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Der Fluch alter Wunden

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Amerika und Iran trennt eine lange Geschichte gegenseitiger Attacken. Die Feindschaft weiter angestachelt hat Teherans Machtzuwachs in der Region. Doch den haben die USA selbst befördert:

stützten anschließend die blutige Diktatur des Schahs, der als Marionette der Amerikaner galt. Oder die US-Hilfe für den irakischen Diktator Saddam Hussein im acht Jahre währenden Golfkrieg, in dem Hunderttausende Iraner getötet wurden, Raketen auf Iran regneten und der Irak Chemiewaffen einsetzte.

Antiamerikanismus gehört zum Kern der Ideologie der Islamischen Republik, die USA sind der große Satan, dem in Sprechchören beim Freitagsgebet allwöchentlich der Tod gewünscht wird. Dieses Dreivierteljahrhundert Geschichte zu entwirren oder hinter sich zu lassen wird erschwert durch die Konflikte der beiden Staaten in der Region. Schon 1982 stellten die Revolutionsgarden in der von Syrien besetzten Bekaa-Ebene in Libanon die Hisbollah zum Kampf gegenauf - dem engsten Verbündeten der USA in der Region. Heute gilt die Hisbollah als kampfstärkste Miliz der Welt und dient dem iranischen Regime als Speerspitze in Syrien. Amerika galt seit dem Golfkrieg 1990 als unangefochtene Ordnungsmacht im Nahen Osten. Diese Position hat es nicht etwa durch das Atomabkommen verloren, sondern durch den mit Lügen gerechtfertigten Einmarsch 2003 im Irak - zu dessen glühendsten Verfechtern schon damals John Bolton zählte, der heutige Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump.Die US-Armee gelangte in einer im Januar veröffentlichten Studie zum Ergebnis, der Krieg habe"tiefgreifende geopolitische Konsequenzen" nach sich gezogen. Ein"ermutigter und expansionistischer Iran scheint der einzige Sieger zu sein", schreiben die Autoren. Irak, das traditionelle Gegengewicht, sei"im besten Falle entmannt, und im schlimmsten Falle handeln Schlüsselelemente seiner Regierung als Stellvertreter für iranische Interessen". Gestärkt hat den Einfluss Irans noch der Kampf gegen die Dschihadisten des Islamischen Staats. Schiitische Milizen unter iranischer Kontrolle haben sich fest etabliert. So gelang dem schiitischen Iran, was Israel und sunnitisch geprägte US-Verbündete in der Region wie Saudi-Arabien lange befürchtet haben: sich als Regionalmacht zu etablieren. Und mit seiner Militärpräsenz im syrischen Bürgerkrieg einen schiitischen Halbmond von Iran über den Irak nach Syrien und Libanon zu schlagen, wie es einst Jordaniens König Hussein formulierte. Dazu kommen die Unterstützung Irans für militante Palästinensergruppen im Gazastreifen gegen Israel, dessen Vernichtung die Revolutionsgarden in Parolen auf ihren Raketen fordern, und der Rückhalt für die Huthis in Jemen. Die bieten seit mehr als vier Jahren Saudi-Arabien die Stirn, feuern Raketen bis nach Riad und haben das Königreich in einen Abnutzungskrieg verstrickt, der Geld und Reputation kostet, aber nicht zu gewinnen ist.

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