine mögliche Wehrpflicht demonstriert. Unter dem Motto Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit hatte ein Aktionsbündnis aus mehreren Initiativen zu der Demonstration aufgerufen. Die Polizei sprach am Nachmittag von rund 5800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die vom Brandenburger Tor aus durch Mitte zogen. Die Organisatoren sprachen hingegen von mehr als 20.000 Demonstrierenden, was aber nach Einschätzung eines Tagesspiegel-Reporters vor Ort etwas zu hoch gegriffen war. Die Abschlusskundgebung war erneut vor dem Brandenburger Tor geplant.
Proteste gegen Wehrpflicht und Aufrüstung
Schon am Freitag hatten rund 3000 vornehmlich junge Menschen gegen eine mögliche Wehrpflicht vor dem Brandenburger Tor protestiert. Auf der Bühne der Veranstalter trat am Abend unter anderem die Berliner Hip-Hop-Gruppe K.I.Z. auf. Die Demonstration am Samstag richtete sich gegen militärische Aufrüstung und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Veranstalter kritisierten eine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft und forderten stattdessen soziale Sicherheit und demokratische Rechte.
Klimaproteste in 112 Städten
In mehreren Städten versammelten sich am Samstag zudem Menschen, um für einen stärkeren Umwelt- und Klimaschutz sowie eine gerechtere Politik zu demonstrieren. Unter dem Motto Es brennt! hatten Natur- und Klimaschutzorganisationen, Kirchen, Gewerkschaften und andere Bündnisse zu Aktionen in 112 Städten aufgerufen. Unter anderem in Berlin beteiligten sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Menschenkette. Diese sollte in Abschnitten vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über Dutzende Städte bis zum Bundeskanzleramt in Berlin verlaufen. Als Symbol für den Neuanfang sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer leere weiße Blätter hochhalten.
Die Länge der verschiedenen Menschenketten wurde von den Veranstaltern gegen Mittag auf etwa 21 Kilometer geschätzt, die Zahl der Teilnehmer auf gut 19.000. In dem Aufruf für die Aktion hieß es, man wolle, dass die Lebensgrundlagen geschützt werden. Für uns heute. Für unsere Kinder, unsere Enkel und Urenkel. Die Organisationen verwiesen auf Tausende Hitzetote in diesem Sommer, Überschwemmungen und großflächige Waldbrände auch in Europa. Die Politik tue zu wenig, während die Demokratie von Lobbygruppen unterwandert sei. Es brauche daher einen Neubeginn, um die großen Krisen gemeinsam friedlich lösen zu können.
Hintergrund und Forderungen
Die Proteste am Wochenende zeigen eine wachsende Mobilisierung zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen. Während die eine Demonstration sich gegen militärische Aufrüstung und eine mögliche Wehrpflicht richtete, forderten die Klimaproteste einen stärkeren Umwelt- und Klimaschutz sowie eine gerechtere Politik. Beide Bewegungen eint die Kritik an der aktuellen Politik und die Forderung nach einem grundlegenden Wandel. Die Organisatoren der Klimaproteste betonten die Dringlichkeit angesichts der Klimakrise und der sozialen Ungerechtigkeit. Die Demonstrationen verliefen nach Angaben der Polizei friedlich.
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