Die Zahl von schulpflichtigen Kindern, die als Flüchtlinge nach Berlin kommen, steigt weiter. Wie sollen sie unterrichtet werden? Berlin plant nun Willkommensklassen an den Großunterkünften.
Berlin - Angesichts der steigenden Zahl an Geflüchteten in Berlin hat Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch die Entscheidung verteidigt, schulpflichtige Kinder künftig in den Großunterkünften für Flüchtlinge zu unterrichten.
"Wir hatten zuletzt in den Bezirken 1100 bis 1200 und in Tegel um die 700 schulpflichtige Kinder, die derzeit noch nicht beschult werden und gegebenenfalls schon tagesstrukturierende Angebote erhalten", so die Bildungssenatorin. "Insgesamt geht es also um knapp 2000 Kinder und Jugendliche, und einige von ihnen haben auch schon über mehrere Monate keine Schule besucht.
Wie viel zusätzliches Personal gebraucht werde, lasse sich noch nicht exakt sagen. "Das hängt auch von der Belegung der Willkommensklassen ab. Wir haben bisher mit 12 gerechnet, wir überlegen gerade auf 15 hochzugehen", so die Senatorin. "Wir haben auch die Überlegung, dort ukrainische Pädagogen mit einzusetzen - als Tandem, so dass dort zwei Betreuer in einer Willkommensklasse für die Kinder da sind.
Günther-Wünsch betonte, das neue Konzept sei eine Übergangslösung und auf Dauer vorgesehen. "Momentan haben wir aber keine Alternative." Angesichts der großen Zahl an geflüchteten schulpflichtigen Kindern müssten in kurzer Zeit mehrere Schulen aus dem Boden gestampft werden - nach Einschätzung des schwarz-roten Senats ist das völlig unrealistisch.
"Solche Willkommensklassen sind auch nur für Großstandorte, also Sammelunterkünfte, geplant, also auch in Tempelhof", sagte Günter-Wünsch. "Die Alternative wäre, dass diese Kinder und Jugendlichen zunächst gar nicht beschult würden. Das will ich auf jeden Fall vermeiden."
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