Einkommenslücke zwischen Ost- und Westdeutschland bleibt groß

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Einkommenslücke zwischen Ost- und Westdeutschland bleibt groß
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Ostdeutsche Haushalte haben 2024 im Schnitt 7080 Euro weniger netto zur Verfügung als westdeutsche. Die Einkommenskluft wächst und die wirtschaftliche Angleichung stockt.

Zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen weiter erhebliche Einkommensunterschiede. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes berichteten, hatten Haushalte in den fünf neuen Bundesländern und Berlin im vergangenen Jahr durchschnittlich 7080 Euro netto weniger zur Verfügung als Haushalte in Westdeutschland. Die Zahlen hatte laut dem Bericht die Partei BSW bei der Statistik-Behörde erfragt.

Einkommenskluft zwischen Ost und West wächst

In den Daten sind alle Einkommensarten aller Bürgerinnen und Bürger enthalten, neben Lohneinkommen auch Pensionen oder Miet- und Kapitaleinkommen, die im Westen meist höher sind als im Osten. Abgezogen werden Steuern, Sozialbeiträge und regelmäßige Geldtransfers zwischen privaten Haushalten. Die Kluft zwischen Ost und West bei den Einkommen wurde in den vergangenen Jahren den Daten zufolge größer. So hatten 2024 ostdeutsche Haushalte demnach 7080 Euro netto weniger zur Verfügung, 2023 lag die Lücke bei 6979 Euro.

In Sachsen-Anhalt war das durchschnittliche Haushalts-Nettoeinkommen mit 38.284 Euro am niedrigsten, am unteren Ende der Skala folgt Sachsen mit 39.500 Euro. Auf dem drittletzten Platz liegt mit Bremen (39.955 Euro) allerdings schon ein westdeutsches Bundesland, noch hinter Mecklenburg-Vorpommern (40.818 Euro), Thüringen (42.959 Euro), Brandenburg (45.569 Euro).

Am besten schneidet Bayern mit 53.067 Euro durchschnittlichem Haushalts-Netto ab, gefolgt von Baden-Württemberg mit 51.923 Euro, Hessen (49.538 Euro), Rheinland-Pfalz (48.813 Euro) und Nordrhein-Westfalen (48.455 Euro).

Wirtschaftliche Angleichung stockt weiter

Allgemein hat Ostdeutschland bei der Angleichung der Wirtschaft an das Niveau im Westen der Republik nach einer Studie zuletzt kaum mehr aufgeholt. Das gehe aus einer unveröffentlichten Studie hervor, wie die Rheinische Post berichtete. 2025 erreichten demnach die fünf ostdeutschen Flächenländer knapp 79 Prozent des Westniveaus, nach gut 78 Prozent im Vorjahr. Einzelne Indikatoren für die Wirtschaftsentwicklung seien dabei seit Jahren sogar rückläufig.

Die Zeitung bezog sich auf Zahlen aus dem IW-Einheitsindex, der den Aufholprozess seit 1990 abbildet. Er berücksichtigt neben der Wirtschaftsleistung je Einwohner die Produktivitätsentwicklung, den Kapitalstock der Wirtschaft, den Anteil Hochqualifizierter bei Forschung und Entwicklung, die Erwerbsbeteiligung sowie die Arbeitslosen- und Selbstständigenquote. Ostdeutschland fällt der Studie zufolge gleich bei mehreren Indikatoren zurück oder kommt nicht voran. So sinke etwa die Erwerbsbeteiligung. Gemessen an der Gesamtbevölkerung erreichte der Osten 2010 noch knapp 89 Prozent des Westniveaus, 2025 nur noch gut 85 Prozent.

Auch die Investitionen seien ins Stocken geraten: Beim Wert aller Maschinen, Fabriken, Straßen und Gebäuden je Einwohner – also dem Kapitalstock – hole der Osten seit 15 Jahren kaum noch auf. 2010 lag er bei knapp 77 Prozent des Westniveaus, 2025 bei gut 79 Prozent. Beim Personal in Forschung und Entwicklung erreiche der Osten nur gut 46 Prozent des Westniveaus.

Demografie und Fachkräfte belasten den Osten

Zwar könnten die neuen Bundesländer auch Achtungserfolge vorweisen, etwa die Ansiedlung des Tesla-Werks im brandenburgischen Grünheide, das europaweit führende Chip-Cluster in Dresden oder den Ausbau der erneuerbaren Energien. Pessimistisch stimme allerdings die besonders ungünstige demografische Struktur, zitierte die Rheinische Post aus der Studie. Nach Bevölkerungsprognosen schrumpfe die Bevölkerung im Osten bis 2045 in einem Szenario ohne Zuwanderung um mehr als ein Fünftel – deutlich stärker als im Westen.

Dass die Offenheit für Zuwanderung mit Blick auf Fachkräfte nach den jüngsten Wahlergebnissen infrage steht, trübe den Ausblick, hieß es. Und ebenso wenig Rückenwind dürfte die dortige Wirtschaft von den Vorstößen ihrer Ministerpräsidenten bekommen, die Rente mit 63 beizubehalten. Denn mit seiner Bevölkerungsstruktur sei der Osten besonders darauf angewiesen, erfahrene Beschäftigte länger im Job zu halten.

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