In der vergangenen Saison krachte es zwischen den Verantwortlichen der DTM und des ADAC GT Masters. An diesem Wochenende startet das GT Masters in die neue Saison, und auch die DTM hat ein Starterfeld zusammenbekommen.
In der vergangenen Saison krachte es zwischen den Verantwortlichen der DTM und des ADAC GT Masters. An diesem Wochenende startet das GT Masters in die neue Saison, und auch die DTM hat ein Starterfeld zusammenbekommen.
Eine Zusammenarbeit war unmöglich, undenkbar. Ja, die DTM und das GT Masters hatten in der Vergangenheit zwei gemeinsame Veranstaltungen gestemmt. Doch in der Coronakrise einen Zusammenschluss anpeilen, um die Kräfte zu bündeln? Nein, so weit ging die Liebe dann nicht. Nicht einmal annähernd. Stattdessen gab es Zoff, gegenseitige Vorwürfe. Das Ergebnis: Beide Serien kochen mit ihren GT3-Reglements 2021 ihr eigenes Süppchen. Beide trotzten allerdings auch erfolgreich der Coronakrise und den wirtschaftlichen Problemen: Das GT Masters blickt auf fast 30 Autos und sieben Marken beim Start der neuen Saison an diesem Wochenende, die DTM auf fast 20 von sechs Marken, Gaststarter inklusive. Sie startet am 19. Juni in Monza in die neue Saison. «Auch wenn der ADAC behauptet hat, dass die DTM dem deutschen Motorsport schadet, glaube ich eher, dass hinter den Bedenken in erster Linie die kommerziellen Interessen der Serie standen», sagte DTM-Chef Gerhard Berger bei auto motor und sport. «Ich denke aber, dass wir kein einziges Team übernommen haben, das vorher beim ADAC GT Masters angetreten ist. Somit dürfte niemandem ein Schaden entstanden sein.» Was nicht ganz korrekt ist, denn einen Überläufer gab es mit Mücke, zudem setzt Winward nur noch ein Auto im GT Masters ein. Berger glaubt: «Beide Serien sind gut, hatten in der Vergangenheit ihren Platz und das wird auch in Zukunft so sein.» Wie sehen das andere Motorsport-Größen? DTM und GT Masters «tun sich ja nicht weh, es ist keine Konkurrenz», sagte Hans-Joachim Stuck SPEEDWEEK.com und spielt damit auf die unterschiedlichen Formate der beiden Serien an. «Wenn sie ganz gescheit sind, sprechen sie vernünftig miteinander und legen es mal zusammen für ein, zwei oder mehrere Rennen. Im Endeffekt hat der Fan den großen Nutzen davon», so Stuck, der aber nur wenig Hoffnung hat, dass eine Zusammenlegung unter den aktuellen Verantwortlichen tatsächlich möglich ist. Was die DTM betrifft, ist Stuck «davon überzeugt, dass es eine coole Geschichte wird. Ich habe nicht gedacht und bin überrascht, dass es so viele Autos sind für den Anfang, auch bedingt durch die Coronakrise. Gerhard hat hart gearbeitet, und er wird die Belohnung dafür bekommen, davon bin ich überzeugt.» Auch der frühere DTM-Champion Manuel Reuter hätte es gerne gesehen, wenn beide Serien die Kräfte gebündelt hätten. Man müsse sehen, ob das Konzept mit den beiden Serien zukunftsträchtig sei, sagte Reuter der Sportschau: «Es ist schade, dass man daraus nicht eine Serie gemacht hat», so Reuter. Für den früheren Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug gab es «keine andere Alternative. Die Alternative hätte geheißen, gar keine DTM oder eine Verschmelzung . Die Verschmelzung war offensichtlich nicht möglich, und da bin ich wieder bei dem Punkt Konkurrenz belebt das Geschäft. Man wird sich differenzieren, man wird sehen, wie das funktioniert», sagte Haug. «Es ist eine große Herausforderung für Gerhard Berger und sein Team, aber wie ich höre, sind sie auf einem guten Weg. Der deutsche Motorsport kann sich nur wünschen, dass es beides gibt», so Haug weiter.Exklusiv auf SPEEDWEEK.com: Dr. Helmut Marko, Motorsport-Berater von Red Bull, analysiert den jüngsten Grand Prix. Diesmal: Jeddah, Ferraris Problem mit Ollie Bearman und die Form der Racing Bulls.
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