Vom Aston-Martin-F1-Ersatzfahrer zum DTM-Kandidaten? Wieso Jak Crawford in Hockenheim für Comtoyou testete und wie seine Zeiten einzuschätzen sind
- Was steckt hinter Jak Crawfords DTM-Test beim Aston-Martin-Team Comtoyou? Der US-amerikanische Formel-1-Ersatzfahrer von Aston Martin tauchte vor einer Woche beimvöllig überraschend im Aston Martin Vantage GT3 Evo auf.
Und zwar anstelle der Stammfahrer Nicki Thiim, der sogar noch theoretische Titelchancen hat, und Nicolas Baert.
"Wir nutzen den heutigen Test, um Jak im Hinblick auf unsere DTM-Planungen für 2027 näher kennenzulernen", erklärte Mario Schuhbauer, der bei Comtoyou als DTM-Leiter fungiert, die unerwartete Fahrersichtung. Damit sagt er nicht weniger, als dass der 21-Jährige aus Charlotte tatsächlich ein potenzieller DTM-Kandidat für 2027 ist. Crawford war von 2020 bis 2023 Teil des Red-Bull-Kaders, wurde 2024 von Aston Martin engagiert und 2025 im dritten Formel-2-Jahr hinter dem Italiener Leonardo Fornaroli Vizemeister.
Aber wie kam es zum DTM-Test des Mannes, der schon einige Tests und Freie Trainings im Formel-1-Boliden von Aston Martin absolvierte? Crawford ist an den Formel-1-Wochenenden als dritter Mann bei Aston Martin stets vor Ort - und verbringt viel Zeit mit StammfahrerDenn der Sohn von Formel-1-Teambesitzer Lawrence Stroll gab dieses Jahr im April beim Auftakt der GT-World-Challenge-Europe-Langstreckenserie in Le Castellet sein GT3-Debüt im Comtoyou-Aston-Martin. Der Kanadier, der auch bereits mehrmals für das Team testete, überzeugte dabei mit starken Rundenzeiten.
, ein potenzielles Betätigungsfeld für die Zukunft. Er muss sich nach Alternativen zur Formel 1 umsehen, denn abgesehen vom Haas-Cockpit vonWährend viele Piloten nach dem Formel-Aus die Hypercars im Visier haben, müssen die DTM-Piloten ihre Boliden - wie in der Formel 1 oder im Formelsport - nicht mit einem Teampartner teilen. Das könnte ein attraktiver Aspekt für Crawford sein.
Abgesehen davon wird der GT3-Sport gerade bei Formel-1-Piloten immer beliebter, wie auch die Einsätze von Wie sich der US-Youngster beim DTM-Test schlug? Insgesamt kam er auf 124 Runden, wodurch nur Manthey-Porsche-Pilot Ricardo Feller mit 128 Umläufen mehr fuhr. Das sind fast vier DTM-Renndistanzen. Croawford fuhr am Vormittag eine persönliche Bestzeit von 1:38.925 - und steigerte sich am Abend auf eine 1:38.531.
Damit hatte er 1,413 Sekunden Rückstand auf die Tages-Bestzeit von McLaren-Youngster Ben Dörr - und war auch um 0,388 Sekunden langsamer als der Vorletzte Bastian Buus im Land-Porsche. Doch Crawford besaß vor dem Test nicht nur keinerlei GT3-Erfahrung - er fuhr auch noch nie ein Rennauto mit Dach, ABS und Traktionskontrolle. Wie man vor einigen Jahren bei David Schumacher gesehen hat, ist diese Umstellung gerade im Hinblick auf die Fahrhilfen keineswegs einfach.
Denn die Profis bremsen die Boliden auf eine Weise ab, dass das ABS gerade nicht eingreift. (ging es beim ersten Test vor allem darum, dass sich Crawford ohne Stress an das ungewohnte Umfeld gewöhnt. Er absolvierte auch Longruns und eine Qualifying-Simulation - Referenzzeiten und andere Dinge spielten dabei keine Rolle.
Es ging vor allem darum, dass der seit dem Alter von zwölf Jahren in Europa lebende US-Amerikaner die Abläufe und das in der DTM übliche Anwärmen der Reifen über den sogenannten Heat-Soak kennenlernt.
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