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Frankreich setzt bei Investitionsgipfel{Choose France""} auf KI

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Frankreich setzt bei Investitionsgipfel{Choose France""} auf KI
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Bei der Präsentation des "Choose-France"-Gipfels des Präsidenten erteilt Frankreich 93 Milliarden Euro Investitionszusagen. Ein Großteil zur Errichtung von KI-Rechenzentren, u. Ä. Japanische Tech-Gruppe verpflichtet 45 Milliarden Euro für KI in Nordfrankreich, Wachstumsziel bis 2025, während die EU auf Souveränität der Cloud hinweist. Zusätzlich plant Boehringer Ingelheim 500 Millionen Euro für Tiergesundheit. Die Summe übertrifft die bisher 87 Milliarden Euro seit 2018 und die Investitionen werden als strategischer Schritt gegenüber USA und China unter Cité- und Standortpolitik gesehen.

noch einmal glänzen. Beim Investitionsgipfel „Choose France“ am Montag verkündet der Präsident Investitionszusagen aus dem Ausland in Höhe von 93 Milliarden Euro.

„Das sind riesige Investitionen, ein großer Teil davon im Bereich Rechenzentren und Künstliche Intelligenz“, sagte Macron bei seiner Rede im Garten des Schlosses am Abend.hervor. Die japanische Tech-Investmentgesellschaft will 45 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren im Norden Frankreichs investieren und dort eine Kapazität von 3,1 Gigawatt aufbauen. Langfristig stelltim Rennen um Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz mit den USA und China aufholen.

Europa biete „Stabilität“ und klare Rahmenbedingungen, sagte Macron.will in den kommenden drei Jahren 100 Millionen Euro in eine souveräne Cloud- und KI-Infrastruktur im Großraum Paris investieren. Boehringer Ingelheim plant bis 2030 Investitionen von 500 Millionen Euro in Forschung und Produktion im Bereich Tiergesundheit. Die angekündigten Vorhaben übersteigen mit 93 Milliarden Euro die 87 Milliarden Euro, die bei allen „Choose France“-Ausgaben zusammen seit 2018 zugesagt worden waren.

Aus dem Élysée-Palast heißt es zudem, weniger als fünf Prozent der Projekte seien am Ende nicht realisiert worden.geht es für Macron in Versailles nicht nur um Rekordsummen. Es geht auch um die Frage, wie belastbar seine wirtschaftspolitische Bilanz wirklich ist. Denn innenpolitische Blockaden und geopolitische Krisen setzen den Präsidenten zunehmend unter Druck.. Investoren realisierten 852 Projekte in Frankreich, in Deutschland waren es 548.

Besonders stark positioniert ist Frankreich in Zukunftsfeldern wie KI, Verteidigung und kohlenstoffarme Energie. Doch der Spitzenplatz verdeckt eine problematische Entwicklung: Die Zahl der Ansiedlungen und Standorterweiterungen sank 2025 um 17 Prozent – deutlich stärker als in Deutschland. Im Vergleich zu 2022 beträgt das Minus sogar 32 Prozent. Tomasz Michalski, Professor an der Pariser Wirtschaftshochschule HEC, sieht nicht nur die schwächere Weltkonjunktur und den Handelskonflikt mit den USA als Ursache.

„Hinzu kommt die politische Instabilität in Frankreich, die viele Projekte gebremst hat“, sagt er. Nach der Auflösung der Nationalversammlung 2024 habe das Land monatelang keine stabile Regierung gehabt – das schlage sich nun in den Zahlen nieder. Besonders stark betroffen sind die Branchen Automobil, Chemie und Pharmazie. Ein entscheidender Standortvorteil ist die Energieversorgung.

Softbank-Gründer Masayoshi Son verwies beim Gipfel vor allem auf Frankreichs Strommix als Argument für das Investment. Das Land zählt zu den wichtigsten Nettoexporteuren von Strom in Europa. Durch die Kombination aus Atomstrom und erneuerbaren Energien liegt der Anteil COnach Einschätzung der Banque de France die Kostenwettbewerbsfähigkeit Frankreichs – dank moderater Inflation und Lohnentwicklung. Seit 2019 hat Frankreich demnach gegenüber Deutschland neun Prozent und gegenüber dem Durchschnitt der Euro-Zone fünf Prozent an Kostenwettbewerbsfähigkeit gewonnen.

Gleichzeitig bleibt Frankreich ein Land mit komplexen Regeln und ausgeprägter Bürokratie. Dass Konzerne wie Softbank dennoch investieren, hat auch mit Macrons persönlichem Einsatz zu tun. So kündigte der Präsident an, 150 strategische Industrieprojekte gezielt zu fördern und Genehmigungen zu beschleunigen. Für das Softbank-Projekt warb er persönlich bei seiner Japanreise im April.

Auch am Nachmittag des Gipfels traf Macron sich zu individuellen Gesprächen mit Unternehmern, wie etwa mit Lakshmi Mittal vonDie am Montag angekündigten Projekte sollen mehr als 15.000 Arbeitsplätze schaffen. Macron hatte erst im April erklärt, er habe „zwölf Jahre Desindustrialisierung gestoppt“. Nun entstünden wieder Industriearbeitsplätze. Doch ob das für eine echte Reindustrialisierung reicht, bezweifeln Experten.

Olivier Lluansi, Professor am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris, sagte der Zeitung „Le Monde“: „Die französische Industrie hat von 2017 bis 2023 durchschnittlich 15.000 Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen, doch es hätten fast 70.000 pro Jahr sein müssen, um einen echten Reindustrialisierungskurs einzuschlagen.

“ Ähnlich urteilt Jacob Ross von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik: Macrons Erfolge etwa im KI-Bereich seien für Frankreich wichtig, schafften aber nicht die Masse an Arbeitsplätzen, die mit dem Versprechen der Reindustrialisierung verbunden werde. Zwar ist die Arbeitslosigkeit während Macrons Amtszeit gesunken. Von der von ihm versprochenen Vollbeschäftigung – einer Quote von vier bis fünf Prozent – ist Frankreich aber weit entfernt.

Nach jüngsten Zahlen des nationalen Statistikamts Insee lag die Arbeitslosigkeit im ersten Quartal 2026 bei mehr als acht Prozent – dem höchsten Stand seit fünf Jahren. In Deutschland ist die Arbeitslosigkeit strukturell nur halb so hoch. Frankreich zählt zu den am höchsten verschuldeten Staaten der EU. 2025 lag die Staatsverschuldung bei 115,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts . Die zusätzlichen Belastungen durch den Krieg im Nahen und Mittleren Osten erhöhen den Druck auf den Haushalt weiter.

Die Regierung musste bereits Milliarden einsparen, weitere Budgetkürzungen wurden am Freitag angekündigt. Der politische Spielraum sinkt – und das trifft inzwischen auch die Innovations- und Standortförderung. Beim Programm „France 2030“, mit dem Paris Zukunftstechnologien und Reindustrialisierung fördern will, werden in diesem Jahr 100 Millionen Euro gestrichen. Hinzu kommt die politische Unsicherheit vor der Präsidentschaftswahl 2027.

Viel von der Investitionsdynamik wird direkt mit Macron verbunden, der nicht erneut kandidieren darf. In Meinungsumfragen liegt derzeit der extrem rechte Rassemblement National vorn. Nach der Coronapandemie schnitt Frankreich beim Wirtschaftswachstum lange besser ab als Deutschland. Während die deutsche Wirtschaft schrumpfte, legte Frankreich noch solide zu.

Doch dieser Vorsprung gerät unter Druck. Im ersten Quartal 2026 sank das französische BIP um 0,1 Prozent. Der Internationale Währungsfonds senkte seine Wachstumsprognose für Frankreich im Mai von 0,9 auf 0,7 Prozent. Für Deutschland erwartet der IWF 0,8 Prozent, die Bundesregierung selbst allerdings nur 0,5 Prozent.

Für HEC-Professor Michalski hängt an der Wachstumsfrage weit mehr als die Konjunktur.

„Wenn Frankreich wieder wächst und technologisch weiter so nach vorn schreitet, dann gibt es auch Chancen, die Haushaltsprobleme abzufedern. “ Voraussetzung sei allerdings, dass das Land seine Renten- und Sozialausgaben reformiere. Umgekehrt warnt er: „Wenn es kein Wachstum gibt und die Schulden wirklich explodieren, geraten viele Erfolge in Gefahr.

“ Weniger als ein Jahr vor seinem Abtritt hat der „Choose France“-Gipfel in Versailles Macron noch einmal die große Bühne für Investitionserfolge geliefert. Er hat Frankreich als Standort für internationale Investoren modernisiert und aufgewertet. Doch hinter den Rekorden zeigt sich eine widersprüchliche Bilanz: Frankreich ist attraktiver geworden, von Vollbeschäftigung, robuster Reindustrialisierung und fiskalischer Stabilität aber bleibt es weit entfernt.

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