Derzeit kommen viele Ukrainer:innen im Nachbarland Ungarn an. Aus Sorge davor, dass sich der Krieg ausbreitet, haben sie ihre Heimat verlassen.
BEREGSURÁNY/ZÁHONY taz | Der Dartautomat im „Grenzbistro“ am ungarisch-ukrainischen Grenzort Beregsurány hat aufgehört zu blinken und ist verstummt. Stattdessen laden jetzt mehrere Handys in der Mehrfachsteckdose. Sie gehören den Männern jüngeren und mittleren Alters, die hier im „Grenzbistro“ Unterschlupf gesucht haben und sich in dem kleinen Holzanbau wärmen.
Auch Jozsef* hat gerade vor einer Stunde die Grenze passiert. Der 20-jährige Informatikstudent stammt aus dem 40 Kilometer entfernten Munkács , ein Bekannter hat ihn schnell zum Grenzübergang gefahren. Dabei hat er nur seine Dokumente, einen Laptop, ein paar T-Shirts und Unterwäsche. Sein Vater, halb Ukrainer, halb Slowake, holt ihn gleich ab. Bereits früh am Morgen war er zum Arbeiten über die Grenze nach Ungarn gefahren.
Jozsefs ungarische Mutter ist in der Ukraine geblieben, sie wollte das Haus der Familie nicht allein lassen. „Ich mache mir Sorgen um sie und habe ihr gesagt, dass sie zu Freunden gehen soll, damit sie jetzt nicht allein ist“, sagt er. „Es wäre gut, wenn ich schon morgen oder übermorgen zurückkönnte und sich die Lage beruhigt.“ Falls er doch nicht zurückkehren kann, müssten sie das Haus verkaufen und Jozsef sich eine Arbeit in Ungarn suchen.
Ich spreche eine Roma-Familie an, die vor den Stufen am Bahnhofseingang steht: zwei Mütter, eine Großmutter und sechs kleine Töchter. Heute morgen sind sie hier angekommen und warten auf ihre Männer, die schon in Ungarn sind. „Bisher ist noch nichts passiert in unserem Dorf, aber wir haben Angst vor dem Krieg. Wir haben unser Haus jetzt einfach verlassen“, erzählt mir eine der Mütter. Ich frage sie, wie es jetzt für sie und ihre Familie weitergeht.
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