Europas Flüsse führen im Sommer 2022 die niedrigsten Wassermengen seit Beginn der Aufzeichnungen 1992. Der EU-Klimawandeldienst C3S meldet zudem ungewöhnlich warme Meere und extreme Hitze.
Europa s Flüsse haben im Sommer 2022 die niedrigsten mittleren Abflussmengen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992 verzeichnet. Das berichtet der EU- Klimawandel dienst C3S. Betroffen waren große Flüsse wie Rhein, Donau, Po, Loire, Rhône und Seine, die im Juli und August rekordniedrige oder nahezu rekordniedrige Ab flüsse aufwiesen. Gleichzeitig waren die Meere rund um Europa ungewöhnlich warm.
Rekordniedrige Abflüsse in europäischen Flüssen
Die extrem niedrigen Wasserstände setzten laut C3S die Bewässerung, die Kühlung von Kernreaktoren, die Wasserkraft, die Süßwasserverfügbarkeit und die Energieversorgung unter erhöhten Druck. Der Dienst des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus betonte den engen Zusammenhang zwischen Klimawandel und geopolitischen Herausforderungen wie der Energiesicherheit.
Entlang eines Großteils der Atlantikküste sowie im westlichen und zentralen Mittelmeer wurden Rekordwerte oder Beinahe-Rekordwerte bei den Meeresoberflächentemperaturen gemessen. Diese gingen mit starken bis außergewöhnlichen marinen Hitzewellen einher. Marine Hitzewellen können die Hitze in angrenzenden Küstengebieten verstärken, indem sie die nächtliche Abkühlung einschränken und die Luftfeuchtigkeit erhöhen, wodurch sich der Hitzestress verschlimmert.
Drittwärmster Sommer und Rekordhitze in Westeuropa
Den Copernicus-Daten zufolge war der Sommer 2022 für den Gesamtkontinent der drittwärmste und für Westeuropa der wärmste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. Westeuropa verzeichnete eine Durchschnittstemperatur von 21,7 Grad Celsius, was 2,5 Grad über dem Schnitt der Jahre 1991 bis 2020 liegt.
Bis zum Ende der Sommersaison war ein Rekordanteil von 52 Prozent der Kontinentfläche einer als sehr stark eingestuften Hitzebelastung ausgesetzt. Das entspricht gefühlten Temperaturen von 38 Grad oder mehr. Bemerkenswert waren zudem die Dauer und die geografische Ausdehnung der Hitze: Es gab 17 Tage, an denen in mindestens 60 Prozent Westeuropas Temperaturen von über 30 Grad herrschten. Im Jahr 2003 waren es 11 Tage, im Jahr 2025 7 Tage.
Verheerende Waldbrandsaison in Spanien und Frankreich
Anhaltende Trockenheit und wiederholte Hitzewellen begünstigten eine außergewöhnlich intensive Waldbrandsaison. Bis zum 2. September 2022 war die in der EU verbrannte Fläche fast doppelt so groß wie im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2025. Besonders betroffen waren Spanien und Frankreich. Millionen Menschen waren infolge der Brände gefährlicher Luftverschmutzung ausgesetzt.
Die Bilanz des C3S unterstreicht die weitreichenden Folgen der extremen Wetterbedingungen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in Europa. Die Kombination aus Wassermangel, Hitzestress und Bränden verdeutlicht die Dringlichkeit von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.
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