Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern hat neue Mitglieder: Drei Universitäten und zwei Verbünde wurden aufgenommen. Jena wird erste Exzellenzuniversität Thüringens.
Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern hat nach monatelangem Warten neue Mitglieder: Drei weitere Universitäten wurden in das Förderprogramm aufgenommen, außerdem zwei Verbünde aus mehreren Hochschulen. Die Entscheidung fiel im Rahmen der Exzellenzstrategie, über die eine Kommission aus 39 Wissenschaftsvertretern und den Wissenschaftsministern von Bund und Ländern befindet. Jena darf sich ab 2027 Exzellenzuniversität nennen und ist damit die erste Universität in Thüringen mit diesem Status. Die Universität Freiburg kehrt nach einer Phase ohne Förderung zurück. Bund und Länder stellen jährlich 687 Millionen Euro für die Strategie bereit, wobei 75 Prozent vom Bund und 25 Prozent vom jeweiligen Sitzland kommen.
Förderung und Auswahlverfahren
Die Exzellenzstrategie fördert Spitzenforschung an deutschen Universitäten. Eine Einzeluniversität erhält bei einem Erfolg bis zu 15 Millionen Euro jährlich, bei Verbünden sind es bis zu 28 Millionen Euro. Voraussetzung für den Status als Exzellenzuniversität sind erfolgreiche Exzellenzcluster. Einzelne Universitäten müssen mindestens zwei Cluster vorweisen. Die Exzellenzkommission besteht aus einem Expertenkomitee mit 39 Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft sowie den Wissenschaftsministern von Bund und Ländern. Über die Vergabe entscheidet dieses Gremium auf Basis wissenschaftlicher Leistungen. Allerdings mehren sich Zweifel, ob die hohen Summen tatsächlich den gewünschten Effekt bringen.
Neue Exzellenzuniversitäten und Verbünde
Die Universität Jena erhielt im vergangenen Jahr die Förderung für zwei Exzellenzcluster und darf sich ab 2027 Exzellenzuniversität nennen. Sie ist die erste Universität in Thüringen mit diesem Status. Die Universität Freiburg war bereits ab 2007 gefördert, verlor den Status 2012 nach der turnusmäßigen Überprüfung und konnte ihn 2019 nicht zurückgewinnen. Aktuell hat Freiburg zwei disziplinübergreifende Exzellenzcluster: Eines erforscht, wie Zellen über biologische Signale kommunizieren, das andere beschäftigt sich mit der Anpassung von Wäldern an den Klimawandel. Die drei neuen Universitäten bündeln ihre Kompetenzen nach eigenen Angaben in den vier Profilbereichen Data (Datenwissenschaften und KI), Health (Lebenswissenschaften und Medizin), Matter (Material- und Naturwissenschaften) und Society (Geistes- und Sozialwissenschaften).
Bestehende Exzellenzuniversitäten und ihre Cluster
Bereits im März 2026 wurde die Förderung für neun Universitäten sowie einen Universitätsverbund für sieben Jahre verlängert, also bis 2033. Unter ihnen ist die RWTH Aachen, die seit der ersten Runde 2007 als Exzellenzuniversität gefördert wird. Bei der Verlängerung hob das internationale Expertengremium eine eindrucksvolle Leistungssteigerung hervor. Aktuell gibt es an der RWTH drei Exzellenzcluster: zu umweltfreundlichen flüssigen Energieträgern, Quantencomputern und nachhaltigem Bauen. Die RWTH ist die größte Technische Universität in Nordrhein-Westfalen. Auch die Universitätsmedizin der Charité gehört dazu. Die Berlin University Alliance (BUA) wird seit 2019 gefördert und konnte ihren Titel 2026 verteidigen. Zur neuen Förderphase gehören fünf Exzellenzcluster aus den Feldern Mathematik, Psychologie und Neurologie, Medizin, Physik und Elektronik sowie Gesellschafts- und Sozialwissenschaften. Die Technische Universität Dresden (TUD) hat drei Cluster in alleiniger Verantwortung und zwei gemeinsam mit Partneruniversitäten. In den fünf Exzellenzclustern werden ressourceneffizientes Bauen, nachhaltige Mikroelektronik, Robotik und taktiles Internet, Quantenmaterialien sowie die Physik des Lebens erforscht. Die Universität Hamburg erhielt den Exzellenzstatus erstmals 2019 und konnte ihn für die kommende Förderperiode sichern. Sie ist die einzige Hochschule in Norddeutschland, die als Exzellenzuniversität gefördert wird. Die Universität Heidelberg weiß seit 2007, wie es sich anfühlt, Eliteuni zu sein. Sie konnte den Titel nach 2012 und 2019 auch im Exzellenzwettbewerb 2026 wieder erringen. 1386 gegründet zählt sie zu den ältesten Universitäten Deutschlands. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehört auch 2026 wieder zur Spitzengruppe. In der ersten Runde der Exzellenzinitiative waren die Universität Karlsruhe und das Forschungszentrum Karlsruhe gemeinsam erfolgreich. 2009 entstand das KIT als gemeinsame Einrichtung, konnte seinen Titel als Eliteuni jedoch erst mal nicht verteidigen. Seit 2019 ist das KIT zurück an der Spitze. Das KIT kombiniert Forschung in technischen und naturwissenschaftlichen Feldern mit einem besonderen Modell: Es ist zugleich Technische Universität und Teil der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), gegründet 1472, rühmt sich einer langen und erfolgreichen Forschungsgeschichte, die unter anderem mehr als 30 Nobelpreisträger hervorgebracht hat. In diesem Jahr wurde sie erneut ausgezeichnet. Die LMU ist seit der ersten Exzellenzrunde dabei und konnte ihren Titel seitdem immer verteidigen. Die LMU verfügt über sieben Exzellenzcluster. Die Technische Universität München (TUM) hat acht Exzellenzcluster und steht damit bundesweit an der Spitze. Die Cluster decken unterschiedliche Felder ab, etwa Mathematik, Wirtschaft, Immunologie, Quantenphysik und Landwirtschaft. Sie arbeiten teils über Fakultäts- und Institutsgrenzen hinweg.
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