Fregatten-Streit eskaliert - Werft fordert vom Bund 4,7 Milliarden Euro

Wirtschaft Nachrichten

Fregatten-Streit eskaliert - Werft fordert vom Bund 4,7 Milliarden Euro
Rüstung, Werften, Bundesregierung

Mit den Worten 'Lieber ein hartes Ende als eine dauerhafte Hängepartie' hatte Verteidigungsminister Pistorius ein milliardenschweres Fregattenprojekt gestoppt. Die zuständige Werft in den Niederlanden sieht einen Vertragsbruch seitens der Bundesregierung.

Mit den Worten "Lieber ein hartes Ende als eine dauerhafte Hängepartie" hatte Verteidigungsminister Pistorius ein milliardenschweres Fregattenprojekt gestoppt. Die zuständige Werft in den Niederlanden sieht einen Vertragsbruch seitens der Bundesregierung.

Im Streit um das gestoppte Fregatten-Projekt F126 fordert die niederländische Werft Damen von der Bundesrepublik Deutschland rund 4,7 Milliarden Euro. Dies geht aus einem Schreiben der Anwaltskanzlei Gauweiler an den Haushalts- und den Verteidigungsausschuss des Bundestages hervor, das Reuters vorlag. Bei der Summe handele es sich um vertraglich vereinbarte Zahlungs- und Freistellungsansprüche wegen des Vertragsbruchs durch den Bund. Zusätzliche Schadensersatzforderungen würden derzeit geprüft, hieß es in dem Schreiben des Anwalts Peter Gauweiler weiter.

Die Werft wirft der Bundesregierung vor, für die Projektverzögerungen selbst verantwortlich zu sein. Der Bund habe noch im Juni 2024 in Kenntnis der Verzögerungen die vertragliche Option auf zwei weitere Fregatten ausgeübt. Die plötzliche Kündigung des Projekts sei daher eine "Überraschungsentscheidung" und allein politisch motiviert. Gauweiler macht zudem für seine Mandantin Amtshaftungsansprüche gegen Verteidigungsminister Boris Pistorius geltend.

Dieser habe die ihm unterstellte Beschaffungsbehörde BAAINBw aus sachfremden Erwägungen zur Kündigung veranlasst. Pistorius hatte das Projekt abgebrochen und dies mit einer Kostenexplosion auf fast 18 Milliarden Euro sowie massiven Verzögerungen begründet.

"Lieber ein hartes Ende als eine dauerhafte Hängepartie", sagte der SPD-Politiker dazu. Den Ausschlag für die Kündigung habe eine nicht hinnehmbare Bedingung der Damen-Werft gegeben. Diese habe verlangt, von allen Schadenersatzansprüchen freigestellt zu werden. Das Projekt hat den Bund dem Minister zufolge bereits rund 2,3 Milliarden Euro gekostet.

Die Bundesregierung plant nun stattdessen den Kauf von acht Fregatten des Typs MEKO A-200 von der Thyssenkrupp-Tochter TKMS.

Rubbel die nächste Story frei

0% freigerubbelt · 100 Pkt.
GooglePlease follow us on Google to support us
Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

ntvde /  🏆 3. in DE

Rüstung Werften Bundesregierung Schifffahrt Boris Pistorius

 

Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Marinehafen Emden: Zehn Fregatten und mehr für neuen StandortMarinehafen Emden: Zehn Fregatten und mehr für neuen StandortDie deutsche Regierung prüft die Etablierung eines neuen Marinehafens in Emden, der Liegeplätze für sieben Fregatten, zehn Minensucher und Schlepper bieten soll. Niedersachsen wirbt mit großen ungenutzten Hafenaresalen wie dem Rysumer Nacken um den Standort, während parallel Milliarden für militärische Infrastruktur in Bremerhaven und Bremen investiert werden sollen.
Weiterlesen »

Gescheitertes Fregattenprojekt: Damen-Werft fordert 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz vom BundGescheitertes Fregattenprojekt: Damen-Werft fordert 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz vom BundDie Entscheidung des Verteidigungsministers, das F126-Fregatten-Projekt abzubrechen, könnte teuer werden. Pistorius gibt sich gelassen, doch hinter den Kulissen werden Vertragsbruchsvorwürfe als Risiko eingestuft.
Weiterlesen »

Werft-Damen verklagt Bundesrepublik auf 4,7 Milliarden EuroWerft-Damen verklagt Bundesrepublik auf 4,7 Milliarden EuroIm Streit um das gestoppte Fregatten-Projekt F126 fordert die niederländische Werft Damen von der Bundesrepublik Deutschland rund 4,7 Milliarden Euro.
Weiterlesen »

Steuerzahlerbund: Staat geht zu sorglos mit Steuergeldern umSteuerzahlerbund: Staat geht zu sorglos mit Steuergeldern umDer Lobbyverband Bund der Steuerzahler wirft Bund, Ländern und Kommunen einen sorglosen Umgang mit Steuergeld vor.
Weiterlesen »