Der DEFA-Film Bürgschaft für ein Jahr von Herrmann Zschoche läuft am Dienstag im MDR. Katrin Sass erhielt 1982 den Silbernen Bären für ihre Rolle als Nina Kern.
Der MDR zeigt am Dienstag den DEFA-Film Bürgschaft für ein Jahr von Regisseur Herrmann Zschoche. Das Sozialdrama kam 1981 in die DDR-Kinos und gilt bis heute als sehenswerter Klassiker. Im Mittelpunkt steht die alleinerziehende Mutter Nina Kern, gespielt von Katrin Sass, die für ihre Darstellung bei der Berlinale 1982 den Silbernen Bären als beste Darstellerin erhielt.
Handlung und Hauptfigur Nina Kern
Nina Kern ist eine geschiedene Mutter von drei Kindern. Nach der Trennung von ihrem Mann stellte sie ihr eigenes Leben zunehmend über ihre Pflichten als Mutter. Die Kinder leben bereits in einem Heim, und nun droht ihr endgültig der Entzug des Erziehungsrechts.
Das Gericht gibt Nina jedoch eine letzte Chance: Peter Müller, gespielt von Jaecki Schwarz, und Irmgard Behrend, dargestellt von Monika Lennartz, sollen als Bürgen ein Auge auf sie haben und sie dabei unterstützen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Beide gehen jedoch völlig unterschiedlich mit dieser Aufgabe um.
Realistische Darstellung und zeitlose Relevanz
Der besondere Reiz des Films liegt darin, dass Zschoche seine Hauptfigur nicht einfach als gute oder schlechte Mutter zeichnet. Nina ist widersprüchlich, lebenshungrig und überfordert – und gerade dadurch wirkt ihre Geschichte erstaunlich modern.
Der Film setzte sich kritisch mit kleinbürgerlichen Vorstellungen und gesellschaftlichen Erwartungen auseinander und fand damit auch über die DDR hinaus Beachtung. Auch mehr als 40 Jahre später lohnt sich der Blick auf dieses ungewöhnlich direkte DEFA-Drama.
Katrin Sass und die Auszeichnung
Katrin Sass wurde für ihre Rolle der Nina Kern bei der Berlinale 1982 mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin geehrt. Die Auszeichnung unterstreicht die herausragende schauspielerische Leistung in diesem Sozialdrama.
Der Film wurde für seine realistische Darstellung des Alltags und die starke Hauptdarstellerin gefeiert. Er zählt zu den bedeutenden Werken der DEFA und ist ein Beispiel für den kritischen Umgang mit gesellschaftlichen Themen im Kino der DDR.
Sendetermin und weitere Informationen
Der MDR zeigt Bürgschaft für ein Jahr am Dienstag. Der Film dauert etwa 100 Minuten und ist für ein Publikum geeignet, das sich für DEFA-Geschichte und Sozialdramen interessiert.
Für weitere DEFA-Nostalgie stehen zusätzliche Filme in einem Video zur Verfügung. Der Klassiker bleibt auch Jahrzehnte nach seiner Premiere aktuell und regt zum Nachdenken über Familienrollen und gesellschaftliche Erwartungen an.
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