Dividendenaristokraten: Warum die höchsten Renditen oft auf dem dünnsten Eis stehen

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ihre Dividende erhöht. Viele Anleger greifen innerhalb dieser Elite dann zu den Titeln mit der höchsten Rendite. Eine Auswertung von 65 der aktuell 69 Aristokraten zeigt jedoch: Genau diese Strategie führt überdurchschnittlich oft zu Unternehmen, deren Ausschüttung bereits auf Kante genäht ist.

Unter Beobachtung steht es, wenn die Ausschüttungsquote über 85 % oder die Free-Cashflow-Quote über 100 % liegt. Alle übrigen bilden das Mittelfeld. Bei REITs zählt nur die Free-Cashflow-Quote, bei Versorgern wegen ihrer hohen Investitionen nur die Ausschüttungsquote. Das Ergebnis: 32 Aristokraten stehen solide da, 24 liegen im Mittelfeld, 9 zeigen mindestens ein Warnsignal.zehn renditestärksten Aristokraten kommen im Median auf eine Rendite von knapp 5,0 %.

Davon erfüllt nur ein einziges Unternehmen alle Kriterien der soliden Gruppe, nämlichbieten im Median nur 0,9 % Rendite. Dafür stehen sechs davon solide da, kein einziger zeigt ein Warnsignal, und das Dividendenwachstum liegt im Median bei 5,0 %. Das gleiche Muster zeigt sich über alle 65 Unternehmen: Die solide Gruppe kommt im Median auf 2,0 % Rendite bei 6,9 % Dividendenwachstum. Die Gruppe unter Beobachtung bietet 3,8 % Rendite, steigert die Dividende aber nur noch um 1,8 %.

Der Grund ist einfach: Eine hohe Dividendenrendite entsteht häufig durch einen gefallenen Aktienkurs, und der Kurs fällt meist dann, wenn der Markt am Geschäftsmodell oder an der Tragfähigkeit der Dividende zweifelt. Die Rendite ist in diesen Fällen weniger ein Geschenk als eine Risikoprämie.. Nicht jedes Warnsignal wiegt gleich schwer. Extrem hohe Ausschüttungsquoten wie bei Genuine Parts , Smucker oder Albemarle entstehen meist durch einmalige Gewinneinbrüche, etwa durch Abschreibungen.

Bei allen drei ist die Dividende über den Free Cashflow weiterhin gedeckt. Die Buchgewinne verzerren das Bild hier stärker als die tatsächliche Zahlungsfähigkeit. Ernster sind die Fälle, in denen beide Kennzahlen gleichzeitig Alarm schlagen. Beide Unternehmen schütten also mehr aus, als sie an freiem Geld erwirtschaften.

Das lässt sich eine Zeit lang über die Bilanz finanzieren, auf Dauer aber nicht. Die Sektoren: Industrie stark, Konsumgüter unter Druck, lange der Inbegriff verlässlicher Dividenden, schneidet am schwächsten ab: Von 14 Aristokraten stehen nur 3 solide da, 5 unter Beobachtung. Selbst Schwergewichte wieEine überdurchschnittliche Dividendenrendite sollte immer der Anlass sein, Ausschüttungs- und Free-Cashflow-Quote zu prüfen. Unternehmen mit niedriger Rendite und kräftigem Wachstum können die Hochrendite-Titel über die Jahre beim Einkommen auf den Einstandskurs überholen.

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