Das Al-Bayt-Stadion in Katar wird als Ort des WM-Eröffnungsspiels in einer Reihe mit vielen berühmten Stadien stehen - doch auch dort kam es zu Ausbeutung und Tod bei den Vorbereitungen. Qatar2022
Gastgeber Katar wird das Turnier mit einem Spiel gegen Ecuador am Sonntag im Al-Bayt-Stadion in der Stadt Al-Chaur 60 Kilometer der Hauptstadt Doha eröffnen. Das Stadion, in dem 60.000 Menschen Platz finden, wird in der Fußballgeschichte dann mit berühmten Spielstätten in einer Reihe stehen: Maracana, Wembley, San Siro und viele weitere.
, sagte Hassan Alhaydos, Kapitän der Mannschaft Katars, bei der Pressekonferenz vor dem Spiel.Das Al-Bayt-Stadion wurde komplett neu gebaut, wie die meisten der acht WM-Stadien. Der Name bezieht sich auf traditionelle Zelte der Nomaden Katars, die Außenfassade erinnert an solche Zelte.Gebaut haben das zeltartige Stadion vor allem Gastarbeiter. Auch das Al-Bayt-Stadion ist Teil der ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, die in großen Teilen bei der Erstellung der allgemeinen Infrastruktur für die WM geherrscht haben - unwürdige Unterkünfte, Knebelverträge, Erhebung unrechtmäßiger Vermittlungsgebühren.Gastarbeiter Nagindar Yadav aus Nepal berichtet"Wir haben uns gefühlt wie Sklaven, eigentlich ging es uns schlechter als Sklaven. Ein Sklave bekommt wenigstens etwas zu essen" , sagte Yadav. Er arbeitete zwischen 2018 und 2019 etwa ein Jahr lang auf der Baustelle des Al-Bayt-Stadions. Zurück in Nepal sagte er im WDR:Yadav erzählt, dass ihm 280 Euro Monatsgehalt zugestanden haben. Das Geld sei unregelmäßig oder gar nicht gezahlt worden. Er berichtet von Gewalt durch Vorgesetzte:"Als wir neu in der Firma waren, sind sieben Arbeiter im Büro der Firma schwer zusammengeschlagen worden.""Wir hatten Angst um unsere Sicherheit. Vor allem in großer Höhe""Zwei Arbeiter sind vor meinen Augen gestorben. Einer stürzte in den Aufzugsschacht und der andere vom Kran. Sie starben auf der Stelle vor uns. Wir standen unter Schock, haben uns geweigert, weiter zu arbeiten. Doch die Vorgesetzten zwangen uns."Zum Tod der beiden Arbeiter unterschrieb Yadav im Mai 2019 eine eidesstattliche Erklärung, wie auch ein weiterer Kollege von ihm. Die FIFA räumte damals erstmals öffentlich ein, dass es auch auf den WM-Baustellen zu Verstößen gegen internationale Arbeitsstandards gekommen ist. Zuvor hatte die FIFA das immer bestritten. Das WM-Organisationskomitee stritt damals alle Vorwürfe ab.
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