Bundestrainer Jürgen Klopp hat Marc-Andre ter Stegen zur Nummer eins erklärt. In der Nations League erhalten drei weitere Torhüter ihre Chance, darunter Urbig, Dahmen und Atubolu.
Bundestrainer Jürgen Klopp hat Marc-Andre ter Stegen zur Nummer eins im DFB -Tor erklärt. Der 34 Jahre alte Keeper von Ajax Amsterdam bekam das Gastspiel in den Niederlanden, konnte bei seinem DFB -Comeback jedoch nicht vollends überzeugen. In der Nations League erhalten nun drei weitere Torhüter ihre Chance, darunter Jonas Urbig, Finn Dahmen und Noah Atubolu.
Klopp setzt auf ter Stegen als Nummer eins
Zunächst setzt der neue Bundestrainer auf den Routinier ter Stegen. Der Keeper von Ajax Amsterdam hütete das Tor beim Gastspiel in den Niederlanden. Bei seinem Comeback im DFB-Trikot wusste der 34-Jährige allerdings nicht vollends zu überzeugen. Für Urbig war es dennoch ein gelungener Abend, wie er im Anschluss betonte. Er gehe zufrieden mit der Null nach Hause.
Bayern-Legende Sepp Maier bremste jedoch bereits vor dem Auftritt in München den Hype um den jungen Schlussmann. Das sei ihm zu viel, sagte der 82-Jährige in der Abendzeitung. Er finde den Jungen gut, im Gegenteil, er habe riesiges Talent. Aber ihm gehe das alles viel zu schnell. Seine Bitte lautet, ihn doch erst einmal beim FC Bayern die Nummer eins werden zu lassen.
Das muss er aber offensichtlich nicht, um beim DFB weitere Spiele zu erhalten. So verriet Klopp bei der Pressekonferenz vor dem Gastspiel in Griechenland, dass er erneut auf die Nummer zwei des Rekordmeisters setzen will. Momentan sehe es so aus, als würden sie nicht tauschen. Diese Entscheidung erklärte er auch mit dem Umstand, dass Urbig im Verein kaum Spielpraxis bekomme. Denn dort muss sich der ehemalige Kölner hinter Manuel Neuer anstellen.
Konkurrenzkampf im DFB-Tor
Der kicker hatte in der Personalie über ein klares Indiz berichtet. Denn Dahmen trainierte beim Abschlusstraining abseits seiner beiden Torwartkollegen Urbig und Noah Atubolu. Schon vor den anderen Partien war dies bei dem jeweils von Klopp ausgewählten Schlussmann der Fall gewesen. Diesmal aber offensichtlich nicht.
Damit baute der 24-Jährige seinen eigenen Ligarekord aus. Nach dem Wechsel vom Sport-Club Freiburg nach Frankfurt steht er regelmäßig zwischen den Pfosten. Atubolu verbindet Bundesliga-Praxis mit Entwicklungspotenzial. Seine Elfmeterstärke ist dabei ein zusätzliches Argument. Auch deshalb gehört er zum Klopp-Kader. Bei seiner ersten Nominierung für das A-Team bleibt ihm aber allem Anschein nach nur zweimal die Bankrolle.
Urbig war bei der Weltmeisterschaft als Trainingstorhüter dabei und kannte das Umfeld der Nationalmannschaft daher bereits vor seiner Anreise für die Spiele gegen Serbien und in Griechenland. Beim FC Bayern München steht weiterhin Manuel Neuer vor dem 23-Jährigen. Vor der Länderspielpause durfte Urbig allerdings beim Bundesliga-Auswärtsspiel in Elversberg (2:1) beginnen. Auch beim 4:1 im Heimspiel gegen Heidenheim kam er zum Einsatz.
Bayern-Trainer Vincent Kompany äußerte sich nach der Nominierung der beiden DFB-Kader durch den neuen Bundestrainer. Er sagte, wenn einer glaube, dass er nicht irgendwann die Nummer eins werde, der mache einen großen Fehler. Der Junge werde irgendwann die Nummer eins sein, aber das werde Jürgen Klopp entscheiden, ob das in einem oder fünf Jahren ist.
Es spiele keine Rolle, dass Urbig derzeit im Verein nur die Nummer zwei sei, erläuterte Kompany. Man müsse auch bei der Nationalmannschaft für die Zukunft planen, sagte er. Die Berufung des 23-Jährigen nannte er daher eine vernünftige, stabile Entscheidung. Er würde es genauso machen. Man müsse als Land sein eigenes Talent auch ein bisschen schützen und weiterentwickeln. Mit Urbigs DFB-Debüt in der Allianz Arena dürfte auch Kompany einverstanden gewesen sein. Der junge Keeper hat eine Duftmarke hinterlassen und darf sich in Griechenland nun auch auswärts beweisen. Hinterlässt er einen ähnlich starken Eindruck, wird er wohl auch künftig zu den Auserwählten von Klopp zählen.
Dahmen und Nübel im Fokus
Mit seinen Leistungen hat sich Dahmen in den DFB-Kader gespielt. Im Gegensatz zu den übrigen nominierten Torhütern steht er sogar über die kompletten zwei Wochen im Aufgebot. Allerdings wird er dabei allem Anschein nach ohne Einsatz bleiben und damit vier weitere DFB-Partien auf der Bank verleben müssen. Insgesamt wären es schon zwölf Spiele, in denen er nur zuschauen durfte. Damit stünde dem Deutsch-Engländer weiterhin ein Verbandswechsel zur FA offen. Allerdings spielte Dahmen auch in der Jugend ausschließlich für Deutschland.
Jahrelang galt Nübel als Neuer-Erbe bei den Bayern. Dazu kam es aber nie. Erst wurde der Keeper so lange per Leihe beim AS Monaco geparkt, ehe er 2023 zu Bayer Leverkusen wechselte. Es schien fraglich, ob er sich unter einem Bundestrainer Klopp in der türkischen Süper Lig besser ins Schaufenster spielen kann als die Konkurrenten. Doch Nübel sorgte am Bosporus schnell mit Leistung für Schlagzeilen: Der 30-Jährige kassierte in den ersten sechs Pflichtspielen kein einziges Tor und stellte damit eine europäische Bestmarke von Alexander Manninger beim FC Arsenal ein.
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