KI kauft jetzt selbstständig für Sie ein – das kann teuer werden! Experten schlagen Alarm wegen ungeklärter Schuldfragen, gekaperter Konten und einem Datenschatz-Albtraum.
Dass eine KI beim Online-Einkauf Tipps gibt, ist ein alter Hut. Doch jetzt zünden die Tech-Konzerne die nächste Stufe: Ihre digitalen Assistenten sollen für dich nicht nur stöbern und Preise checken, sondern den kompletten Kaufvorgang selbstständig durchziehen – inklusive Bezahlung.
Was nach purem Luxus für den Alltag klingt, hat einen gewaltigen Haken. Wenn ein Programm eigenmächtig in deinem Namen Verträge schließt und dein Geld ausgibt, entstehen massive Risiken. Ist so etwas überhaupt legal? Obwohl die ersten Praxistests für das autonome KI-Shopping bisher nur in den USA stattfinden, könnte das sogenannte „Agentic Commerce“ hierzulande rechtlich bereits grünes Licht haben.
Darauf weist das IT-Fachmagazin „c't“ hin und betont die vielen ungelösten und juristisch heiklen Punkte bei Haftung, Vertragsrecht und Zahlungsabwicklung. Für Kritiker ist der Fall sonnenklar: Je mehr Freiheiten die KI-Assistenten beim Einkaufen bekommen, desto gefährlicher wird ihre Anwendung. Die finale Kaufentscheidung muss zwingend beim Menschen liegen. Die Fachleute von „c't“ benennen drei zentrale Gefahrenzonen.
Ein Hauptproblem ist die Haftungsfrage. Wer steht gerade, falls die KI das verkehrte Produkt ordert oder auf einen betrügerischen Online-Laden hereinfällt? Dieser Punkt ist juristisch nicht eindeutig geregelt und könnte für dich als Kunde richtig teuer werden. Besonders heikel sind die umfassenden Berechtigungen, die ein solcher KI-Agent verlangt.
Er will Zugriff auf Mails, Kalender, Cloud-Speicher und vor allem: deine Bezahlsysteme. Wird der Agent von Cyberkriminellen manipuliert, kann er durch ungewollte Bestellungen oder versteckte Kaufbefehle auf gefälschten Webseiten einen enormen finanziellen Schaden verursachen. Um dir passende Vorschläge zu liefern, sammelt die KI massenhaft Informationen über deine Vorlieben und deine Einkaufshistorie. Das kollidiert frontal mit den Grundsätzen der Datenschutz-Grundverordnung , etwa der Datensparsamkeit.
Händler könnten aus diesen Daten außerdem Psychogramme von dir anfertigen und dich mit personalisierten, überhöhten Preisen zur Kasse bitten . Nutzerinnen und Nutzer sollten bei KI-Einkaufsassistenten deshalb höchste Vorsicht walten lassen. Die „c't“ legt nahe, die folgenden Prinzipien strikt einzuhalten: Auch wenn die Technologie verlockend erscheint, solltet ihr die Hoheit über eure Einkäufe und Finanzen nicht aufgeben. Die Risiken, Betrügern aufzusitzen oder Opfer von Datenmissbrauch zu werden, sind aktuell noch zu gravierend.
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