In Berlin betont Minister Carsten Schneider die dringend notwendige Umstellung des wasserpolitischen Ansatzes in Deutschland. Er ruft die Länder zur Investition in die Erneuerung der Wasserinfrastruktur auf, um die Folgen der aktuellen Trockenheit sowie die Auswirkungen niedriger Flusspegel zu mildern. Die Rede spielt die Schwere knapper Wasserlagen, die wirtschaftlichen Folgen für den Transport und die Notwendigkeit eines langfristigen, landschaftsorientierten Wasserbewirtschaftungsansatzes hervor.
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat in einer öffentlichen Rede in Berlin die dringende Notwendigkeit betont, die Wasser‑Strategie Deutschlands grundlegend zu überdenken. In seinem Vortrag, der die zunehmende Trockenheit des aktuellen Jahres - die vielfach als außergewöhnlich trocken beschrieben wird - zum Anlass nahm, rief er die Länder an, ihre Investitionskraft in die Erneuerung und Modernisierung der Wasserinfrastruktur zu steigern.
Wasser in der Landschaft halten
Schneider vertrat die Ansicht, dass bisher noch nicht ausreichend in die Erhaltung und Speicherung von Wasser innerhalb der Landschaften investiert wurde. Er betonte, dass es an der Zeit sei, das Wasser "in der Landschaft zu halten" - ein Konzept, das von der Aufforstung, der Vernässung von Moorflächen, dem Ausbau von natürlichen Speichern und dem Erhalt von Auen und Feuchtgebieten ausgeht. Schätzungen zufolge seien große Investitionen nötig, um die Resilienz des heimischen Wassersystems gegenüber Extremwetterereignissen zu erhöhen.
Er erinnerte daran, dass der Bund den Ländern ein Sondervermögen für Infrastruktur in Höhe von 100 Milliarden Euro zugunsten klimaneutraler und nachhaltiger Wasserinfrastrukturen zur Verfügung stellen werde. In seiner Rede kritisierte Schneider die bisher von Regierungen verfolgte Vorgehensweise, häufig als "Wasser‑Ableitung" bezeichnet, die nach seiner Einschätzung "Wasser konnte möglichst schnell abgeführt und trockene Flächen geschaffen werden".
Er stellte fest, dass diese Politik ihrer aktuellen Zeit nicht mehr dienlich sei und forderte ein paradigmenhaftes Umdenken, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Rückgang der Gletscher in den Alpen die langfristige Wasserverfügbarkeit gefährdet. Demnach müssten Flüsse, Böden und Wälder zu effektiven Wasserspeichern umgebaut werden - ein Schritt, der die Wasserlieferung in Zeiten knapper Niederschläge stabilisieren könne.
Neue Konzepte für die Wasserpolitik
Um diese Leitlinien in die Praxis umzusetzen, kündigte Schneider auf einer Sonderkonferenz zur Wasserpolitik in Berlin an, dass die Stimmen der betroffenen Länder, Unternehmen und Verbände zusammengetragen werden. Ziel sei es, im Dialog mit EU‑Umweltkommissarin Jessika Roswall innovative, europäische Konzepte zu entwickeln, die sowohl den Erhalt der natürlichen Wasserreservoire als auch die Notwendigkeit der industriellen und privaten Nutzung berücksichtigen.
In dieser Konferenz werden unter anderem die Auswirkungen niedriger Pegelstände von Flüssen wie dem Rhein und der Donau auf die Binnenschifffahrt fokussiert. Schneider erklärte, dass die versunkenen Transportwege nicht nur wirtschaftliche Folgeschäden nach sich ziehen, sondern auch ein klares Signal für die Notwendigkeit eines strukturellen Wandels im Wasser‑Management sind.
Zusammenfassend appellierte Carsten Schneider an die politische Verantwortung der Bundesländer und der Bundesverwaltung, Frau Schneider rief innerhalb der Konferenz das Bewusstsein dafür wach zu machen, dass das Wasser - entgegen althergebrachten Denkweisen - nicht "aus dem Lande fließen" darf, sondern als lebendiges Ökosystem und als essenzieller Bestandteil der natürlichen Umwelt gehalten und geschützt werden muss. Bei seiner Rede zeigte er sein Engagement an, das Konzept eines wasserzentrierten Regulierungssystems in Deutschland zu verankern und damit eine nachhaltige und bezahlbare Zukunft für die kommenden Generationen zu sichern.
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