Ein motiviertes Team startet im Juli an der Bielefelder Hauptstraße. Alte und neue Patienten sind willkommen. Wie man sich schon jetzt informieren kann.
Bielefeld - Brackwede . Die Patientinnen und Patienten, die ab 1. Juli nach längerer Zeit mal wieder unbedarft zu ihrem Hausarzt in die Praxis an der Hauptstraße 90 in Bielefeld - Brackwede kommen, könnten überrascht werden.
Zwei jüngere Gesichter werden ihnen entgegenstrahlen. Denn dann gehen Anne Baumhöfener und Cornelius Menze in ihrer neuen „Praxis am Frölenberg“ als Allgemeinmediziner an den Start. Sie haben die Räume im Brackweder Ärztehaus von Michael Vorwerk übernommen, der es vorgezogen hat, ohne größeres Aufsehen in den Ruhestand zu gehen. Sie hätten aber weder die Praxis noch die Patientenkartei übernommen, betont Anne Baumhöfener , sondern ihre eigenen Kassensitze beantragt und bekommen.
„Wir starten bei Null“, ergänzt Cornelius Menze . Die bisherigen Patienten von Michael Vorwerk, der am Standort rund 20 Jahre praktiziert hat, seien selbstverständlich willkommen. Drei seiner Medizinischen Fachangestellten werden nach den Worten von Menze in der neuen Praxis weiterarbeiten, ergänzt durch drei weitere MFA. Ein motiviertes Team „von sehr jung bis sehr erfahren“, wie es der 41-Jährige darstellt.
Alte Praxisräume werden umfassend modernisiert Ab Mitte Mai werden die Räume im 1. Obergeschoss des Ärztehauses, die sowohl von der Hauptstraße als auch von der rückwärtigen Raymondstraße erreicht werden können, renoviert und umgebaut, um den Anforderungen einer modernen Praxis zu entsprechen. Ab Mitte Mai soll auch die Homepage scharfgeschaltet sein.
„Dann können sich interessierte Patienten schon einmal informieren“, sagt Anne Baumhöfener. Für die 44-Jährige ist Brackwede Heimat, wohnt sie doch mit der Familie im Stadtbezirk, ihr Mann Philipp Baumhöfener betreibt eine Praxis für Physiotherapie – ebenfalls an der Hauptstraße. Der Wunsch nach Selbstständigkeit habe schon länger bestanden, erzählt Anne Baumhöfener – und dann sei ihr angetragen worden, dass diese Räume freiwerden. Zuletzt hatte sie in einer Hausarzt-Praxis am Klösterchen gearbeitet, nachdem sie 2024 ihre Facharztprüfung zur Allgemeinmedizinerin bestanden hat.
Nach dem Abitur, schildert Baumhöfener, habe sie zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, zwei Jahre im Job gearbeitet. Es folgte das Medizinstudium in Münster, währenddessen kamen ihre drei Söhne zur Welt.
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„In dieser Zeit ist die Idee gereift, dass ich etwas Eigenes möchte“, erzählt die Ärztin. Schon ihr Schwiegervater sei Hausarzt gewesen. Dieser sei ohne Nachfolger in den Ruhestand gegangen, so wie es heutzutage vielen Ärzten ergehe. Daher ist sie froh, in Brackwede die Gelegenheit zur Selbstständigkeit gefunden zu haben.
„Das ist hier kein schlechtes Pflaster“, betont Baumhöfener zunächst westfälisch zurückhaltend, um dann doch noch draufzusatteln: „Brackwede ist ein Super-Standort. Der Stadtteil hat eine extreme Vielfalt, viel Fachärzte und Apotheken, ein Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin, eine tolle Anbindung, auch für Mobilitätseingeschränkte.
“ Cornelius Menze muss schmunzeln. Für den gebürtigen Verler, der in Bielefeld-Ubbedissen wohnt, war Brackwede in der Vergangenheit eher kein Begriff.
„Auf dem Südring immer flott dran vorbei“, räumt er lachend ein. „Ich bin positiv überrascht. “ Lesen Sie auch: Darum stecken zwei 30-Jährige 500.000 Euro in eine eigene Physio-Praxis Große Facharzt-Dichte entlang der Brackweder Hauptstraße Als er mit seiner neuen Partnerin bewusst über die Hauptstraße gegangen sei, habe er sich angesichts der Facharzt- und Hausarzt-Dichte zunächst gefragt, ob für sie noch genug Platz sei. „Aber viele haben oft schon ein Stoppschild rausgehängt“, sagt Menze, sie nähmen keine Patienten mehr an.
„Also haben wir uns entschlossen, Brackwede zu versorgen“, Hausbesuche inklusive. Der 41-Jährige hat zunächst in Marburg Biochemie studiert, ist dann zur Medizin gewechselt und nach Göttingen.
„Bodenständige Hausarztmedizin“, sein Ziel. „Ich bin familiär vorbelastet“, schildert Menze und lacht. „Mein Vater praktiziert als Hausarzt in Verl. “ Menze arbeitet derzeit noch in einer Heeper Praxis.
Freude und Respekt vor der neuen Herausforderung Durch einen Kollegen habe man sich zufällig kennengelernt, erinnert sich der 41-Jährige, der zwei Kinder hat. Und es sei der Gedanke gereift, dass man zueinander passe und gleiche Vorstellungen darüber habe, wie eine Praxis laufen sollte.
„Es ist ja schon so etwas wie eine berufliche Ehe, die wir jetzt eingehen. “ Da sollte es schon passen. Am 1. Juli startet also das Abenteuer, das die beiden „mit Freude, aber auch großer Spannung und Aufregung“ angehen, wie Cornelius Menze sagt.
„Und mit Respekt“, ergänzt Anne Baumhöfener, „das ist schließlich unsere erste Selbstständigkeit. “ 📱News direkt aufs Smartphone: Hier finden Sie den kostenlosen Whatsapp-Kanal der NW-Bielefeld
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