Zwei Wiesnbesucher verursachen in einem Münchner Hotel einen Wasserschaden von geschätzt 200.000 Euro. Im Gespräch mit FOCUS online sagt Inhaberin Manuela Holzer, wie das passiert ist, und was ihr nun bevorsteht.
Ihn zu beheben, dürfte rund ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.
„Es passiert immer was. Aber so ein katastrophaler Vorfall ist einzigartig“, sagt die 57-Jährige am Freitag im Gespräch mit FOCUS online. Zumindest grob lässt sich rekonstruieren, was in dieser für die Hotel-Chefin verheerenden Nacht zum Wochenbeginn passiert ist. Als das Hotel-Team nach der Ursache für die tropfenden Decken suchte, wurde es im zweiten Stockwerk fündig.
Zwei Wiesnbesucher lagen betrunken in ihren Betten, um sie herum stand das Wasser bereits mehrere Zentimeter hoch, so schildert Holzer die Szene. Niklas GolitschekIn der Dusche verstopfte Erbrochenes den Abfluss, und noch schlimmer: Der Duschkopf lag in der Wanne, das Wasser sprudelte wie eine Fontäne in den Raum.
„Es war heißes Wasser. Wenn der Dampf nicht entweicht, kann er viel Schaden anrichten“, sagt Holzer. So kam es dann auch. An der Zimmerdecke und selbst im Flur auf dem Stockwerk lösen sich jetzt die Tapeten, Holzeinbauten wie Türrahmen sind aufgequollen.
Über mindestens sechs Stunden dürfte das heiße Wasser aus der Dusche gelaufen sein, vermutet die Hotelbesitzerin angesichts des Ausmaßes. Es tropfte nicht nur ins darunter liegende Zimmer im ersten Stock, sogar im Frühstücksraum im Erdgeschoss sind Wasserflecken zu sehen. Erste Risse durchziehen die Tapete.
„Der zweite Schock kam heute früh vom Trockenbauer“, sagt Holzer. Der Handwerker erstellte eine Fotodokumentation für die Versicherung. Allein der Gebäudeschaden mit Wänden und Decken dürfte 100.000 Euro betragen.
„In der Regel wird es meist teurer“, sagt die Geschädigte. Mobiliar und Elektrik dürften die Gesamtkosten weiter in die Höhe treiben. Hinzu kommt der Ausfall mindestens eines Zimmers in dieser Zeit. Als Hotelbetreiberin ist Holzer einiges gewohnt.
„Dass so etwas Schlimmes passiert, ist sicherlich die Ausnahme“, sagt sie: „Vor allem, wenn ein komplettes Zimmer wegfällt. “ Erbrochenes oder Urin im Bett, kaputte Türen, zerbrochene Glasscheiben – all das lasse sich ersetzen. Darauf bereiteten sich die Gastronomiebetriebe vor.
„Aber das Mauerwerk lässt sich nicht ersetzen“, sagt Holzer. Im Vorjahr sei während des Oktoberfests schon einmal ein Gast bei laufender Dusche eingeschlafen. Doch das Wasser lief ab, der durch den Wasserdampf entstandene Schaden habe sich in Grenzen gehalten.
„Das kann man beheben und trocknen, es war nur ein erhöhter Reinigungsaufwand. Aber Wände und Mauern, die sich mit Wasser vollgesaugt haben, können nicht so leicht trockengelegt werden.
“Hotelinhaberin erwägt Anzeige Von ihren Gästen ließ sich Holzer vor der Abreise eine Haftungserklärung unterschreiben. „Trunkenheit schützt nicht vor Strafe“, sagt sie. Auch eine Anzeige wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung erwäge sie. Für sie war das Handeln der Gäste mehr als nur fahrlässig.
„Wenn der Ablauf frei und der Duschkopf richtig platziert gewesen wäre, wäre nichts passiert“, ist sie überzeugt. Ob und wie viel von der Schadenssumme ihre Gebäudeversicherung oder die Haftpflichtversicherung der Verursacher bezahlt, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar. Holzers Erfahrungen sind allerdings wenig erbaulich.
„Meine Versicherung hat mich beim letzten Mal massiv im Stich gelassen und nur ein Drittel des Schadens bezahlt“, sagt sie über einen Wasserrohrbruch vor zwei Jahren. Anschließend sei sie noch aus dem Vertrag rausgeschmissen worden. Den Altbau betreibt Holzers Familie bereits seit den 1950er-Jahren als Hotel, als Kind stand sie schon mit ihrem Großvater an der Rezeption. Nach zwischenzeitlicher Verpachtung führt die 57-Jährige das Geschäft seit 2022 selbst.
Trotz des Schadens will Holzer weiterhin Oktoberfestbesucher bei sich unterbringen.
„Wir brauchen die Wiesn in München“, betont sie. Für die gesamte Tourismusbranche in der Stadt sei sie ein wichtiges Ereignis. Nach Angaben des Wirtschaftsreferats bringen die Gäste in diesem Jahr rund 688 Millionen Euro in die Hotels und Gastronomiebetriebe. Überrascht zeigt sich Holzer, wie im Netz teilweise auf den Vorfall reagiert wird.
„Das ist geschäftsschädigend. Ich bin ehrlich gesagt entsetzt“, sagt sie über einige abwertende Kommentare. Von den Stammgästen habe sie dagegen aufmunternde Worte erhalten. Auch wenn im Frühstücksraum und in dem betroffenen Zimmer jetzt die Trocknungsgeräte laufen, muss der normale Hotelbetrieb weitergehen.
Alles andere wäre existenzgefährdend, sagt die Unternehmerin. Trotz des Schadens will Holzer weiterhin Oktoberfestbesucher bei sich unterbringen.
„Wir brauchen die Wiesn in München“, betont sie. Nach Angaben des Wirtschaftsreferats bringen die Gäste in diesem Jahr rund 688 Millionen Euro in die Hotels und Gastronomiebetriebe. Überrascht zeigt sich Holzer, wie im Netz teilweise auf den Vorfall reagiert wird.
„Das ist geschäftsschädigend. Ich bin ehrlich gesagt entsetzt“, sagt sie über einige abwertende Kommentare. Von den Stammgästen habe sie dagegen aufmunternde Worte erhalten. Auch wenn im Frühstücksraum und in dem betroffenen Zimmer jetzt die Trocknungsgeräte laufen, muss der normale Hotelbetrieb weitergehen. Alles andere wäre existenzgefährdend, sagt die Unternehmerin.
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