FC Bayern: Thomas Tuchel erklärt sein Aus: „Ich bin nicht das einzige Problem“

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Thomas Tuchel (50) hat sich auf der Bayern-PK zu seinem Aus im Sommer geäußert.

In der offiziellen Klub-Mitteilung am Mittwoch hatte es nur ein kurzes Statement des Trainers gegeben: „Wir haben vereinbart, dass wir unsere Zusammenarbeit nach dieser Saison beenden. Bis dahin werde ich mit meinem Trainerteam selbstverständlich weiter alles für den maximalen Erfolg geben.

“ Auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig äußerte sich Tuchel nun ausführlich zu der Entscheidung. Zunächst gab er sich gelöst und beantwortete die Frage nach den Gründen mit einem Lächeln. Am Ende wurde er doch noch etwas lauter.Auf die Nachfrage von Sky-Reporter Torben Hoffmann, ob er für die Aufstellung nicht ohne Hintergedanken einfach nur die besten Spieler berücksichtigen müsse, wird Tuchel erstmals richtig ernst und redet in Rage: „Jeder Spieler bekommt auch eine individuelle Behandlung und es gibt schon eine andere Form von Umgang. Da würde ich euch nicht rausnehmen. Wenn Thomas Müller auf der Bank sitzt oder wenn Rapha Guerreiro auf der Bank sitzt – wie sind da die Nachfragen? Ihr seid doch die allerersten, die komplett einen Unterschied machen und darauf gehen, wer auf der Bank sitzt oder ausgewechselt wird. Dann wird eine Woche Sondersendung drüber gemacht. Der gleiche Vorfall bei einem anderen Spieler und es wird gar nicht diskutiert. Da ist es doch sehr naiv zu fragen: Ist es nicht einfach so, wer gut ist, spielt und wer nicht gut spielt, sitzt auf der Bank? Das ist ein bisschen heuchlerisch so um die Ecke zu kommen.“„Wir hatten zu selten eine Situation, dass die Spieler um etwas kämpfen müssen. Dass Positionen doppelt besetzt sind. Wir mussten die ganze Saison nicht einmal einem Lizenzspieler sagen, dass er nicht im Kader steht. Das ist auch ein Baustein, der uns gefehlt hat.“Der Bayern-Trainer auf BILD-Nachfrage: „Die Verantwortlichen kennen meine Analyse, die ist auch sehr selbstkritisch. Aber das ist definitiv keine Analyse für die Öffentlichkeit.“Tuchel: „Wir spielen noch um zwei Titel, auch wenn es sich gerade nur schwer möglich anhört. Und morgen geht es um drei Punkte, so einfach ist es.“„Es ist ganz normal in einer Truppe von 20 Spielern, dass manche einen besseren Draht haben als andere. Aber es ist immer von Respekt geprägt. Wenn es da ein Zerwürfnis gäbe, würde heute hier schon jemand anders sitzen. Mit der Entscheidung zum Saisonende wollten wir raus aus dieser Mühle, dass es nach jeder Niederlage heißt: Bleibt er oder muss er gehen?“Danach gefragt sucht Tuchel kurz nach den richtigen Worten, sagt dann: „Als Trainer werde ich nach Leistungen der Mannschaft beurteilt. Ich glaube nicht, dass sie viele Stimmen im Verein finden würden, die bestätigen, dass wir hier nicht warm geworden sind. Das empfinde ich definitiv nicht so.“Verliert er jetzt an Autorität? Tuchel kurz und knapp: „Das würde mehr über den Spieler aussagen als über meine Autorität.“ Über seine kommenden Entscheidungen jetzt: „Ich muss mir jetzt keine Gedanken mehr über die langfristige Wirkung machen. Jetzt kann alles wie ein Pokalspiel gecoacht werden. Da fallen einige Überlegungen weg. Es gibt dir ein paar Prozent mehr Handlungsspielraum, der dir erlaubt, etwas rücksichtsloser zu sein.“„Ich bin enttäuscht von mir und wie wir im Moment spielen. Aber ich bin nicht enttäuscht von den Spielern. Es wird sich in den nächsten Wochen nichts ändern. Wir haben nach wie vor hohe Ansprüche. Wir haben alles gegeben, aber die Wirkung war nicht wie gewünscht, wie ich sie mir selbst erwünscht habe. Aber es ist noch nicht zu Ende.“Tuchel erneuert: „Wir haben eine krasse Diskrepanz zwischen den Trainingsleistungen und den Spielen. Es ist kein einfaches, es ist ein diffuses Bild.“

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