Die Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee ist fehlgeschlagen. Die 50-Jährige überlebt nach einer fehlerhaften Giftspritze und ringt im Krankenhaus um ihr Leben.
Die Hinrichtung der 50-jährigen Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee ist am Mittwoch fehlgeschlagen. Die Frau, die 1996 wegen Mordes an einer jungen Frau zum Tode verurteilt wurde, erhielt nach 30 Jahren Haft zwei Dosen des eigentlich tödlichen Medikaments Pentobarbital. Nach Angaben ihrer Anwälte liegt sie bewusstlos, intubiert und künstlich beatmet in einem Krankenhaus in Nashville.
Dort versuchen Ärzte, den Giftstoff aus ihrem Körper zu entfernen, um ihr Leben vorerst zu retten. Die Journalistin Catherine Sweeney war als Zeugin bei dem Hinrichtungsversuch anwesend und berichtete auf einer Pressekonferenz von den Ereignissen. Der Fall hat eine erneute Debatte über die Todesstrafe in den USA ausgelöst.
Hintergrund: Der Fall Christa Pike
Christa Pike wurde 1996 für den Mord an einer jungen Frau zum Tode verurteilt. Sie sollte die erste Frau seit 200 Jahren sein, die in Tennessee hingerichtet wird. Frauen in der Todeszelle sind eine absolute Ausnahme: Seit 1976 wurden in den USA nur 18 Frauen hingerichtet. Der Fall erinnert an den von Tony Carruthers, einem schwarzen Mann, dessen Hinrichtung 1996 wegen Problemen bei der Venensuche abgebrochen wurde.
Bei Pike gab es laut ihren Anwälten ebenfalls Probleme mit den Venen. Anders als bei Carruthers wurde der Vorgang jedoch nicht abgebrochen. Ein Großteil des Giftes verteilte sich offenbar im Gewebe statt im Blutkreislauf. Pike klagte über starke Schmerzen, weinte und bat darum, an einer anderen Stelle injiziert zu werden. Bei der Einlieferung ins Krankenhaus hatte sie stark geschwollene Arme, Verbrennungen durch eine chemische Reaktion des Giftes und mindestens sieben Einstichwunden.
Reaktionen und Debatte um Todesstrafe
Tennessees Gouverneur Bill Lee, ein Republikaner, sagte am Donnerstag, es habe keinen Anlass zu der Annahme gegeben, dass die Hinrichtung bei Pike nicht funktionieren würde. Er kündigte eine Untersuchung an und setzte weitere Hinrichtungen vorerst aus. Die demokratische Senatorin Heidi Campbell schrieb auf Facebook, sie habe sich schon immer gegen die Todesstrafe ausgesprochen, da sie unumkehrbar sei, ungleich angewandt werde und die Menschen in Tennessee nie sicherer gemacht habe.
Auch Amnesty International kritisierte den Fall scharf. Justin Mazzola von Amnesty International erklärte, der Fall Pike zeige, dass die Todesstrafe die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste Strafe überhaupt sei. Der Fall ist der achte bekannte Fall seit 1976, in dem eine Hinrichtung per Giftspritze scheiterte.
Todesstrafe in den USA: Zahlen und Fakten
Die Todesstrafe gehört zu den USA seit ihrer Gründung. Heute ist sie in mehr als zwei Dutzend der 50 Bundesstaaten zugelassen, wird aber in mehreren Bundesstaaten de facto nicht mehr vollstreckt. Sie existiert außerdem beim Militär und auf Bundesebene. Seit 1976 wurden offiziellen Angaben zufolge 1683 Menschen hingerichtet, allein 600 davon in Texas. Rund 2000 Menschen warten derzeit auf die Vollstreckung ihres Todesurteils.
Nach einem Höchststand von 98 Hinrichtungen im Jahr 1999 war die Zahl jahrzehntelang rückläufig. 2021 wurden nur elf Menschen hingerichtet. Seitdem steigt die Zahl wieder: 2025 waren es 47 – so viele wie seit mehr als 15 Jahren nicht. Der Anstieg ging vor allem auf Florida zurück, wo allein 19 Menschen hingerichtet wurden. Besonders betroffen sind schwarze Männer: Ihr Anteil an der US-Gesamtbevölkerung beträgt 12 Prozent, aber 40 Prozent aller zum Tode Verurteilten sind schwarz.
Der ehemalige Direktor des Death Penalty Information Center, Robert Dunham, sagte, die Todesstrafe sei in jeder Phase des Verfahrens von rassistischen Verzerrungen geprägt, und die Auswirkungen dieser Verzerrungen summierten sich. Der Fall Pike hat die Diskussion über die Anwendung der Todesstrafe und mögliche Alternativen erneut entfacht.
Rubbel die nächste Story frei
Christa Pike Todesstrafe Tennessee Hinrichtung Bill Lee Pentobarbital USA
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Hinrichtung von Frau in Tennessee: Christa Pike im kritischen ZustandZweimal wird Christa Pike ein tödliches Mittel verabreicht – doch sie stirbt nicht. Was über ihren Gesundheitszustand bekannt ist.
Weiterlesen »
Christa Pike in Tennessee: Hinrichtung mit Giftspritze fehlgeschlagenDie Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee ist fehlgeschlagen. Sie überlebte zwei Giftinjektionen. Trump und Menschenrechtsvertreter äußern sich zu dem Vorfall.
Weiterlesen »
Christa Pike überlebt Hinrichtung in TennesseeDie zum Tode verurteilte Christa Pike hat in Tennessee zwei Giftspritzen überlebt und liegt nun bewusstlos und intubiert in einem Krankenhaus. Ihre Anwälte berichten von einer langwierigen und traumatischen Vollstreckung, während der mehrere Infusionsversuche und starke Schmerzen dokumentiert wurden.
Weiterlesen »
Christa Pike: Hinrichtung in Tennessee misslingt, verurteilte Mörderin im KrankenhausDie Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee mit der Giftspritze ist fehlgeschlagen. Die 50-jährige verurteilte Mörderin liegt bewusstlos im Krankenhaus und wird beatmet.
Weiterlesen »
