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Deutschland hat kein Übergewichtsproblem, nur falsche Zahlen

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Neue Daten, neue Aufregung: Zuckersteuer, Werbeverbote, staatliche Eingriffe – dabei existiert die beschworene Fettleibigkeits-Epidemie schlicht nicht.

Es ist wieder so weit. Neue Daten, alte Panik: „Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig. Das geht aus den Ergebnissen des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hervor", so posaunen aktuell die Schlagzeilen.

Und ärztliche Fachmedien vermelden: 53,4 Prozent der Erwachsenen haben einen BMI über 25. Und flugs greifen die üblichen Verdächtigen – Ernährungspolizisten, Präventionslobbyisten, Gesundheitsmoralisten – zur Werkzeugkiste: Zuckersteuer her, Werbeverbot rein, Ampelkennzeichnung verpflichtend für alle, Kurse zu gesunder Ernährung ab Abtrennung der Nabelschur. Zur „Prävention der Adipositasepidemie” ist jedes Mittel recht. Doch, stopp.

Die transparente Kommunikationsoffensive lautet: Alle Zahlen lesen – nicht nur die, die die Lieblingserzählung stützen.17,9 Prozent der deutschen Erwachsenen haben einen BMI über 30 – sie gelten offiziell als fettleibig. Und selbst hier gilt: Ob diese Menschen krank sind oder werden, ist eine ganz andere Frage – daslassen freundlich grüßen.

Ein hoher BMI per se ist kein Krankheitsurteil – er ist ein statistischer Risikofaktor auf Bevölkerungsebene, der über den Gesundheitszustand des Einzelnen nur begrenzt Auskunft gibt, denn der BMI hat enorme Schwächen. Aber selbst wenn es so wäre, dann rechnen wir mal: 17,9 Prozent adipös bedeutet 82,1 Prozent nicht. Acht von zehn Deutschen sind schlicht nicht fettleibig. Punkt.

Wo ist die Epidemie der Fettleibigen? Eine Epidemie beschreibt das gehäufte Auftreten einer Erkrankung über das erwartete Maß hinaus. Doch wo ist die Dynamik? Der Anteil der Menschen mit einem BMI ab 25 stieg seit 2017 von 52,7 auf 53,4 Prozent – 0,7 Prozentpunkte in acht Jahren.

Das ist keine Epidemie. Das ist statistische Stagnation. Die Eskalation zur „Adipositas-Epidemie" ist kein medizinischer Befund – sie ist politisches Marketing für staatliche Eingriffsprogramme.35,5 Prozent der Deutschen landen in der Kategorie BMI 25 bis 30 – und mit ihnen Stigmatisierung, erhobener Zeigefinger, die Botschaft: Du isst falsch, du bist ein Problem. Das ist Unsinn.

Der BMI ist ein statistisches Konstrukt aus dem 19. Jahrhundert, entwickelt in der Versicherungswirtschaft für Bevölkerungsstatistiken und Prämienerrechnung – nicht für individuelle Gesundheitsbewertungen. Wer einen BMI von 27 hat, täglich Sport treibt, viel Muskelmasse und perfekte Blutwerte besitzt, ist nach WHO-Kriterien „übergewichtig". Für den Einzelnen erlaubt diese Kategorie keine bis sehr begrenzte Rückschlüsse auf den tatsächlichen Gesundheitszustand.

Sie ist eine Zahl geteilt durch eine andere Zahl – als pauschales Verdammungsurteil für Millionen Menschen schlicht diskriminierend.

"Erfolgreich abnehmen und schlank bleiben: Nachhaltige Gewichtsreduktion wissenschaftlich belegt" von Uwe Knop. Man sollte dieses Buch vor dem Abnehmen lesen, um von Anfang an auf dem richtigen Weg zum Wunschgewicht zu sein – und zu bleiben. Was treibt die 17,9 Prozent? Die Antwort ist komplex – und das macht die Ernährungslobby nervös.

Genetik: Zwillingsstudien zeigen eine Erblichkeit des Körpergewichts von 40 bis 70 Prozent. Keine Zuckersteuer ändert das Erbgut. Schlafmangel und chronischer Stress dysregulieren Hunger- und Sättigungshormone wie Leptin und Ghrelin – wer schlecht schläft, isst messbar mehr, nicht aus Disziplinlosigkeit, sondern weil sein Hormonsystem es befiehlt. Bestimmte Medikamente – Antidepressiva, Kortikoide, Betablocker – erzeugen Gewichtszunahme als Nebenwirkung.

Das Darmmikrobiom kann beeinflussen, wie Energie verwertet wird: Zwei Menschen mit identischer Ernährung reagieren teils völlig verschieden. Hormonstörungen wie Hypothyreose oder Cushing-Syndrom verursachen Gewichtszunahme unabhängig vom Essverhalten. Sozioökonomische Faktoren beeinflussen maßgeblich, ob jemand Zugang zu Bewegung, Zeit zum Kochen und stressarmen Lebensbedingungen hat. Und besonders82 Prozent sollen für 18 Prozent zahlen Zuckersteuern und Werbeverbote zwingen gut 82 Prozent der Bevölkerung – die nicht adipös sind –, Freiheiten abzugeben für ein potenzielles Problem, das sie selbst nicht betrifft.

Das Durchschnittsgewicht der Deutschen stieg seit 2017 um 1,3 Kilogramm, von 77 auf 78,3 Kilo – bei immer mehr sitzenden Berufen, chronischem Schlafmangel und digitalem Dauerstress. Dass sich das Gewicht in einer alternden Gesellschaft so minimal verschiebt, ist ein normaler soziokultureller Prozess. Kein Notstand – eine völlig erklärbare Kurve in acht Jahren.

Die 17,9 Prozent Adipösen verdienen echte Unterstützung – individuell, ohne Stigma, ursachengerecht: Beratung jenseits von „essen Sie weniger", Schlafmedizin, Stressmanagement, psychologische Hilfe, bei Hormonstörungen gezielte medizinische Behandlung – und fokussiert auf die besonders betroffene Zielgruppe: Menschen mit geringer Bildung und niedrigem Einkommen. & Co. Was es nicht braucht: kollektive Bestrafung von 82 Prozent durch staatliche Eingriffe in die Ernährungsfreiheit – und Panik-Rhetorik, wo Analyse fehlt. 82,1 Prozent der Deutschen sind nicht adipös.

Wer daraus eine Notlage konstruiert, die staatliche Eingriffe in den Lebensmittelmarkt rechtfertigt, betreibt keine Gesundheitspolitik. Er betreibt Ideologie.

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