Die massenhafte Abwanderung junger Menschen aus den Balkanstaaten macht die Gesellschaften anfällig für eine weitere Radikalisierung. DW-Autorin Marion Kraske berichtet über den 'Massenexodus' und die Konsequenzen für die Region.
, rückwirkend das Wahlsystem. Ein"undemokratischer" Akt, so die harsche Kritik von EU-Parlamentariern, die Stimmen der Wählerinnen und Wähler seien zugunsten der radikal-nationalistischen Kroatenpartei HDZ marginalisiert worden. Zudem, so die Politologin Topic, sei im serbisch dominierten Landesteil, der Republika Srpska, massiver Wahlbetrug"von den Internationalen legitimiert" worden.
Doch die EU-Delegation habe mit Rücksicht auf Serbenführer Milorad Dodik vermieden, die Forderung nach Aufklärung zu unterstützen, berichtet eine ehemalige Mitarbeiterin des Politikers. Machtzirkel, die mutmaßlich in den Mord verwickelt waren, drangsalierten die Demonstranten so lange, bis der Protest verebbte. Aufgeklärt ist die Tat bis heute nicht.
"Wenn westliche Akteure nicht mehr als Garant für eine demokratische Korrektur wahrgenommen werden, wird es kritisch", sagt die Analystin Lejla Gacanica. Viele fühlten sich im Kampf gegen die kriminellen Eliten im Stich gelassen.Nicht nur in Bosnien, auch in anderen Balkanstaaten zieht die Enttäuschung weite Kreise: Derzeit erwägen 67 Prozent der jüngeren Generation, so Ergebnisse des Balkanbarometers 2022, die Region zu verlassen.
Rasant verlieren die Länder damit weiter an Human-Kapital und Wirtschaftskraft. In vielen Städten von Belgrad bis Sarajevo fehlt es schon jetzt an Handwerkern:"Die sind in Berlin", heißt es lapidar. Die Folge: Die ohnehin armen Bevölkerungen zahlen höhere Preise für schlechtere Serviceleistungen. Vor allem aber nimmt die Anfälligkeit der Gesellschaften für weitere Radikalisierungen zu."Da die Träger liberaler, demokratischer Werte verschwinden", warnt Politologin Topic,"schwindet allmählich auch der letzte Widerstand gegen Nationalismus und Machtmissbrauch".
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