Carl Zeiss Jena sucht einen neuen Torwart. Trainer Marco Grote erklärt das Dilemma nach dem Ellbogenbruch von Stammkeeper Marius Liesegang.
Carl Zeiss Jena sucht einen neuen Torwart. Das bestätigt Trainer Marco Grote (53). Nach dem Ellbogenbruch von Stammkeeper Marius Liesegang (26) stehen im Aufgebot der Thüringer derzeit nur die beiden Youngster Till Härting (19) und Luca Mengel (17). Für die Aufstiegsambitionen des Vereins ist das zu wenig. Seit der Verletzung Liesegangs sind bereits einige Wochen vergangen.
Warum Carl Zeiss noch keinen Torwart verpflichtet hat
Die Thüringer stecken in einem echten Dilemma. Holen sie eine neue klare Nummer eins, kommt es spätestens im Frühjahr, wenn Liesegang zurückkommt, zum Duell um den Platz zwischen den Pfosten. Ärger wäre programmiert.
Zudem macht Härting in den ersten Spielen einen tollen Job. Er müsste dann zurück ins zweite Glied. Für ein 19-jähriges Toptalent bei einem Verein mit Nachwuchskonzept wäre das nur ganz schwer zu vermitteln.
Holen die Thüringer aber eine neue Nummer zwei und setzen ganz auf Härting, steht die Frage im Raum, welchen Mehrwert diese Verpflichtung hätte. Denn nur dann, wenn sich ein weiterer Keeper verletzt, würde diese Maßnahme Sinn ergeben.
Abwägung lässt FCC auf dem Transfermarkt zögern
Diese Abwägung ist es, die den FCC derzeit zögern lässt, auf dem Transfermarkt einen arbeitslosen Keeper an die Kernberge zu lotsen. Selbst von der naheliegenden Lösung, das Eigengewächs Alexios Dedidis mit einem neuen Kontrakt auszustatten, hat man Abstand genommen.
Beim Landespokal-Achtelfinale am Samstag (14 Uhr) auf dem Roten Hügel in Weida wird Härting halten. Das habe man so besprochen, sagt Grote. Die aktuelle Nummer zwei Mengel müsse nicht unbedingt spielen.
Er sammle seine Spielpraxis bei den Junioren und sei so im Rhythmus, erklärt der Zeiss-Coach. Die Situation bleibt angespannt, denn die Aufstiegsambitionen erfordern eine verlässliche Lösung im Tor.
Nachwuchskonzept und Aufstiegsambitionen im Konflikt
Carl Zeiss Jena verfolgt ein Nachwuchskonzept, das jungen Spielern wie Härting und Mengel Chancen bietet. Gleichzeitig will der Verein um den Aufstieg mitspielen. Dieser Spagat erschwert die Entscheidung auf dem Transfermarkt.
Eine erfahrene Nummer eins würde kurzfristig helfen, aber langfristig Unruhe bringen. Eine Nummer zwei würde kaum Entlastung bieten, solange Härting fit bleibt. Deshalb wartet der FCC ab und setzt zunächst auf die jungen Keeper.
Die Verletzung von Liesegang zwingt den Verein jedoch zum Handeln, wenn die Ziele nicht gefährdet werden sollen. Bis dahin bleibt Härting die erste Wahl, auch im Pokal in Weida.
Ob Carl Zeiss Jena doch noch einen neuen Torwart verpflichtet, hängt von der weiteren Entwicklung der Verletzung und den Ergebnissen der kommenden Spiele ab. Klar ist: Die Torwartfrage bleibt ein zentrales Thema bei den Thüringern.
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