DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat nach gut drei Monaten im Amt ein positives Zwischenfazit gezogen.
Frankfurt/Main - „Was in den 100 Tagen gelungen ist, ist, dass es eine gewisse Stabilität im Verband gibt. Diese ist in den Verband zurückgekehrt. Die Stabilität ist dringend erforderlich angesichts der Aufgaben. Ich rede ausdrücklich von Stabilität und nicht von Ruhe. Ich will ja eher produktive Unruhe im Verband“, sagte Neuendorf in einer Online-Medienrunde.
Der 60-Jährige hatte sich am 11. März beim Bundestag in Bonn in einer Wahl gegen Peter Peters durchgesetzt. Seither habe sich auch das Verhältnis zur Deutschen Fußball Liga entspannt. „Sowohl mit Donata Hopfen als auch mit Aki Watzke habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Wir tauschen uns regelmäßig aus, das ist wirklich sehr, sehr angenehm“, sagte Neuendorf. Auch das Verhältnis zur Politik und zum Deutschen Olympischen Sportbund habe sich seither verbessert.
„Wir wollen nicht mehr die Getriebenen sein, sondern eine treibende Kraft. Wir dürfen nicht mehr so stark um uns selbst kreisen“, forderte Neuendorf zur Aufgabenstellung in der näheren Zukunft.Er hat außerdem die Pläne für eine europäische Super League scharf verurteilt. „Der Sport muss schon deutlich machen - dieses Thema kann man nicht hoch genug bewerten - dass er dem Allgemeinwohl dienen möchte und nicht den Interessen weniger.
Der Streit um die Gründung einer europäischen Super League im Fußball wird Mitte Juli vor dem Europäischen Gerichtshof ausgetragen. Für den 11. und 12. Juli sind mündliche Verhandlungen an dem höchsten europäischen Gericht in Luxemburg angesetzt. Die Klage war von der European Superleague Company bei einem Gericht in Madrid eingereicht worden, das wiederum den EuGH anrief. „Die Bundesregierung plant, bei dem Termin vertreten zu sein.
Der 60-Jährige hob hervor, welche Bedeutung die aktuellen europäischen Wettbewerbe im Fußball haben. „Die wenigsten wissen, dass die Einnahmen der großen Wettbewerbe auch erheblich zur Finanzierung des Breitensports beiträgt. Eine Superliga würde dem weniger dienen. Das kann nicht im Interesse unseres Sports sein“, sagte Neuendorf. dpa
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