Der Ausverkauf am Anleihemarkt geht weiter. Dabei trennen sich Investoren besonders von französischen Staatsanleihen. Dadurch hat sich deren Spread zu Bunds in den vergangenen Tagen massiv ausgeweitet.
Der Ausverkauf am Anleihemarkt geht weiter. Dabei trennen sich Investoren besonders von französischen Staatsanleihen. Dadurch hat sich deren Spread zu Bunds in den vergangenen Tagen massiv ausgeweitet.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde kann die aktuelle Spread-Entwicklung bei französischen Staatsanleihen nicht recht sein. Die Märkte für Staatsanleihen sind weltweit erneut eingebrochen. So ist die Rendite der zehnjährigen US-Treasury am Donnerstag bis auf 5,36% angestiegen und hat damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2002 erreicht. Auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist am Donnerstag bis auf 3,65% geklettert und liegt damit auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2002.
Dabei ist die Bund-Rendite vor allem im dritten Quartal merklich angezogen, Ende Juni hatte sie noch weniger als 2,90% gelegen. Besonders schwach haben sich im dritten Quartal und vor allem in den vergangenen Tagen französische Staatsanleihen präsentiert. Entsprechend ist die Rendite von zehnjährigen französischen Staatsanleihen bis auf 4,96% geklettert und hat fast die Marke von 5% erreicht. Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen der Zinsabstand, der sogenannte Spread, zwischen den französischen OATs und Bunds massiv ausgeweitet.
Dieser ist am Donnerstag bis auf 128 Basispunkte geklettert, was dem höchsten Stand seit der Euro-Krise entspricht. Frankreich ist aktuell mit der Verabschiedung seines Haushalts, der den Vorschlag eines Sparpaket enthält, sowie einer ausufernden Staatsverschuldung konfrontiert. Zuletzt haben mehrere Volkswirte empfohlen, sich von französischen Staatsanleihen fernzuhalten oder dieselben zu verkaufen. Im Markt ist auch von einigen „Wetten“ gegen Frankreich die Rede.
Die Analysten der Deutschen Bank weisen darauf hin, dass sich der Spread zwischen zehnjährigen OATs und zehnjährigen Bunds im dritten Quartal um 48 Basispunkte auf 127 Basispunkte ausgeweitet hat. Dies sei die größte Ausweitung innerhalb eines Quartals seit der Euro-Krise im Jahr 2011. Auch der französische Aktienmarkt hat im dritten Quartal 4,4% eingebüßt. Diese neuerliche Krise in der Eurozone kann natürlich auch der Europäischen Zentralbank und ihrer Präsidentin Christine Lagarde nicht gleich sein.
Die Ausweitung der Renditedifferenzen im Euroraum sowie auch die relativ hohen Renditen in den USA und der Straffungskurs der US-Notenbank haben zu einer Schwäche des Euros geführt. Der Kurs des Euros hat am Donnerstag bei 1,1284 Dollar gelegen und damit auf dem tiefsten Niveau seit Mai 2025. Etliche Analysten großer Häuser hatten eigentlich eine Befestigung des Euros gegenüber dem Dollar erwartet und haben nun in den vergangenen Tagen ihre Prognosen revidiert.
Sie gehen nun zumindest meist nicht mehr von einer Befestigung der Europa-Währung aus. Die Debatte um neue Fed-Zinserhöhungen treibt den Handel in allen Assetklassen der weltgrößten Terminbörse CME an. Rohstoff-Chef Derek Sammann warnt indes vor dem Handel auf spekulativ geprägten Plattformen. Der Dax rutscht zum Oktober-Auftakt zeitweise unter 25.000 Punkte.
Steigende Ölpreise schüren Inflations- und Zinssorgen, weltweit klettern die Anleiherenditen – in den USA auf den höchsten Stand seit 2002. Gegen den Trend legen Continental und Infineon zu. Adidas gewinnt Marktanteile vom Erzrivalen Nike und Analysten sind voll des Lobes. Nur im Aktienkurs hat sich das bisher kaum niedergeschlagen.
Inflationssorgen und die Furcht vor steigenden Zinsen drücken den Dax zum Oktoberauftakt ins Minus. Für Marktbeobachter bleiben die Anleiherenditen der Taktgeber am deutschen Aktienmarkt. Die US-Bondrendite befindet sich auf dem höchsten Stand seit 24 Jahren. Der Abschied des Finanzchefs sorgt für deutliche Abschläge beim Eventvermarkter.
Besser kamen die Pläne eines Münchener Autobauers bei den Anlegern an. Britische Staatsanleihen sind so günstig zu haben wie seit 2007 nicht mehr. Doch gibt es Anzeichen für eine Stabilisierung. Und durch Quantitative Tightening reduziert sich das Angebot.
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