Auch wenn Arbeitgeber Lohndaten automatisch ans Finanzamt schicken, bedeutet das nicht, dass Ehepaare damit von der Abgabepflicht ihrer Steuererklärung befreit sind. Ganz im Gegenteil.
) sorgt für erhebliche Unruhe unter Beschäftigten - insbesondere bei Ehepaaren mit den Steuerklassen III und V. Im Urteil stellten Richter kürzlich klar: Wer zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist und dieser Pflicht nicht nachkommt, kann auch Jahre später noch zur Kasse gebeten werden - im Extremfall wegen Steuerhinterziehung durch Unterlassen.
Im konkreten Fall war ein Ehepaar über Jahre hinweg nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Der Ehemann bezog Arbeitslohn in Steuerklasse III, die Ehefrau war zunächst ohne eigenes Einkommen. Als sie später eine Beschäftigung aufnahm und in Steuerklasse V eingestuft wurde, änderte sich die steuerliche Situation grundlegend: Ab diesem Zeitpunkt bestand eine gesetzliche Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Doch genau das unterblieb.
Das Finanzamt bemerkte das allerdings erst Jahre später - und setzte rückwirkend höherefest. Dagegen wehrten sich die Betroffenen mit dem Argument, alle relevanten Daten hätten dem Finanzamt bereits vorgelegen, etwa durch die elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen der Arbeitgeber. Der BFH wies diese Argumentation zurück. Entscheidend sei nicht, ob Daten vorhanden sind, sondern ob sie tatsächlich von der zuständigen Sachbearbeitung „zur Kenntnis genommen“ wurden.
„Erst dann liegt eine rechtlich relevante Kenntnis der Finanzbehörde vor“, erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. Solange das nicht der Fall sei, beginne auch die reguläre Festsetzungsfrist nicht zu laufen. Die Konsequenz ist gravierend: Statt der üblichen vier Jahre kann das Finanzamt in solchen Fällen bis zu zehn Jahre rückwirkend Steuern festsetzen. Denn das Unterlassen der Steuererklärung kann als Steuerhinterziehung gewertet werden - selbst dann, wenn keine aktive Täuschung vorliegt.bedeutet das Urteil ein erhöhtes Risiko.
Besonders betroffen sind Konstellationen, in denen sich die Einkommensverhältnisse ändern, etwa wenn ein zuvor nicht berufstätiger Partner wieder ins Arbeitsleben einsteigt. Wer dann weiterhin keine Steuererklärung abgibt, handelt nach Auffassung des BFH auf eigenes Risiko. Das Urteil unterstreicht eine klare Botschaft: Die Verantwortung für die richtige steuerliche Einordnung liegt beim Steuerzahler, nicht beim Finanzamt.
„Automatisch übermittelte Daten bieten keinen Schutz“, so Daniela Karbe-Geßler. „Wer zur Abgabe verpflichtet ist, muss selbst aktiv werden. “Bestimmen Sie das Handelsblatt bei Google als Ihre wichtige Nachrichtenquelle.
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
E-Auto-Förderung zwingt Antragsteller zur SteuererklärungWer die neue E-Auto-Förderung nutzen möchte, muss zwei Steuerbescheide aus den Vorjahren nachweisen. So wird nun auch für viele bisher nicht Abgabepflichtige eine Steuererklärung nötig.
Weiterlesen »
Leipziger Stadion bekommt neuen Hybrid-RasenNach dem Finale der Conference League wird der alte Rasen in der Leipziger Red Bull Arena entfernt und durch einen neuen Hybrid-Rasen ersetzt. Die Leipziger Rasen-Profis sind erfahren in dieser Arbeit und haben bereits vergangenen Sommer den Stadion-Rasen versetzt. Der neue Rasen wird auf dem Trainingsplatz 8 am Cottaweg verlegt und soll den Verein rund 200.000 Euro sparen. In der Zwischenzeit wird der Platz in Abtnaundorf mit dem alten Rasen ausgestattet, der nach der Verlegung vertikutiert und neu eingesät wird. Ab Anfang Juli werden vor allem die RB-Frauen das Grün nutzen und auch Sachsens Nachwuchstalente sollen in trainingsfreien Phasen von den Spitzenbedingungen profitieren. Bis zum Konzert der Böhsen Onkelz wird die Red Bull Arena mit Platten ausgelegt, um den Untergrund zu schonen, und anschließend wird ein neuer Hybrid-Rasen im Stadion verlegt, der bis zum Bundesliga-Start im August wieder anwachsen soll.
Weiterlesen »
Steuererklärung fällig? Wie hilfreich KI dabei wirklich istBelege-Chaos, Fachchinesisch? Wer beim Steuermarathon ins Stolpern gerät, fragt womöglich KI um Hilfe. Dann sollte aber klar sein, was die Maschine kann - und wo sie schnell an Grenzen stößt.
Weiterlesen »
Steuererklärung: Diese Ausgaben können Sie erstattet bekommenWer eine Steuererklärung abgibt, bekommt pauschal 1230 Euro auf die Steuer angerechnet. Doch rund um den Job gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Werbungskosten abzusetzen und mehr zu sparen.
Weiterlesen »




