Filmklassiker: 100 Jahre 'Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens' Film Filme
Am 4. März 1922 wird "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" uraufgeführt; während eines glänzenden Mottofests im Zoologischen Garten Berlin, im prächtigen Marmorsaal . Alle Gäste sind angehalten, in Biedermeier-Kostümen zu erscheinen. Davor gibt es einen szenischen Prolog. Der eigentliche Film wird durch ein Orchester begleitet: Der Tonfilm setzt sich erst Jahre später durch ; und so werden Filme in der Regel durch Musik begleitet.
Die Idee zum Film stammt von Albin Grau. Er ist eigentlich Werbegrafiker und entwirft Plakate für Filme, bis er 1921 eine eigene Produktionsfirma gründet. Die, soviel sei bereits verraten, nur diesen einen Film dreht. Natürlich gestaltet Grau für "Nosferatu" Plakate und Grafiken, aber auch Dekorationen und Kostüme.
Für die Regie gewinnt er Friedrich Wilhelm Murnau, für dessen "Der Gang in die Nacht" er bereits für die Werbung verantwortlich ist. Murnau hat schon eine Reihe von Filmen gedreht, von denen die meisten heute verschollen sind; sein Durchbruch kommt mit "Nosferatu".
Die titelgebende Hauptrolle übernimmt Max Schreck. Er kommt, wie viele Schauspieler seiner Zeit, ursprünglich vom Theater. Seine hagere dünne Gestalt, sein bleiches Gesicht, seine Hakennase und seine langen Finger sind wie prädestiniert für die Rolle des undurchsichtigen Grafen, zumal er auch abseits der Bühne als kauziger Einzelgänger gilt.
Meisterhaft in Szene gesetzt wird die an sich schon gruslige Gestalt durch die Kamera und das Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit. In der bekanntesten Szene des Films schleicht sie sich die Treppe hinauf, nur als Schatten zu sehen, mit überlangen Fingern, die sich am Ende an einen Hals legen, zu einem Herz greifen.