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Ein Schaf im Kettenhemd: Kann Erfindung Tiere vor Angriffen durch Wölfe schützen?

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Ein Schaf im Kettenhemd: Kann Erfindung Tiere vor Angriffen durch Wölfe schützen?
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Das löchrige Gewand für Nutztiere sorgt im Netz für Aufsehen - nicht nur durch die Optik. Erfinder Rudolf Schaubach will damit Schafe vor Wölfen schützen. Tierschützer hingegen sehen den Tierschutz gefährdet.

Rund drei Jahre feilt Rudolf Schaubach aus Villach in Österreich an seinem Schutz netz für Schaf e, bis ein erster Schäfer es vor rund zwei Wochen ausprobiert.

Ein 1,50 Meter mal 1,50 Meter großes und zwei bis drei Kilogramm schweres Netz aus Kunststoff, dass mit Stacheln besetzt ist, soll die Tiere vor dem Wolf schützen. Diese Stacheln sollen laut Schaubach so spitz wie Nägel sein und in Gummischläuche gehüllt sein,"damit Mensch und Schaf sich nicht verletzen können". Schaubach hofft, dass der Wolf beim Biss durch den Schmerz von seiner Beute lässt.

"Der Wolf ist ein intelligentes Tier, ich glaube nicht, dass er dann ein zweites Mal zubeißt", sagt der Erfinder. Angeregt zur Idee wurde der ehemalige Jäger durch die zunehmende Zahl von Wolfsangriffen in Kärnten.größte dokumentierte Wolfsriss in Niedersachsen . Ein Schock sowohl für die überlebenden Tiere, aber auch für den betroffenen Schäfer. Genau davor soll das Kettenhemd schützen.

Doch ist es wirklich eine Alternative zum Herdenschutz, wie er in Niedersachsen vorgeschrieben ist? Schäfer aus Wersabe hält Schutznetz für Unsinn "Das wird sich auf gar keinen Fall durchsetzen. Das ist tierschutzrelevant und totaler Quatsch", kritisiert Deichschäfer René Krüger aus Wersabe im Landkreis Cuxhaven.

Er gehe davon aus, dass die Wolle der Tiere schon nach kurzer Zeit in das Netz wachsen werde und dass der Wolf in diesem Fall nicht den Körper, sondern in Extremitäten wie den Kopf oder die Beine beiße.

"Das wird den Wolf nicht abhalten. Deswegen ist das völliger Blödsinn.

" Er hat selbst knapp 1.000 Schafe, die auf dem Weserdeich leben. Für den Schutz seiner Schafe hat er zwölf Herdenschutzhunde. Ähnlich sieht das auch Gina Strampe vom Landesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung Niedersachsen. Sie stellt außerdem die Frage nach den Kosten:"Wer will 500 Schafe damit ausstatten, wer will sich das leisten.

Das erachte ich als nicht sinnvoll.

"Beim Landestierschutzverband Niedersachsen stößt die Erfindung ebenfalls auf Skepsis. Dessen Vorsitzender, Dieter Ruhnke, hält wenig von dem Ansatz und verweist stattdessen auf die Bedeutung eines konsequenten Herdenschutzes. Aus seiner Sicht liegt das eigentliche Problem nicht in fehlenden technischen Lösungen, sondern darin, dass manche Tierhalter ihre Herden nicht ausreichend schützen.

Zudem befürchtet er, dass"die Tiere dadurch mit Sicherheit in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein" werden. Auch Landfrau Anne Friesenborg aus dem Wangerland hält die Schutzvorrichtung insbesondere für größere Betriebe für schwer umsetzbar. Friesenborg klärt selbst seit Jahren in Vorträgen über die Geschichte der Wölfe in Ostfriesland auf. Sie zweifelt, entgegen der Mutmaßungen des österreichischen Schäfers Schaubach daran, dass Wölfe daraus einen dauerhaften Lerneffekt ziehen würden.

Nach ihrer Einschätzung gehe der"Wolf erst an die Beine, um es runterzureißen". Dabei verweist sie auf ihre mehrjährige Begleitung bei Rissbegutachtungen: Sie habe immer wieder schwer verletzte Schafe erlebt, die eingeschläfert werden mussten, da sie vom Wolf nicht gezielt getötet worden seien. Anfangs könne die Konstruktion Wölfe durch die Optik irritieren.

"Ich glaube der Wolf ist so schlau, der kann sich auf jede Situation irgendwie einstellen", sagt sie. Schaubach weist Kritik zurück - und sucht Schäfer Rudolf Schaubach soll nach übereinstimmenden Medienberichten vom Wiener Tierschutzverein"Tierschutz Austria" wegen nicht artgerechten Vorgehens angezeigt worden sein. Er selbst sei darüber noch nicht informiert, sagt Schaubach. Er weist die Kritik zurück.

Viele Einwände könne er nicht verstehen"man hat nur Bilder gesehen, man hat sich nicht mit dem auseinandergesetzt oder es sich persönlich angeschaut". Nach seinen Angaben habe ein Schaf die Vorrichtung mehrere Tage getragen, sich normal bewegt, gefressen und ein Lamm gesäugt. Die Zusammenarbeit mit einem ersten Schäfer habe er dennoch vorerst beendet, um den Betrieb nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Nun sucht er nach einem Standort außerhalb Österreichs, an dem das System unter realen Bedingungen getestet werden kann.

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