Im Alten Land können Besucher die besondere Sorte selbst pflücken. Warum sie so eng mit Finkenwerder verbunden ist.
Immer auf dem Deich entlang: Zur Zeit der Apfelernte lohnt sich ein Besuch in Cranz ganz besonders. Überall leuchtet es rot: Die Apfelernte im Alten Land läuft jetzt auf Hochtouren.
Eine ganz besondere Sorte gibt es nur hier – und die dürfen Besucher sogar selbst ernten. Nicht mit dem Auto und auch nicht mit der Bahn. Wir reisen so an, wie es sich für einen Ort direkt am Wasser gehört: mit der Fähre. Die Verbindung von Blankenese nach Cranz wurde leider eingestellt, aber wer die Räder mitnimmt, kann auch von den Landungsbrücken nach Finkenwerder übersetzen und von dort starten.
Schön flach führt der Radweg in Richtung Naturschutzgebiet Alte Süderelbe und weiter nach Neuenfelde. Ein Stopp an der historischen St. Pankratius-Kirche mit der berühmten lohnt sich, bevor es weitergeht nach Cranz. Rund 14 Kilometer ist die Strecke lang, gut zu schaffen auch ohne E-Bike. Der kleine Stadtteil Cranz mit seinen rund 850 Einwohnern überrascht mit herausgeputzten Fischerkaten und prachtvollen Bürgerhäusern, alle aufgereiht am Estedeich.
Auf dem erhöhten Gründeich lässt es sich gut und unbehelligt von Autos und Motorrädern zu Fuß gehen und einen Blick in die Vorgärten werfen. Vor dem historischen mit der sehenswerten Fassade, seit 1725 in der Hand der Familie Kramer, hängt die Speisekarte – auf Deutsch und auf Plattdeutsch. Auf der Karte stehen Fischgerichte, im Oktober gibt es zusätzlich Ente und ab November Wildspezialitäten. Einkehren?
Unbedingt, es lohnt sich! Die weißen Prunkpforten sind typisch für das Alte Land und symbolisierten seit dem Ende des 17. Jahrhunderts den Wohlstand der Obstbauern. Entlang des Estedeichs stehen alte Häuser mit aufwendig geschnitzten Haustüren.
Der Blick fällt weit über die Apfelplantagen. Inzwischen heißt der Estedeich Leeswig. Auf der rechten Seite liegt der Obsthof Henning Meyer. Nichts wie hin, Äpfel kaufen!
Wer ohne Äpfel nach Hause kommt, war nicht im Alten Land. Ein Radweg führt über das alte Estesperrweg vorbei an den Apfelplantagen. Der Weg „Am Alten Estesperrwerk“ führt zu einer Rollbrücke über die Este. Sehr idyllisch ist es hier: Boote auf dem Wasser, Apfelplantagen, in denen auch im Spätherbst noch rote Äpfel der Sorte Red Prince geerntet werden.
In deutschen Supermärkten landet übrigens nur ein kleiner Teil der Ernte. Die meisten Äpfel aus Cranz werden ins Ausland verkauft und bei uns kommt Ware aus China und Neuseeland in die Läden, wie ein Obstbauer erzählt. Werft im Stillstand Am Neuenfelder Fährdeich steht eine weiße Prunkpforte mit geschnitzten Löwenköpfen und einer Traube in der Mitte. Im 18.
Jahrhundert waren die Tore ein Zeichen für den Reichtum der Bauern. Im Alten Land sind bis heute einige dieser prunkvollen Tore erhalten. Ganz in der Nähe liegt die ehemalige Sietas-Werft. 400 Jahre lang wurde auf Deutschlands ältester Werft Schiffe gebaut und repariert. Eigene Ernte im Alten Land Die Sorte Finkenwerder Herbstprinz stammt von er Elbinsel Finkenwerder und kann besonders lange gelagert werden..
Bei Dirk Meyer am Neuenfelder Fährdeich 18 gibt es nicht nur Elstar, Gala oder Holsteiner Cox zu kaufen, hier kann auch jeder in der Plantage seine Lieblingssorten selbst pflücken. Körbe dafür gibt es im Hofladen, der täglich von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet hat. Die Apfelernte ist bis in den November hinein möglich. Tipp: Der Finkenwerder Herbstprinz ist das traditionsreiche Highlight des Hofes.
Die mild-säuerliche und gut lagerfähige Sorte stammt ursprünglich von der Elbinsel Finkenwerder. Für den Herbstprinzen kann man auf dem Hof sogar eine Baumpatenschaft abschließen. Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns über Ihren Beitrag und einen respektvollen Austausch. Um Kommentare verfassen zu können, benötigen Sie ein MOPO+ Abo. Wie der Kommentarbereich funktioniert,
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