Zwischen Samba, Tango und Salsa zeigt Daniil Trifonov die musikalische Vielfalt Lateinamerikas: Sein neues Doppelalbum 'Mi Historia Amerikana - Sur' verbindet große Namen mit überraschenden Entdeckungen.
Es ist ein Bild wie aus einem Reisekatalog: Daniil Trifonov lehnt an einer terrakottafarbenen Mauer, das Leinenhemd lässig über der Sommerhose, den Blick durch die Sonnenbrille dorthin gerichtet, wo Merengue, Tango, Salsa und Samba den Lebenstakt bestimmen.
Mit dem Klassiker"Aquarela do Brasil" von Ary Barroso aus dem Jahr 1939 beginnt diese Reise durch die lateinamerikanische Musikwelt, für die Trifonov insgesamt siebzehn Kompositionen ausgesucht hat. Darunter Soloklavierwerke, Klavierkonzerte oder Bearbeitungen für Orchester. Mit dem São Paulo Symphony Orchestra und dessen künstlerischem Leiter, dem Komponisten Gonzalo Grau, hat Trifonov die Suite"Cuadros del Sur" des Argentiniers Osvaldo Golijov als Weltersteinspielung aufgenommen.
Entdeckungen der Komponistin Gabriela Lena Frank Der 35-jährige Trifonov spannt einen Bogen von Brasilien über Kuba und die Dominikanische Republik bis nach Peru und Argentinien. Es ist eine Reise in eine neue alte Welt: Da gibt es Klassiker wie Heitor Villa-Lobos oder Alberto Ginastera. Vor allem aber Entdeckungen wie die Klaviermusik der Amerikanerin Gabriela Lena Frank. Ihre"Sonata Andina" aus dem Jahr 2000 verbindet Elemente westeuropäischer Kunstmusik mit Musiktraditionen aus Peru und Bolivien.
Die Komponistin und Pianistin Gabriela Lena Frank hat litauisch-chinesisch-peruanische Wurzeln - ein Erbe, auf das sie in ihrer Musik zurückgreift. Auch das Kronos Quartet oder das San Francisco Symphony Orchestra haben bei ihr schon Werke in Auftrag gegeben. Lateinamerika ist riesig und Daniil Trifonov, dessen Frau aus der Dominikanischen Republik stammt, hat Stücke ausgesucht, die einen kleinen Teil dieser Vielfalt zeigen sollen - aus Sicht eines Pianisten natürlich.
Trifonov beeindruckt mit brillianter Technik und großer Sensibilität für die verschiedenen Nuancen der südamerikanischen Musik. Die Milongas atmen, wie etwa die des Argentiniers Alberto Ginastera. Dessen Musik hat viele Komponist*innen inspiriert, sich mit ihrem lateinamerikanischen kulturellen Erbe auseinanderzusetzen. Ein junges musikalisches Miteinander Keine der Kompositionen auf diesem Doppelalbum ist älter als 100 Jahre - was letztlich keine Überraschung ist, denn im postkolonialen Lateinamerika ist das Neben- und Miteinander der Kulturen noch jung.
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Live aus der Elbphilharmonie: Daniil Trifonov debütiert beim NDR Elbphilharmonie Orchester Er hat sich innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der internationalen Pianistenzunft gespielt: Daniil Trifonov, Jahrgang 1991, stellt so manches in den Schatten, was man jahrzehntelang für große Klavierkunst hielt. NDR Kultur informiert alle Kulturinteressierten mit einem E-Mail-Newsletter über herausragende Sendungen, Veranstaltungen und die Angebote der Kulturpartner. Melden Sie sich hier an!
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