Munters aus Schweden profitiert vom Boom bei KI-Rechenzentren. Der Klima- und Kühlspezialist wächst rasant und wird zum unterschätzten Vertiv-Rivalen.
Kühlung für Rechenzentren – da fällt Anlegern schnell Vertiv ein. Im hohen Norden Europas gibt es aber eine Aktie, die auf dem Weg ist, Vertiv ernsthafte Konkurrenz zu machen.
Ein Wert, den Anleger kennen sollten!. Doch abseits der ganz großen Namen gibt es in Europa einen Spezialisten, der genau dort sitzt, wo der Engpass der nächsten Jahre entstehen dürfte: bei der Kühlung von Rechenzentren.aus Schweden ist kein Chipkonzern, kein Softwareunternehmen und auch kein klassischer Serverausrüster. Das Unternehmen baut Technologien für Luftbehandlung, Feuchtigkeitskontrolle und Kühlung. Genau diese vermeintlich unspektakuläre Nische wird im Zeitalter künstlicher Intelligenz plötzlich strategisch wichtig.
Denn je leistungsfähiger die Chips, desto größer das Hitzeproblem. Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet. Eine vorgeschriebene allgemeine Mitteilung gemäß BaFin-Beschluss.
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Damit ist Munters deutlich kleiner als Vertiv, aber gerade das macht die Aktie für Anleger interessant, die nach weniger offensichtlichen Profiteuren des KI-Infrastrukturbooms suchen. Vertiv gilt an der Börse als einer der großen Gewinner des KI-Infrastrukturbooms. Das Unternehmen liefert Strom- und Kühllösungen für Rechenzentren. Munters ist deutlich kleiner, aber in einem besonders heißen Teilmarkt unterwegs: energieeffiziente Kühlung für Data Center.
Im Geschäftsbereich Data Center Technologies bietet Munters luft- und flüssigkeitsbasierte Kühllösungen an. Dazu zählen unter anderem Chiller, Coolant Distribution Units und Computer Room Air Handler. Das sind keine glamourösen Produkte, aber ohne sie läuft in modernen KI-Rechenzentren wenig. Die nächste Generation von Rechenzentren braucht nicht nur mehr Strom, sondern auch deutlich ausgefeiltere Kühlung.
Genau hier liegt die Fantasie: Munters ist kein zweites Vertiv im Großformat, aber ein fokussierter europäischer Infrastrukturwert mit direktem Zugang zum KI-Rechenzentrumsboom. Im ersten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang bei Munters konzernweit um 32 Prozent auf rund 432 Millionen Euro. Der Umsatz ging zwar um 4 Prozent auf rund 329 Millionen Euro zurück, doch der Rückgang war vor allem auf negative Währungseffekte zurückzuführen. Organisch wuchs der Umsatz um 9 Prozent.
Noch spannender ist der Blick auf die Sparte Data Center Technologies. In diesem Segment sprang der Auftragseingang organisch um 138 Prozent nach oben. Der externe Auftragsbestand lag Ende März bei rund 1,39 Milliarden Euro – mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Damit besitzt Munters eine gute Sichtbarkeit für künftige Umsätze.
Data Center Technologies machte im ersten Quartal bereits 39 Prozent des Konzernumsatzes aus. Beim Auftragseingang lag der Anteil sogar bei 49 Prozent. Munters ist damit längst nicht mehr nur ein breit aufgestellter Klima- und Luftbehandlungsspezialist, sondern zunehmend eine Rechenzentrumsaktie. Der jüngste Aufhänger kam kurz nach dem Quartalsende: Munters erhielt einen Auftrag über rund 184 Millionen Euro von einem US-Colocation-Anbieter.
Geliefert werden sollen maßgeschneiderte Hochleistungskühlsysteme für den Ausbau einer KI-Fabrik. Die Auslieferungen sind ab Anfang 2027 bis in das erste Quartal 2028 geplant. Das ist für ein Unternehmen mit einer Börsenbewertung von rund 3,4 Milliarden Euro kein Nebenschauplatz. Solche Aufträge zeigen, dass Munters in der KI-Infrastruktur nicht nur mitschwimmt, sondern bei großen Projekten tatsächlich zum Zuge kommt.
Besonders wichtig: Die Nachfrage kommt nicht nur von Hyperscalern, sondern auch von Colocation-Anbietern. Damit verbreitert sich die Kundenbasis. Für Anleger ist das entscheidend, weil sich der Rechenzentrumsboom nicht mehr nur auf wenige Tech-Giganten konzentriert. So stark die Wachstumsstory klingt, risikolos ist sie nicht.
Die bereinigte EBITA-Marge des Konzerns fiel im ersten Quartal von 13,5 Prozent auf 10,9 Prozent. Im Data-Center-Geschäft sank die Marge sogar deutlich von 22,8 Prozent auf 14,4 Prozent. Das Management verweist auf Übergangseffekte bei neuen Produkten, Zölle, Anlaufkosten und Investitionen in zusätzliche Kapazitäten. Genau hier liegt der Knackpunkt für die Aktie.
Munters muss noch beweisen, dass aus dem starken Auftragseingang auch profitables Wachstum entsteht. Der Markt verzeiht bei KI-Infrastrukturwerten derzeit viel, aber nicht jede operative Enttäuschung. Dazu kommt: Die Aktie ist nach dem starken Lauf nicht mehr billig. Wer heute einsteigt, kauft keine unentdeckte Tiefstbewertung, sondern eine Wachstumsstory mit bereits eingepreister Fantasie.
Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Das geschätzte KGV für das laufende Geschäftsjahr liegt bei rund 34 und soll im kommenden Jahr auf 21 fallen. Der entscheidende Unterschied zu vielen KI-Nebenwerten: Munters hat bereits konkrete Aufträge, einen hohen Auftragsbestand und ein wachsendes Kerngeschäft in einer strukturell starken Nische. Der Bedarf an Rechenzentrumskühlung dürfte mit jeder neuen KI-Chipgeneration steigen.
Luftkühlung reicht in vielen Hochleistungsanwendungen nicht mehr aus, Flüssigkühlung wird wichtiger. Munters profitiert außerdem davon, dass Energieeffizienz für Rechenzentrumsbetreiber nicht nur ein Nachhaltigkeitsthema ist, sondern ein Kosten- und Standortfaktor. Wer mehr Rechenleistung auf weniger Raum bringen will, braucht bessere thermische Lösungen. Genau dort verdient Munters sein Geld.
Zudem arbeitet das Unternehmen an regionaler Produktion, unter anderem in den USA. Das kann helfen, Zölle, Lieferkettenrisiken und geopolitische Unsicherheiten abzufedern. Gleichzeitig verschafft eine lokale Fertigung Nähe zu den großen amerikanischen Rechenzentrumskunden. Die Analystenstimmung bleibt überwiegend konstruktiv.
Der Konsens sieht das durchschnittliche Kursziel bei rund 20,30 Euro, die optimistischsten Schätzungen reichen bis etwa 23,00 Euro. Bei Kursen um 18,70 Euro ist das kein Verdopplungsszenario, aber durchaus noch Spielraum, sofern Munters die hohen Erwartungen erfüllt. Die Aktie ist damit eher ein Qualitäts- und Wachstumstitel als eine klassische Value-Wette. Anleger setzen darauf, dass das Data-Center-Geschäft weiter skaliert, die Margen in der zweiten Jahreshälfte anziehen und der Auftragsbestand Schritt für Schritt in Umsatz und Gewinn umgewandelt wird.
Munters ist einer dieser Namen, die im KI-Boom leicht übersehen werden. Das Unternehmen baut keine Chips und trainiert keine Modelle. Aber es liefert Technologie, ohne die KI-Rechenzentren nicht effizient betrieben werden können. Der Vergleich mit Vertiv ist deshalb naheliegend, aber nicht perfekt.
Vertiv ist größer, breiter und an der Börse deutlich prominenter. Munters ist kleiner, fokussierter und riskanter. Dafür aber auch ein spannender europäischer Nebenwert mit direktem Hebel auf den Ausbau der KI-Infrastruktur. Die Aktie ist nach dem Kursanstieg zwar kein Geheimtipp zum kleinen Preis, doch für Anleger, die nach einem weniger offensichtlichen Gewinner des Rechenzentrumsbooms suchen, könnte Munters genau der Name sein, den bislang noch zu wenige auf dem Radar haben.
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