DFB-Team: Kimmich-Debatte nach Sieg gegen Serbien entfacht

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DFB-Team: Kimmich-Debatte nach Sieg gegen Serbien entfacht
Joshua Kimmich, DFB-Team, Jürgen Klopp

Nach dem 2:0-Sieg gegen Serbien diskutiert Fußball-Deutschland über Joshua Kimmichs Rolle. Bundestrainer Klopp stärkt dem Kapitän den Rücken. Am Sonntag wartet Griechenland.

Nach dem 2:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien am Donnerstagabend in Stuttgart ist die Debatte um die Rolle von Joshua Kimmich neu entbrannt. Bundestrainer Jürgen Klopp stärkte seinem Kapitän zwar den Rücken, doch die Diskussion über eine mögliche Ablösung im Mittelfeld hält an.

Klopp reagierte am Donnerstagabend auf die anhaltende Kritik an Kimmich und sagte, man mache ein Thema auf, das kein Thema sei. Er wisse genau, was öffentlich daraus entstehen würde, wenn er die Frage beantworten würde. Fakt ist jedoch, dass die Diskussion auch ohne seine Beihilfe intensiv geführt wird.

Starke Mittelfeldleistung gegen Serbien

Beim Sieg gegen Serbien überzeugte das Mittelfeld mit den jungen Spielern Bischof, Pavlovic und Wirtz. Bischof traf nicht nur, er riss das Spiel an sich und verteilte die Bälle klug. Pavlovic hielt den beiden Achtern den Rücken frei und überzeugte als Ankersechser, der defensiv stabil ist und den Rhythmus diktieren kann.

Wirtz zeigte seit langer Zeit mal wieder, wie gut er am Ball ist. Das Trio funktionierte auch gegen den Ball. Pavlovic räumte vor der Abwehr auf, Bischof und Wirtz pressten klug in den vorderen Spielfeldzonen und in den Halbräumen. Die Mischung stimmte, und Deutschland hatte das Spiel über weite Strecken unter Kontrolle.

Klopp setzte auf den Achterpositionen auf Spiel- und Kombinationsstärke sowie auf die Qualität, enge Halbräume auflösen zu können. Wirtz und Bischof bringen genau das mit. Sie sind wendig, pressingresistent und haben gute Impulse für das Offensivspiel.

Kimmich im Fokus der Kritik

Genau das wird nun Kimmich angelastet. Ein Spieler, der beim DFB ohnehin schon keinen allzu guten Stand hat. Der als Gesicht einer Generation gilt, die ihr volles Potenzial nie ausschöpfen konnte und historische Niederlagen mit der Nationalmannschaft erlebt hat. Aber auch einer, der genau deshalb gern unfair bewertet wird.

Denn nicht nur hatte Kimmich mit seinem Team in den ersten Spielen deutlich schwerere Gegner als der zweite Kader jetzt mit Serbien. Er hatte auch den Nachteil, in einem Mittelfeld zu spielen, das insgesamt nicht gut auf die taktischen Ideen von Klopp abgestimmt wurde.

Es ist bemerkenswert, wie oft der Dortmunder seine Defensivaufgaben vernachlässigt und wie wenig Aggressivität er ins Spiel bringt. Auch sein natürlicher Offensivdrang führt dazu, dass Kimmich eine Rolle spielen muss, die ihm nicht so gut liegt. Denn der DFB-Kapitän ist selbst ebenfalls ein eher offensiver Sechser oder gar Achter. Beim FC Bayern zeigt er seit der Übernahme von Nmecha kann das nicht liefern. Aber andersherum könnte man genauso argumentieren, dass der BVB-Profi eben wenig von Kimmich profitiert. Beide ergänzen sich nicht gut.

Es darf bezweifelt werden, ob die drei Mittelfeldspieler aus dem Serbien-Spiel jeweils einzeln im ersten Team funktioniert hätten, wenn sie an der Stelle von Kimmich zum Einsatz gekommen wären. Zu vieles wirkte dort unrund. Und doch ist die Kritik an Kimmich nicht gänzlich unbegründet.

In der Nationalmannschaft hat er es bisher zu selten geschafft, dieselbe dominante Spielweise auf den Rasen zu bringen wie beim FC Bayern – in verschiedenen Konstellationen. Dass eine solche Debatte jetzt aufkommt, hat weniger mit den drei Spielen jetzt zu tun, sondern sehr viel mit dem, was in der Vergangenheit war.

Klopp setzt weiter auf Kimmich

Dass Klopp weiter auf Kimmichs Qualitäten bauen wird, ist dennoch absehbar. Denn in Zukunft wird der Bundestrainer nicht mehr versuchen, die Top-Spieler auf zwei Kader zu verteilen und damit Kompromisse erzwingen.

Man könnte sogar eine andere Perspektive auf die Bischof-Leistung eröffnen. Denn Kimmich und Bischof sind sich als Spielertypen relativ ähnlich. Der Routinier ist etwas besser im Passspiel, dafür deutet das Top-Talent an, mehr Potenzial im Offensivspiel zu haben. Aber gerade weil sich beide in vielen Bereichen ähneln, dürfte es Klopp Hoffnung geben, dass Kimmich in dieser Konstellation gegen Serbien genauso gut funktioniert hätte.

Ohnehin sollte man sich von diesen ersten Eindrücken nicht zu sehr vereinnahmen lassen. Deutschland hat eine Pflichtaufgabe gegen Serbien souverän erfüllt. Mit gutem Fußball. Das ist etwas, was zu Recht gelobt wird. Aber der richtige Test erwartet diesen zweiten Kader am Sonntag in Griechenland.

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