1986 wird in Österwiehe eine Hobbyfußball-Mannschaft gegründet. Dass die „jungen Jungen“ immer noch am Ball sind, hätten die Gründungsväter nie gedacht.
1986 wird in Österwiehe eine Hobbyfußball-Mannschaft gegründet. Dass die „jungen Jungen“ nach vier Jahrzehnten immer noch am Ball sind, hätten die nicht mehr ganz so jungen Gründungsväter nie gedacht.
Der Generationswechsel ist geglückt. Der jüngste und der älteste Young Boy: Finn Jonas Runde und Wolfgang „Wolla“ Pohl trennen 41 Jahre. Das ändert nichts daran, dass sie gemeinsam der Leidenschaft Fußball frönen. | © Markus Voss.
Weißt du noch? Damals beim Fußballturnier der Flotten Pudel in Oberhausen? Da hat sogar der legendäre Bundesliga-Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder Spiele gepfiffen. Stimmt, das war doch der, der vor den Spielen gerne mal einen Kurzen getrunken hat.
– Wenn die alten Recken der Young Boys Österwiehe ins Erzählen kommen, ploppen nach und nach immer mehr Anekdoten und Geschichten von früher auf. Stolze 40 Jahre ist es im September her, dass sich die Young Boys 1986 gegründet haben, bis heute ist die Hobbykicker-Truppe aktiv – auch wenn die nicht mehr ganz so jungen Young Boys mittlerweile nicht mehr dem runden Leder hinterherjagen. So viel ist sicher: Der Generationenwechsel ist geglückt. Vier Jahrzehnte – das ist außergewöhnlich.
Schließlich haben Hobbymannschaften weder eine Jugendabteilung noch Nachwuchsarbeit. Die Österwieher haben einfach immer gekickt, sie haben regelmäßig Turnier gespielt, mal waren es mehr, mal weniger Aktive und zwischendurch gab es auch mal eine fünfjährige Pause. Aber irgendwie waren die Young Boys immer präsent.
„Wir haben eines Tages darüber gequatscht, ob wir nicht an der Stadtmeisterschaft teilnehmen wollen. Wir fanden die alten Trikots geil und der Name war sowieso überragend, also haben wir Alfons gefragt, ob wir nicht mit den Trikots spielen können“, erzählt Dominik Rehpöhler, wie es nach der Pause 2017 zur Auferstehung der Young Boys kam, und bezieht seinen Bruder Philipp und Erik Heimann mit ein. Fleißig wurde trainiert, neue Leute kamen dazu. Und: „Wir sind dann sofort Vizemeister geworden.
“ Lustige Truppe: Seit 40 Jahren jagen die Young Boys Österwiehe dem Fußball hinterher. Aktuell wird regelmäßig auf dem Bolzplatz am Hegselweg in Kaunitz trainiert. Die älteren Young Boys sind nicht mehr aktiv, für das Foto haben die Oldies aber noch einmal ihre Trikots aus dem Schrank geholt. | © Markus Voss Mit Alfons ist Alfons Schoppengerd gemeint.
Er gehörte zu den Nachbarjungen im Alter von 14 bis 25 Jahren, die in Österwiehe rund um Tannenstraße, Ulmenstraße und Schulstraße wohnten und die sich 1986 zum Fußballspielen trafen.
„Unser erstes Spiel haben wir namenlos gespielt“, sagt Schoppengerd. Weil das Kicken aber so viel Spaß machte, kam es zur Teamgründung.
„Jeder durfte Namensvorschläge einreichen. ’Lokomotive’ oder ’Traktor’ waren auch ein Thema“, erinnert sich Wolfgang „Wolla“ Pohl. Doch in einer geheimen Wahl setzte sich Young Boys durch – einer der Jungs hatte kurz vorher von den Young Boys Bern aus der Schweiz gelesen und sich gedacht: Das hört sich gut an. Das tut es bis heute.
Der erste Bolzplatz der Boys war bei Bauer Bölling an der Tannenstraße.
„Wir haben Mistforken in die Erde gesteckt – das waren unsere Tore“, erzählt Helmut Kröger. Der kickte gemeinsam mit seinen Brüdern Werner und Günter. Die Pohl-Brüder waren sogar zu fünft: Jürgen, Matthias, Roland, Horst und Wolfgang. Ein paar Mal wechselte die Truppe den Trainingsplatz.
„Oft haben wir einfach dort gespielt, wo eine Wiese gerade gemäht worden war – Maulwurfshügel inklusive“, so Jürgen Pohl. Wurde es dunkel, parkten die Kicker ihre Autos um den Platz und stellten die Scheinwerfer an. Die Trikots sponserte das Haarstudio Anita – bis heute prangt der Schriftzug auf den Leibchen. Die Höhepunkte in all den Jahren waren aber immer die Turniere und hier besonders die Verler Ortsmeisterschaft .
„Wenn wir gegen Verl-West, Bornholte-Feld oder die Landjugend gespielt haben, ging es über 90 Minuten hoch her“, erzählt Alfons Schoppengerd über die damals übliche rustikale Gangart. Regelmäßig wurden die Turniere zu Familientreffen.
„Kind und Kegel – es waren alle da“, sagt Siegfried „Sixe“ Maasjost, dereinst ein gefürchteter Torjäger. Größte Erfolge der Young Boys waren die Titelgewinne bei den Ortsmeisterschaften 1990, 1991 und 2001, der Sieg bei den Hallen-Ortsmeisterschaften 1991 und 1997 sowie der Triumph bei der Hallen-Kreismeisterschaft 2002.
„Das war eine schöne Zeit“, so „Sixe“. In all den Jahren sind die Young Boys immer vom Österwieher Haarstudio Anita unterstützt worden. Siegfried Sixe Maasjost und Matthias Pohl haben ihre Trikots mit Anitas Trikotwerbung dabei.
| © Markus Voss Und lange her. Heute haben die Söhne und ihre Freunde das Zepter übernommen. Der Trainingsplatz ist aktuell am Hegselweg in Kaunitz, Turniere werden immer noch gespielt, ältester aktiver Young Boy ist Jens Tiemann .
„Der Platz wird immer von der Stadt gemäht. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Manuel Güth, einer der Jungen. Der Jahresbeitrag für die gut 20 Aktiven beläuft sich auf 20 Euro, mit denen Startgebühren und Getränke finanziert werden. Dass die rührige Truppe zum 40-Jährigen am Samstag, 26.
September, am Hegselweg ein Jubiläums-Hobbyfußballturnier veranstaltet hat, versteht sich fast wie von selbst. „Spaß und gute Laune stehen im Mittelpunkt“, sagt Güth.
Rubbel die nächste Story frei
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