Die D-Mark und die Hoffnungen der DDR-Bürger

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Die D-Mark und die Hoffnungen der DDR-Bürger
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Zeitzeugen berichten darüber, wie die Währungsunion und die deutsche Wiedervereinigung 1990 Hoffnungen auf Freiheit und Wohlstand weckten und den Alltag der Menschen in der DDR nachhaltig veränderten.

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Zeitzeugen erzählen, wie Währungsunion und Wiedervereinigung 1990 Hoffnungen weckten und das Leben der DDR-Bürger veränderten. Die D-Mark versprach Freiheit und Wohlstand. Zeitzeugen erzählen, wie Währungsunion und Wiedervereinigung 1990 Hoffnungen weckten und das Leben der DDR-Bürger veränderten. Für den Film erzählen Zeitzeugen aus Ost und West ihre eigenen Geschichten rund um die Einführung der D-Mark: von Millionensummen im Wartburg bis zur ersten Auslandsreise mit harter Währung.

Es war ein historischer Umbruch für jeden Einzelnen. Wie fühlt es sich an, wenn die gewohnte Währung plötzlich weg ist und das Brot das Fünffache kostet? Wenn es auf einmal alles zu kaufen gibt, ohne „Bückware“ unter dem Ladentisch und ohne jahrelange Wartezeit, wie auf ein Auto in der DDR? Diesen Fragen geht der Film nach und lässt dabei ausschließlich die Menschen zu Wort kommen, die den Umbruch selbst erlebt haben – ohne Reportertext.

Schon Anfang 1990 war absehbar, dass die Tage der „Aluchips“, wie die leichten DDR-Münzen im ostdeutschen Volksmund spöttisch hießen, gezählt waren. Die D-Mark wurde zur Hoffnung von Millionen DDR-Bürgern. Auf Demonstrationen entstand der Ruf „Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr“. Die massenhafte Abwanderung aus der DDR in die Bundesrepublik war nicht zu stoppen, die ostdeutsche Planwirtschaft am Abgrund, die DDR pleite.

Hinzu kam bei vielen das Gefühl, Bürger zweiter Klasse zu sein, weil selbst im Ostblock keiner mehr die Ostmark wollte. Mit der D-Mark hofften viele, endlich „etwas wert“ zu sein, berichten die Zeitzeugen in ihren Interviews. Für die Dokumentation über die Einführung der D-Mark 1990 in der DDR haben die beiden Autorinnen Melanie Haack und Daniela Sonntag mit Menschen gesprochen, die Teil dieser Zeit waren.

Angela Elsner von der Sparkasse Grimma hatte abends kein Brot zuhause, weil sie durchweg Konten eröffnete und Geld für Kunden umtauschte. Von Schlangen, die nicht abebben wollten, erzählt auch die damalige Sparkassendirektorin Heidrun Naumann aus Grimma. Es waren Tage des Pragmatismus, der Geldtransporte mit dem Sparkassen-Wartburg mit Millionen D-Mark im Kofferraum – ohne Polizeischutz. In diesen Wochen leistete der Westen vielerorts Amtshilfe beim Schlittern in die Marktwirtschaft.

Und in die neue Arbeitswelt. Als der Chef vom westdeutschen Sparkassenverband die ostdeutsche Sparkassendirektorin von oben bis unten musterte, erzählt Heidrun Naumann, blieb er verwundert an ihren Korkpantoletten hängen. Und ihr wurde klar: Jetzt beginnt eine neue Zeit. Der großen Euphorie folgte bald die Ernüchterung, als Arbeitsplätze massenweise verloren gingen.

Schon im Frühjahr 1990 konnte Manfred Windus den lauten Rufen nach der D-Mark nichts abgewinnen. Dem Direktor für Materialwirtschaft beim VEB Fahrzeugwerk Waltershausen war früh klar, dass der 1. Juli massive Einschnitte für Arbeitnehmer und Betriebe bringen würde. Ostprodukte wollte keiner mehr.

Auch nicht die sozialistischen Bruderländer. Denn jetzt stand der Markt weltweit offen, die Konkurrenz war riesig. So blieben Milch, Joghurt, Kleidung, Autos liegen und stehen - und Betriebe machten dicht. Und es war die Zeit der Glücksritter aus dem Westen, die im Osten das Geschäft ihres Lebens machten.

Hermann von Schrötter aus Düsseldorf ist heute stolz darauf, dass er einige Abzockversuche verhindern konnte. Der Unternehmensberater wollte Geschichte mitgestalten und brach im Frühjahr 1990 mit seinem amerikanischen Wohnmobil von Düsseldorf in den Osten auf – zum größten Abenteuer seines Lebens. Einig sind sich alle: Die Einführung der D-Mark 1990 war richtig – wenn auch ambivalent. Sie ließ Träume wahr werden – und platzen.

Ein Film über die Einführung der D-Mark 1990, der die Perspektiven der Menschen zeigt, die Teil dieses Umbruchs waren. Die Dokumentation verwebt Originalbilder mit den Erinnerungen und Gefühlen der Zeitzeugen, die erzählen, was sich für 16 Millionen DDR-Bürger über Nacht veränderte.

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